Holzbau statt Container: Neubau für TSV Adelberg-Oberkerken

Der TSV Adelberg-Oberberken muss sich seit 15 Jahren mit Umkleidekabinen und Sanitäranlagen in Containern arrangieren. Die Planungen für den lang ersehnten Neubau stehen jetzt.

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Ingo Blumhardt wirft einen inspizierenden Blick ins Provisorium. Duschen, Waschbecken, Toiletten und Kabinen sind eine Übergangslösung, die seit 20 Jahren besteht. Die Containerlösung ist sichtlich in die Jahre gekommen.  Foto: 

Der grau gesprenkelte Boden ist an manchen Stellen aufgequollen. Wie Wunden klaffen die Ränder des PVCs auseinander. Im Inneren schimmelt und fault es, braune Flecken zieren den Boden vor den Duschen. Außen rostet das Metall der weißen Container. Und in der tristen Umkleidekabine ganz rechts im Containerarrangement verstärken nackte Rohre das Bild des Provisoriums.

Ein Provisorium, das nun bereits seit über 20 Jahren, seit 1996, im Sportpark Jauchert seitlich der Schorndorfer Straße in Adelberg steht. „Wir brauchen vor allem für die Fußballabteilung eine Lösung. Sonst laufen uns alle weg“, mahnt der erste Vorsitzende des TSV, Ingo Blumhardt. Seit langem wünscht sich der Verein einen Neubau, der dem Sportpark angemessen ist.

Vor allem für die DFB-Spiele, die immer wieder im Sportpark stattfinden, sei eine schnelle Lösung wichtig. „Der DFB hat schon angekündigt, hier keine Spiele mehr zu machen, wenn sich nichts ändert“, so Blumhardt. Für bis zu 100 Sportler, die sich zum Beispiel für ein Turnier am Platz versammeln, gab es bislang nur zwei Toiletten.

Seit Jahren stehen die groben Pläne für den Neubau des Sanitär- und Umkleidegebäudes. Auch eine neue Sporthalle ist in der Nähe des Sportparks geplant. Bisher fehlte das Geld.

Nun nimmt zumindest ersteres Projekt konkrete Züge an. Im März stellte der Verein die aktuelle Kostenkalkulation vor. Statt wie zunächst kalkuliert mit 440 000 Euro, rechnet man beim TSV nun mit deutlich niedrigeren Kosten von etwa 250 000 Euro. Das liege an gesunkenen Preisen für die Handwerke sowie an viel einkalkulierter Eigenleistung. Die Bereitschaft mitzuhelfen sei im Verein groß. Vor allem, seitdem die Vorstandschaft neu aufgestellt wurde, sei der Zusammenhalt im Verein „so stark wie noch nie“, sagt Blumhardt.

Auch die Gemeinde gibt einen Zuschuss. 25 000 Euro wurden dem Verein, der die Kosten ansonsten alleine stemmt, zugesichert. Möglicherweise gebe es im folgenden Jahr noch mehr Geld. Private Spenden sollen das Projekt zusätzlich tragen. Auch mit der Stadt Schorndorf wolle Blumhardt sprechen und wegen eines Zuschusses anfragen. Etwa ein Drittel aller 750 Mitglieder des Vereins stammen aus dem Schorndorfer Ortsteil Oberberken.

Luxuriös werde auch der Neubau nicht, sagt Ingo Blumhardt. Man verzichte bewusst auf Luxus, das neue Gebäude soll funktional werden. Ein Holz-Fertigbau nach neusten Energiestandards soll künftig zwischen Fußballplatz und Parkplatz stehen. Drei Umkleidekabinen, zwei für die Heim-Mannschaften und eine für die Gastmannschaft, wird es geben. Außerdem Sanitäranlagen, getrennte Toiletten sowie ein Materiallager. Auf etwa 120 Quadratmetern wird sich das neue Gebäude erstrecken. Das entspricht ungefähr der Fläche der jetzigen Containerlösung.

Nächstes Jahr soll mit dem Bau begonnen werden. Dieses Jahr beschäftigen sich der Verein und die Gemeinde mit der Genehmigungsplanung. Im Januar wurde bereits die Änderung des Bebauungsplans im Gemeinderat beschlossen. Mit etwa einem halben Jahr Bauzeit rechne man, schätzt Blumhardt.

Bebauungsplan Der Adelberger Gemeinderat hatte in seiner Sitzung im Januar die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes für das Sportgelände Jauchert beschlossen. „Damit haben wir die Grundlagen für ein wichtiges Projekt geschaffen, weil es den Verein schon ganz lang umtreibt“, sagte Bürgermeisterin Carmen Marquardt.

Vorhaben Das Vorhaben war schwierig zu realisieren, da der gültige Bebauungs- und Grünordnungsplan aus dem Jahr 2001 für diesen Bereich kein Baufenster vorsah, weshalb nur eine Containerlösung in Frage kam. Auch die Kostenfrage stand dem Projekt im Weg.

Halle Weiteres Projekt: Nachdem die TSV-Halle mittlerweile rund 100 Jahre alt ist, soll diese ersetzt werden. Ob durch eine Mehrzweck- oder eine reine Turn- und Sporthalle,  ist noch unklar. krib

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