Heiningen bekommt neuen Ortskern

Heiningen blickt einer düsteren Zukunft entgegen: Immer mehr Menschen zieht es in die Städte. Diesen Trend will sich die Gemeinde mit einer schöneren Ortsmitte entgegenstellen. Das Konzept dafür ist fertig.

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Die Planer machen sich das Auf und Ab in Heiningen zunutze und unterstreichen mit Mauern und Treppen die Höhenunterschiede. Das Rathaus im Bild soll in der neuen Ortsmitte besser zur Geltung kommen. Foto: Staufenpress

Die Gemeinde Heiningen will in den kommenden Jahren ihr Erscheinungsbild deutlich verändern. Die Bürgervertreter haben am Montag in einer Sondersitzung ein Konzept ausgewählt, das dem Ortskern schrittweise ein neues Gesicht geben soll. "Es geht darum, Heiningen so attraktiv wie möglich für die Zukunft zu gestalten", erinnerte Bürgermeister Norbert Aufrecht vor der Abstimmung. Die anwesenden Räte entschieden sich alle für den Entwurf der Architekten und Städteplaner Zoll aus Stuttgart. Außer ihnen hatten zwei weitere Büros Vorschläge für eine neue Heininger Ortsmitte ausgearbeitet und sich um den Auftrag beworben.

Der Gemeinderat folgte mit seiner Entscheidung der Empfehlung einer Jury. Diese hatte in den vergangenen Monaten die drei Entwürfe unter die Lupe genommen und am Ende die Arbeit der Stuttgarter Architekten und Planer ausgewählt. "Sie entwickelten ein Konzept, das unseren Vorstellungen am nächsten kam", sagte Jury-Sprecher Wolfgang Kuhn. Der Entwurf lasse sich in Abschnitten umsetzen, die für sich stehen können, am Ende aber ein einheitliches Bild ergeben. Dieser Vorteil hat dem Büro Zoll Pluspunkte eingebracht, denn die neue Gestaltung der Ortsmitte hängt nicht zuletzt vom Geld ab.

Die Stuttgarter Architekten und Planer haben in ihrem Vorschlag mehrere Probleme gelöst. Anstelle die Höhenunterschiede rund um das Rathaus auszugleichen, heben sie diese Besonderheit Heiningens durch Mauern und Treppen hervor. Die Akzente aus Natursteinen und Beton sollen aber nicht nur die Form des Geländes unterstreichen, sondern auch den Blick auf markante Gebäude wie die "Alte Schule" lenken.

Die Planer wollen außerdem dem starken Verkehr auf der Hauptstraße den Wind aus den Segeln nehmen. Autofahrer sollen erkennen, dass sie den Ortskern erreichen und von alleine das Tempo drosseln. Diesen Effekt wollen die Architekten durch ein Tor aus Bäumen, Zebrastreifen sowie einen anderer Straßenbelag erreichen. Die Gemeinde hofft zudem, einen Abschnitt der Hauptstraße in eine Tempo-30-Zone verwandeln zu können.

Die Verkehrsader durch Heiningen soll in dem Entwurf zumindest in der Ortskern ihren Schrecken verlieren und den Ort nicht mehr so auffällig teilen. "Wir wollen den westlichen und östliche Bereich neben der Hauptstraße miteinander vernähen", sagte der Architekt Peter Zoll. Ein neuer Marktplatz zwischen Dorfplatz und der Straße sowie freie Flächen und ein Spielplatz neben dem Katzenbach sollen mehr Raum für das öffentliche Leben bieten und Menschen ins Zentrum locken.

Der Entwurf spielt eine wichtige Rolle für Heiningens Zukunft . "Die Landflucht findet statt", warnte Bürgermeister Norbert Aufrecht die Gemeinderäte. Viele junge Menschen ziehe es in die Städte, weil es dort eine bessere Infrastruktur und Jobs gebe. Diesem Trend müsse die Gemeinde entgegenwirken. "Alle Gemeinden im Kreis stellen sich der Herausforderung", sagte das Ortsoberhaupt. Trotz Geldmangels müsse sich Heiningen daran machen, Schritt für Schritt für einen schöneren Ortskern zu sorgen. "Ich möchte später nicht hören, dass wir das nicht gemacht haben", sagte Norbert Aufrecht.

Räte halfen Planern

Kenntnisse von Einwohnern flossen in die Entwürfe ein. Jeweils zwei Gemeinderäte haben die drei Planungsgruppen bei ihrer Arbeit beraten. Zuvor hatte der Gemeinderat die wichtigsten Aufgaben einer neuen Ortsmitte formuliert.

Der Jury beim Wettbewerb zur Heininger Dorfmitte gehörten fünf Mitglieder des Gemeinderats, Bürgermeister Norbert Aufrecht sowie Vertreter der Gesellschaft Stadtentwicklung (STEG) aus Stuttgart an.

Bürger sollen am Montag, 5. November, mehr über das Konzept für die neue Ortsmitte erfahren. Die Verwaltung erklärt Interessierten ab 19 Uhr im Ökumenischen Gemeindehaus den Entwurf und beantwortet ihre Fragen.

 

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