Hygiene: Kontrolleure schließen bis zu zwölf Lokale pro Jahr

In den vergangenen Tagen wurden zwei Gastronomiebetriebe im Kreis Göppingen wegen Hygienemängeln vorübergehend geschlossen. Insgesamt geschehe dies zwischen sechs und zwölf Mal pro Jahr im Kreis.

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Die Kontrolleure des Landratsamts überprüfen regelmäßig die Hygiene in Restaurants. Einige werden wegen Beanstandungen geschlossen.  Foto: 

In den vergangenen Tagen teilten die Lebensmittelkontrolleure des Landratsamtes Göppingen mit, dass zum einen ein Schnellimbiss in Geislingen und zum anderen eine Gaststätte in Göppingen wegen hygienischer Missstände vorübergehend geschlossen werden mussten. Mäusekot und -urin in der Küche sowie Hundehaare im Thekenbereich wurden in dem Geislinger Schnellimbiss vorgefunden, im Fall der Göppinger Gaststätte waren verschiedene Fleischerzeugnisse verdorben, und eine Schüssel mit Semmelknödelteig wies Schimmelablagerungen auf, hieß es in den Pressemitteilungen des Landratsamtes. Doch wie oft werden Speiselokale überhaupt im Landkreis überprüft und wie oft werden Mängel festgestellt?

Darüber gibt Stephan Ludwig vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landratsamt Auskunft. So würden im Landkreis die rund 840 Gaststätten in der Regel einmal im Jahr kontrolliert. Problematischere Gastronomiebetriebe würden dagegen zirka alle drei bis sechs Monate überprüft. Während anhängiger Verfahren könnten aber auch noch kürzere Intervalle gegeben sein.

Im Kreis Göppingen gibt es derzeit insgesamt rund 6500 Lebensmittelbetriebe, darunter fallen beispielsweise auch Landwirte. "Die Amtstierärzte, Lebensmittelkontrolleure und Vollzugsbeamte des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz führen pro Jahr etwa 3500 Betriebskontrollen durch", teilt Ludwig mit. Dabei würden bei ungefähr 25 bis 30 Prozent der Kontrollen Mängel festgestellt, wobei hierbei aber auch geringfügige Probleme wie Kennzeichnungsverstöße erfasst werden. Dies führe im Landkreis jährlich zu rund 40 Bußgeld- und zehn Strafverfahren "sowie 60 formellen mündlichen oder schriftlichen Anordnungen zur Gefahrenabwehr". Zirka sechs bis zwölf Mal im Jahr müssten Lebensmittelbetriebe vorläufig geschlossen werden, wenn "konkrete gesundheitliche Gefahren infolge der Hygieneverstöße vorliegen", teilt Ludwig mit. "In Wiederholungsfällen wird eine Zuverlässigkeitsprüfung der Verantwortlichen gegebenenfalls unter Hinzuziehung der Gaststättenbehörden und Gewerbeämter eingeleitet."

Bei den anstehenden Weihnachtsmärkten gelten die Hygienevorgaben genauso wie bei den übrigen Straßen- und Vereinsfesten. "Das Ergebnis der entsprechenden Kontrollen war bisher insgesamt positiv", erklärt Ludwig. "Nur vereinzelt musste hinsichtlich der für den Gesundheitsschutz wichtigen Handwaschvorrichtungen mit Warmwasserzufuhr sowie Flüssigseife auf behördlichen Hinweis nachgebessert werden." Seit 2009 habe die Behörde inzwischen über 3000 ehrenamtliche Helfer von Straßen- und Vereinsfesten geschult.

Namen von Gaststätten werden den Medien nicht mitgeteilt

Zuständigkeiten: Das Landratsamt Göppingen ist seit dem ersten Sonderbehörden-Eingliederungsgesetz 1995 für die Lebensmittelüberwachung im Kreis Göppingen zuständig. Diese lag vormals bei den Bürgermeisterämtern. Die Zuständigkeiten des Wirtschaftskontrolldienstes (WKD) gingen 2005 auf die Landratsämter und Großen Kreisstädte über.

Veröffentlichung: Gaststätten, die vorübergehend aus Hygienemängeln geschlossen werden, dürfe das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landratsamt Göppingen aus rechtlichen und insbesondere aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht konkret benennen beziehungsweise die Namen der Gaststätten in der Presse veröffentlichen. Das teilt Stephan Ludwig vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landratsamt Göppingen mit.

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