Hobbyköche versorgen Orchestermusiker mit Essen

Ran den Herd: Zum zweiten Mal sorgt das Team von fünf ehrenamtlichen Hobbyköchen dafür, dass die Musiker des Sommerfestivals-Orchesters bei den Proben in der Bürenhalle nicht verstimmt sind.

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Ich packe meinen Koffer und nehme mit: leckere Rezepte, Ideen sowie Lust und Laune am Kochen. Alle Jahre wieder im Sommer ist es soweit. Dann treffen sich an drei Tagen zahlreiche Musiker aus allen Himmelsrichtungen in der Bürenhalle in Wäschenbeuren, um für das Abschlusskonzert des Sommerfestivals auf Schloss Filseck zu proben. Ganz egal, ob Cello, Geige oder Klavier, für die Musiker bedeutet dies konzentrierte Arbeit, und wer arbeitet, muss bekanntlich auch essen.

Ob die Musiker aufgrund des effektvollen Dirigentenstabs von Gerald Buß besondere Nervennahrung brauchen, das will Karl-Heinz Thormann nicht verraten. Aber lecker schmecken sollte es auf jeden Fall. Dass es dies auch tut, wurde dem Göppinger Dekan, seiner Frau Claudia, dem Ehepaar Gerhard und Beate Kranich sowie Ursula Hinderer offenbar schon während ihrer letztjährigen Findungsphase mehrfach bestätigt. Mit dem Kochen verhalte es sich wie mit der Musik. Wer die nicht kennt, weiß auch nicht, was falsch gespielt wurde, so Karl-Heinz Thormann.

2014 übernahm das Quintett erstmals seinen freiwilligen Kochdienst. Von 1995 bis 2012 stand die inzwischen verstorbene Barbara Rau am Herd, 2007 kam das Ehepaar Eva und Eckhardt Friedrich hinzu und blieb bis 2013. Also suchte Festivalleiter Gerald Buß einen adäquaten Ersatz, und weil der Kirchenmusikdirektor buchstäblich Gott und die Welt kennt, fiel seine Wahl schnell auf Karl-Heinz Thormann.

Der ehemalige Leiter der Einrichtung Linde und Organisator der Vesperkirche wiederum wusste schnell, wer gut ins Team passt. Er sollte Recht behalten. "Wir verstehen uns blendend, haben viel Spaß, kochen alle leidenschaftlich gern und arbeiten Hand in Hand zusammen", bestätigt das Quintett unisono. Erst kurz vor den Proben erfahren sie, wie viele Personen sie verköstigen müssen - und wie umfangreich die Liste der gesammelten Nahrungsmittel-Empfindlichkeiten oder Unverträglichkeiten ist, verrät Karl-Heinz Thormann augenzwinkernd. Unter den 60 und 100 Personen gebe es immer mehr Vegetarier und Veganer.

Bei einem Treffen vorab wird der Menü-Plan besprochen, der sich auch ein wenig nach dem Inventar der Küche in der Bürenhalle richtet. "Mit den riesigen Töpfen kann es mitunter schon mal recht eng auf dem Herd werden, da müssen wir oft zaubern", verrät Beate Kranich. Wegen mangelnder Warmhaltemöglichkeiten bedarf es einer exakten Planung, was zu welcher Zeit gebraucht wird.

Fehlt es an Töpfen, Kelle oder Sieb, hat sich die CVJM-Küche als zuverlässiges Haushaltswaren-Leihhaus herauskristallisiert. Nichtsdestotrotz sind die Leihköche, die zum "VG-Tarif" (Vergelt's Gott) arbeiten, der Gemeinde Wäschenbeuren für die Küchenbenützung der Bürenhalle sehr dankbar. Denn wo sonst dürften sich die Musiker und Chöre auf ein reichhaltiges Frühstück, Kaffee und Kuchen sowie Mittagessen wie Schinkennudeln mit Tomatensauce oder Schweinegeschnetzeltes mit selbstgemachten Serviettenknödeln und Sherry-Rahmsauce freuen.

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