In Deggingen soll für Flüchtlinge Gebäude entstehen

Deggingen muss 15 Plätze für die Anschlussunterbringung von anerkannten Asylbewerber schaffen. Auf dem privaten Wohnungsmarkt haben sie keine Chance.

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Nach einer Aufenthaltsdauer von 24 Monaten in einer Gemeinschaftsunterkunft oder nach Abschluss ihres Asylverfahrens müssen sich Flüchtlinge eine eigene Unterkunft suchen. Wenn sie selbst auf dem Wohnungsmarkt keine Wohnung finden, werden sie den Kreisgemeinden nach einer festen Quote zur Anschlussunterbringung zugeteilt.

Insgesamt sei die Zahl der neu im Landkreis Göppingen ankommenden Flüchtlinge im ersten Halbjahr zurückgegangen, erläuterte Josef Buck, der im Degginger Rathaus das Referat für Bildung und Familie leitet, in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Deshalb konnten im Landkreis die Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften teilweise zur Anschlussunterbringung genutzt werden. Diese Kapazitäten seien nun aber erschöpft und der freie Wohnungsmarkt biete den Flüchtlingen kaum eine Chance, selbst eine Wohnung zu finden.

Bis zum Jahresende sei damit zu rechnen, dass etwa 850 Personen im Landkreis Göppingen die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen müssen; für das Folgejahr kämen wohl weitere 400 Personen hinzu. Um eine gerechte Verteilung zu gewährleisten, werde der Landkreis berücksichtigen, wie viele Plätze in Gemeinschaftsunterkünften die  Gemeinden bereits anbieten.

Deggingen muss bis Jahresende 21 Plätze für die Anschlussunterbringung schaffen. Aktuell sind drei Personen untergebracht, für drei weitere liegen  Zuweisungen vor. Es fehlen bis Jahresende also noch 15 Plätze, 2017 werden vermutlich nochmals zehn hinzukommen. In Gebäuden der Gemeinde gebe es keine Kapazitäten: Diese seien bereits durch Mietwohnungen belegt. Mehrere Aufrufe im Mitteilungsblatt blieben weitgehend ohne Erfolg. Lediglich ein privates Angebot liegt der Gemeinde vor: In dem Gebäude könnte mit einem Umbau 15 bis 20 Plätze geschaffen werden. „In einem Gebäude, in dem der Eigentümer selbst wohnt, werden wir wohl keine Möglichkeit bekommen“, vermutet Bürgermeister Karl Weber.

Die Verwaltung will daher nach passenden Häusern Ausschau halten, die in Deggingen zum Verkauf stehen und kurzfristig nutzbar sind. So sei man in 90er Jahren verfahren, als bis zu 60 Personen untergebracht werden mussten. Im Etat stehen 100.000 Euro für Grunderwerb im Ortskern zur Verfügung. Alternativ wäre als Provisorium auch eine Containerlösung denkbar.

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