Sperrung der Gruibinger Ortsdurchfahrt sorgt für Ärger

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Sieht harmlos aus: Ein einzelnes Auto fährt aus Gruibingen heraus, während der Verkehr auf der Autobahn rollt. Aber es gibt massive Begleiterscheinungen der Straßensperrung.  Foto: 

Seit die Ortsdurchfahrt wegen einer umfassenden Belagssanierung gesperrt ist, schleichen sich Autofahrer durch Gruibingen. Nicht nur Ortskundige: „Die versuchen sich durchzuwursteln“, sagt Bürgermeister Roland Schweikert. Und weil sie sich nicht auskennen, verfranzen sie sich im winkeligen Gruibingen. „Die fahren alle Straßen aus und kommen aus allen Löchern raus“, hat Heinz Schopp beobachtet. „Da fährt einer vornedraus und die anderen hinterher.“

Weniger überraschend: Auch Lkw versuchen auf Teufel komm raus durch Gruibingen zu kommen. Ein Sattelzug habe bereits eine ganze Wendeplatte ramponiert, berichtete Jürgen Zimmermann. „Rabatte kaputt, Äste runtergerissen, da liegen bestimmt drei Laternen rum.“ Es seien bestimmt schon 20 Lkw wieder rausgelotst worden, schätzt Schweikert. Er sieht das Verkehrsgeschehen vom Rathaus aus, einmal sei er gar nicht mehr vom Fenster weggekommen. Da fahre ein Autotransporter in die Baustelle rein, bis an die Fräsmaschine, und müsse doch rückwärts wieder raus. „Die fahren bis ans Loch“, bestätigt Bötzel. Schweikerts Einschätzung: „Die kriegen wir nicht weg.“

Vielleicht doch? „Die können nicht lesen“, klärt ein Gruibinger Bürger auf, der selber Fernfahrer war. Man solle ihnen Schilder auf Englisch hinzustellen. Eins schon am Kreisel bei Mühlhausen, eins vor Gruibingen, vor der letzten Wendemöglichkeit. Zimmermann würde gleich beim alten Kodak-Gelände halbseitig sperren. Auch aus der Gegenrichtung solle man den Brummis Hilfestellung geben, sagt Bötzel. Dass sie im Gewerbegebiet wenden können. Hans Straub sieht auch ein Manko an der Zufahrt aus Bad Boll. Da stehe das Schild hinter der Silberpappel, dort könne man nicht mehr umdrehen.

„Die Schilder am Ortseingang müssen größer sein“, fordert Heinz Schopp. „Die Leute sehen das teilweise nicht.“  Sie beachten es nicht, meint der Schultes achselzuckend. Hannes Ströhle würde nachhelfen: Blinklichter auf die Schilder setzen.

Wenn die Autobahn zu ist: Die Autobahnpolizei soll raus, fordert Heinz Schopp, „die kriegen’s mit“. Das sei so auch schon geschehen. Nur seien die unterbesetzt, sagt Tobias Esslinger. Wenn ein Einsatz komme, seien die weg. Schopp: „Es geht bloß drum, dass einer dasteht.“ Aber wie kriege man den her? fragt der Schultes. Das Polizeirevier Deggingen gebe es doch auch, sagt Schopp.

Ein Anwohner würde sich glatt anbieten, Posten zu stehen. Nur könne die Gemeinde niemanden zum Verkehrspolizisten ernennen, bedauert der Schultes. Man brauche einfach auch eine massive Abschrankung, fordert Bötzel. „Das Loch muss erkennbar zu sein.“ Für Bernd Lebender ist die Sache klar: Entweder müsse das Landratsamt eine vernünftige Umleitung ausarbeiten oder es müsse Personal her zum Stoppen.

Die Befürchtung bleibt: Was man draußen halten wolle, sei Wunschdenken. „Es hält sich keiner dran“, klagt Bötzel. Und was mache man mit denen, die drin sind, vielleicht von ihrem Navi reingelotst? Schweikert schlägt vor, den Weg auszuschildern. Die Mehrheit des Gemeinderats nickt. Jürgen Zimmermann schüttelt den Kopf. „Wir machen ein Durchfahrtsverbot und leiten ihn dann durch den Flecken.“  Anmerkung von Hans Straub: „Vielleicht sollte man blitzen. Wir haben Tempo 30 im Ort.“

Probleme Die gesperrte Ortsdurchfahrt macht auch Leuten Probleme, die nach Gruibingen in den Ort wollen. Hans-Dieter Bötzel berichtete, dass ihn  Kunden aus Wiesensteig und Mühlhausen fragen: „Wie komm ich zu euch?“ Hannes Ströhle bestätigt: Er sei das schon oft gefragt worden, auch von Kurgästen aus Bad Ditzenbach.

Mischung Wer schleicht durch Gruibingen? Ein gemischter Verkehr: Sowohl Leute aus dem Kreis als auch auswärtige, sagt der Schultes.

Entscheidung  Was aus den Wünschen des Gemeinderats zur Verkehrslenkung wird, liegt bei der Verkehrsbehörde im Landratsamt.

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