Neue Symbole im Zug-Fahrplan: Einsteigen verboten

Eine Neuerung soll Verspätungen bei der Bahn minimieren: Symbole im Fahrplan weisen auf das Verbot des Zu- oder Ausstiegs in bestimmten Zügen hin.

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Die zugesagten Änderungen im Fahrplan wurden weitgehend umgesetzt.  Foto: 

Zum 10. Dezember tritt der Winterfahrplan der Bahn in Kraft. Dann soll es auch spürbare Verbesserungen für die leidgeplagten Pendler geben. Ein Blick ins Kursbuch zeigt, dass die zugesagten Änderungen im Fahrplan weitgehend umgesetzt wurden. Für Rätselraten sorgt hingegen ein Symbol, das immer wieder auftaucht: Ein schwarzer Halbkreis, in der Zeichenlegende findet sich dazu keine Erklärung, auch der Pressesprecher muss sich erst einmal schlau machen.

„Ein unscheinbares und klitzekleines neues Symbol im Fahrplan kündigt den Neuanfang in Sachen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit an“, meint Bahnpendler Jürgen Oßwald aus Wangen mit Blick auf den ominösen Halbkreis. Auch er hatte eine Erklärung des Symbols vermisst, eine Internetrecherche brachte ihn dann  auf die richtige Spur: „Halbkreis nach links bedeutet ,Zug hält nur zum Aussteigen’. Halbkreis nach rechts bedeutet ,Zug hält nur zum Zusteigen’“, hat Oßwald herausgefunden.

„Alles klar?“, fragt Oßwald. „Wenn Sie nun denken, das sei ein Witz, muss ich Sie leider enttäuschen.“  Er glaubt, zu wissen, warum künftig in vielen Regionalbahnen in Bad Cannstatt nicht mehr ein- oder ausgestiegen werden darf: „Im theoretischen Fahrplanmodell kann die Bahn nun mit kürzeren Ein- beziehungsweise Ausstiegszeiten kalkulieren. Man rechnet sich also mal wieder schön.“

Niemand wird festgehalten

Nach einigen Stunden dann der Rückruf der Bahn-Pressestelle. Der Sprecher bestätigt: „Es gibt tatsächlich diese zwei Halbkreise.“ Es sei auch ganz einfach, sich die Bedeutung zu merken: „Links gerundet bedeutet: nur aussteigen. Das Symbol erinnere an ein ,a’ wie bei ,aussteigen’.“ Wenn die Rundung rechts ist, dürfe an dem entsprechenden Bahnhof nur eingestiegen werden.

„Der Hintergrund ist der, dass man vermeiden will, dass große Pendlerzahlen vom Hauptbahnhof nach Bad Cannstatt oder umgekehrt die schnellen Regionalbahnen nutzen und so womöglich für Verzögerungen sorgen“, sagt der Bahnsprecher, betont aber: „Wir werden niemanden festhalten, der in Cannstatt aussteigt.“

Jürgen Oßwald hat noch einen Verbesserungsvorschlag: „Bauen Sie doch ein weiteres Symbol in den Fahrplan ein. Und zwar einen grünen Kreis. Dieser bedeutet, dass man an dem betreffenden Bahnhof weder zu- noch aussteigen darf. Und am besten gilt dies für alle Bahnhöfe von Ulm bis Stuttgart.“

Die Bahn hat diverse Verbesserungen zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember versprochen. Sie werden wohl weitgehend umgesetzt.

Die „kurze Wende“ im Hauptbahnhof sorgt immer wieder für Verspätungen, vor allem beim Zug um 17.31 von Stuttgart nach Ulm. Durch Einsatz zusätzlicher Züge soll die kurze Wende nun entfallen.

Salach bekommt morgens einen zusätzlichen Halt. Bislang ließ die Regionalbahn (RB), die um 7.42 Uhr in Süßen startete, Salach werktags links liegen. Nun hält der Zug in Salach, startet in Süßen aber erst um 7.45 Uhr. In Bad Cannstatt darf nicht mehr zugestiegen werden, nur der Ausstieg ist möglich.

Ab Plochingen fährt ab 5.22 Uhr eine zusätzliche Regionalbahn via Göppingen nach Ulm.

In Geislingen hält die morgendliche RB 19207 von Stuttgart künftig nicht mehr 21 Minuten, bis es weitergeht. Dafür stehen die Pendler nun ab 6.21 Uhr 12 Minuten in Süßen.

In Süßen endete um 11.55 Uhr die RB 19229 aus Stuttgart. Sie fährt nun für Schüler bis Lonsee, der Ersatzbus entfällt. Wermuts­tropfen:  Von 22. Mai bis 27. Juli hält der Zug weder in Gingen noch in Kuchen.

Ab Ulm sollte eine zusätzliche Verbindung im Schülerverkehr „in Richtung Geislingen“ umgesetzt werden. Diese neue RB gibt es auch, sie startet um  13.09 Uhr in Richtung Geislingen. Aber nur in die Richtung: Geislingen erreicht sie nie, sie endet in Amstetten.

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