Heininger Hallendiskussion kocht hoch

Wohl kaum ein Thema wird derzeit in Heiningen so kontrovers diskutiert, wie die Frage, wo und wie eine Sporthalle gebaut werden soll. Jetzt wurde die Frage im Gemeinderat erneut emotional besprochen.

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Eine gemeinsame Sporthalle mit Eschenbach oder doch eine eigene Lösung neben der Voralbhalle? Heiningen will sich derzeit jede Möglichkeit offen halten und verfolgt beide Optionen parallel.  Foto: 

Volle Belegungspläne, kaum freie Kapazitäten - die Voralbhalle ist unbestritten sehr gut ausgebucht. Deshalb werden dringend weitere Trainingsmöglichkeiten für die Sportler der Voralbgemeinde benötigt. Wo und wie die gebaut werden soll, wer sich daran beteiligen könnte und wie die Finanzierung realisiert werden kann - viele Fragen sind offen und werden seit Monaten öffentlich und nichtöffentlich diskutiert - auch in Eschenbach, das eine Mehrzweckhalle beim Kreisverkehr anstrebt und die gerne als Verbandsaufgabe gemeinsam mit Heiningen realisieren will.

Grundsätzlich sagen die Heininger dazu ja, allerdings nur bis zu einer Beteiligung an den Kosten von maximal 800.000 Euro. Dass indes Bürgermeister Norbert Aufrecht parallel sehr konkret in die Planungen für eine eigene Halle in Heiningen geht und darüber bereits in der Hauptversammlung des TSV laut nachdachte, erregte Unmut. "Ich habe mit Ihrer Vorgehensweise ein Problem", stellte Kirsten Lorenz (Frauenliste) fest. "Ich lese von den Plänen im Blättle.

Sie haben dem Verein den Mund wässrig gemacht und wecken Begehrlichkeiten." Was nicht nur sie und ihre Fraktionskollegin Claudia Schlürmann - sie sprach von "Zumutungen für das Gremium" - auf die Palme brachte, war ein ganz aktueller Umstand, der sich erst Ende vergangener Woche ergeben hatte. Zufällig war Verbandsbaumeister Reiner Reule auf ein Unternehmen gestoßen, das die "Hülle" für eine Halle zum Preis von 350 000 Euro bauen könnte. Hinzu kämen der Innenausbau mit Boden, Beleuchtung, Heizung und Prellwänden. "Diesen Preis hatten wir noch nie auf dem Tisch", begeisterte sich der Rathauschef. Und deshalb wolle er "beide Projekte parallel entwickeln".

Auch die Christdemokraten waren nicht angetan - wenn auch aus anderen Gründen. "Gibt es eine Lösung in Heiningen, die das größte Heininger Bedürfnis befriedigen kann?", fragte Matthias Kreuzinger. Eine Verbandslösung kommt für ihn nur in Frage, "wenn beide Partner etwas davon haben". In einer gemeinsamen Halle in Eschenbach sieht er aber "keinen Mehrgewinn für Heiningen" und strebt deshalb eine rein Heininger Lösung an. Aufrecht dagegen will auf jeden Fall beide Vorhaben "bis zur Planungsreife weiter verfolgen". Sollte sich Heiningen an der Eschenbacher Halle beteiligen, müsste eine Lösung für den gemeinsamen Musikverein gefunden werden. Die Nachbarkommune müsste eines der beiden Freisportfelder, das Heiningen für eine weitere Halle bei der Voralbhalle vorgesehenen hat, kostenlos überlassen.

Am Ende der emotionalen Diskussion, in der der Rathauschef seinen Standpunkt vehement verteidigte und mehrfach darauf verwies, dass es sich lediglich um Planungen handle, wurde im jeden strittigen Punkt einzeln abgestimmt. Demnach wird sich die Kommune mit 30 Prozent, maximal aber 800 000 Euro an einer Halle in Eschenbach beteiligen. Parallel wird weiter untersucht, was eine weitere Halle bei der Voralbhalle im Endeffekt kosten würde. Hier will der Schultes nach weiteren Partnern in den Nachbarkommunen suchen, will aber noch keine Namen nennen. Als letzter Punkt angesichts der aktuellen finanziellen Situation der beiden Gemeinden wurde einstimmig beschlossen, die Projekte nur dann anzugehen, wenn sie auch tatsächlich finanziert werden können.

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