Im Winter gefriert das Streugut auf dem Hof

Gingen denkt über eine Sanierung des kommunalen Bauhofs nach. Die Gebäude seien unübersehbar in die Jahre gekommen, sagt der Göppinger Architekt Oliver Grässle. Ein Neubau wäre aber nicht wirtschaftlich.

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Zur Brunnenstraße hin zeigt sich Gingens kommunaler Bauhof in einem akzeptablen Zustand. Saniert werden muss im Detail.  Foto: 

Dächer und Fenster sind schadhaft, es fehlt am Brandschutz und Fahrzeuge wie Material stehen ungeschützt im Freien: "Der Bauhof ist ganz schön in die Jahre gekommen", lautet das Urteil des Göppinger Architekten Oliver Grässle. Am Dienstagabend stellte er dem Gingener Gemeinderat seine ersten Überlegungen zu einem Sanierungskonzept vor. Im Detail entschieden ist noch nichts. Die Kosten der von ihm empfohlenen Variante konnte der Planer aber schon nennen: Sie sollen bei 591.000 Euro liegen.

Ein Neubau käme Gingen doppelt so teuer, erklärte Grässle. Dabei wäre er weder nötig noch wirtschaftlich. Außer am zur Brunnenstraße gelegenen Teil sei an den Gebäuden in den vergangenen Jahren kaum etwas gemacht worden und das sehe man ihnen an. Das Asbest-Dach auf der Hofseite und die Decken der Schreinerei und der Fahrzeughalle seien schadhaft, die Fenster in der Werkstatt und im Lager nur zum Teil und mit geringstem Aufwand ausgetauscht worden. Die stählerne Außentreppe am Westgiebel sei baufällig und müsse abgebrochen werden. Es fehle an einer Brandschutzwand zwischen der Fahrzeughalle und den Sozialräumen. Das Betriebsgebäude im alten Feuerwehrhaus brauche hingegen nur innen und außen renoviert zu werden und die Statik sei sogar überall noch in Ordnung. "Wir lassen alles stehen", lautete sein Rat daher. Mit solch einem Untersuchungsergebnis habe er nicht gerechnet, gestand Bürgermeister Marius Hick sichtlich erleichtert ein.

Die Flächen, über die der Bauhof verfügt, bezeichnete Grässle als "völlig ausreichend". Der vorhandene Raum müsse allerdings besser organisiert werden. Seit Jahren seien Fahrzeuge im Freien abgestellt - "das Material leidet darunter", mahnte der Planer. Genauso würden Material auf Paletten und Verkehrszeichen im Freien gelagert, weil Schutzdächer die Zufahrt zu den Hallen behindern würden. Aus dem gleichen Grund gefriere im Winter das draußen aufgeschüttete Streugut - die dreiachsigen Kipper hätten eine zu große Schütthöhe. Außerdem fehle es an einem separaten Lagerraum für Farben, Lacke und Lösungsmittel.

Grässle empfahl, den Materialbunker neu anzulegen und zu überdachen. Rangierflächen der Fahrzeuge im Hof und Lagerflächen sollten besser aufgeteilt und entschachtelt werden, Betonschäden bald saniert werden. Neue Fenster sollten fachgerecht eingebaut und nicht nur wie früher am Rahmen ausgeschäumt werden. Das frühere Feuerwehrhaus könne wie bisher genutzt werden, derzeit ist dort unter anderem der große Unimog untergebracht. Als dringend bezeichnete er genauso wie Bürgermeister Hick den Brandschutz in der Werkstatt und der Schreinerei.

Das sei eine Sofortmaßnahme, die mit 41.500 Euro sogar recht günstig komme. "Am notwendigsten ist der Brandschutz", bestätigte Gemeinderätin Heidi Alex. Mit einer weitergehenden Sanierung könne sich die Gemeinde Zeit lassen, bis sie die nächsten neuen Fahrzeuge anschaffen muss, sagte Hick. Der Gemeinderat müsse sich nun erst einmal eingehend mit dem Konzept befassen, das der Architekt am Dienstagabend nur mündlich vorgetragen hat. Die schriftlichen Unterlagen werden den Räten erst noch zugeschickt.

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