In der Stadtkirche spukt"s

Geisterstunde in der Geislinger Stadtkirche: Kinderkantorei, Unterstufenchor des Michelberg-Gymnasiums und Orchester der Musikschule erweckten beim Bezirkskirchentag das Gespenst von Canterville zum Leben.

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Mit viel Spielfreude brachten die jungen Musiker, Sänger und Schauspieler in der Geislinger Stadtkirche "Das Gespenst von Canterville" auf die Bühne. Foto: chw

In der Stadtkirche spukts: Das altehrwürdige Gemäuer verwandelte sich am Samstagnachmittag in ein nobles englisches Schloss, in dem ein frustrierter Geist sein Unwesen treibt. Das Singspiel "Das Gespenst von Canterville" von Johannes Matthias Michel - nach einer Novelle von Oscar Wilde - war beim Publikum ein Renner: Die liebevolle Inszenierung von Thomas und Monika Rapp und Holger Frey, die Spielfreude der jungen Musiker, Sänger und Schauspieler sowie der humorvolle Stoff sorgten für gute Unterhaltung.

Sir Simon, das Gespenst von Schloss Canterville ist außer sich: Sein Wohnsitz wurde von seiner bankrotten Familie verkauft - ausgerechnet an Amerikaner. Noch schlimmer: Diese Banausen aus der neuen Welt lassen sich so gar nicht von Sir Simons Spukroutinen aus der Ruhe bringen. Stattdessen ölen sie seine rasselnden Ketten, geben ihm Verdauungspillen und empfehlen ihm einen Psychiater. Schließlich muss eine Delegation des Gespensterkongresses vermitteln und es kommt zu einer friedlichen Koexistenz.

Das Orchester der Musikschule unter der Leitung von Holger Frey meisterte die anspruchsvolle Begleitmusik mir Bravour - von unheimlicher "Spukmusik" mit zitternden Geigen und bedrohlichen Celli über Boogie Woogie bis zu eleganter Walzermusik. Auch der Chor, der alle Stücke auswendig vortrug, fühlte sich in allen Stilrichtungen wohl. Der einzige Kritikpunkt: Die Texte waren meist nur sehr schwer verständlich. Aber hiermit tun sich oft auch erwachsene Chöre schwer.

Die jungen Schauspieler hatten Spaß an ihren humorvollen Rollen und ließen sich auch durch gelegentliche Textausfälle nicht aus der Ruhe bringen. Die Hauptkontrahenten Jonas Platz als Sir Simon und Joshua und Salome Crüsemann als neureiche Amerikaner machten sich gegenseitig genüsslich das Leben schwer. Die Mitglieder des Gespensterkongresses parodierten gekonnt langwierige Vereinssitzungen, die sie durch Tanzeinlagen auflockerten.

Viel zur Atmosphäre trug der Bühnenhintergrund bei: die fantasievoll gestaltete, drehbare Kulisse einer Schlossmauer, die sich mit ein paar Handgriffen in eine Schlossbibliothek oder eine unheimliche Gruft verwandeln ließ.

Info Die nächste Aufführung des "Gespenst von Canterville" findet am Sonntag, 8. Juli, ab 19 Uhr in der Geislinger Jahnhalle statt.

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