Hangrutschung im Bad Boller Wald wird beseitigt

Seit Ende Juli ist das Kaltenwangsträßle im Wald von Bad Boll durch einen Hangrutsch blockiert. Noch vom vorletzten Winter liegt dort Holz. Jetzt wird der Weg wieder aufgebaut - mit neuem System.

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Neue Gräben braucht das Kaltenwangsträßle am Albtrauf bei Bad Boll: Nach den Hangrutschungen im vergangenen Juli lässt Förster Gerspacher Drainagen verlegen. Der Waldweg wird mit einigem Aufwand instandgesetzt.  Foto: 

Das Hagelunwetter im vergangenen Juli war nur noch der Draufguss auf ein bereits geknacktes Entwässerungsystem am Bad Boller Albtrauf. Heftige Regenfälle über Tage hatten das Kaltenwangsträßle an einer abgelegenen Ecke Richtung Teufelsloch unterspült. Der Weg brach förmlich auseinander, Spalten wie im Gletscher taten sich auf. Von oben rutschte Erde nach und türmte sich auf dem Weg.

Jetzt wird er gerichtet. Vom Land gibts Zuschüsse, weil die Reparatur auch Hochwassersicherung ist, sagt Förster Martin Gerspacher. 70 Prozent trägt der Staat, den Rest die Gemeinde. Die Baukosten liegen immerhin bei 30 000 Euro.

Eilig war die Reparatur nicht, sagt der Förster. Für Freizeit und Tourismus sei der Weg nicht wichtig, er endet in einer Sackgasse. Für die Forstwirtschaft allerdings schon. Noch vom Winter zuvor lagern im abgeschnittenen Teil Polter für die Holzindustrie. Sie gehen an Parketthersteller und Zellstoffproduzenten. Gedrängt haben die Abnehmer noch nicht. Die würden das Holz sowieso ein Jahr lagern. Aber der Förster ist froh, wenn das mal erledigt ist.

Das Wetter funkte dazwischen. Schon vor zwei Wochen hatte die Reparatur begonnen, musste dann aber wegen Nässe unterbrochen werden. Vierachsige Laster müssen Rüttelschotter heraufkarren. Bei Regen wird das eine Schlammschlacht. "Da könnten wir an der Baustelle überhaupt nicht arbeiten", verdeutlicht Gerspacher ab.

Mittlerweile ist das geschafft. Ein großer Bagger thront auf einer dicken Schicht Steine. Die Trasse ist großenteils grob planiert, die Böschung Richtung Teufelsloch frisch aufgeschüttet. Nur zeigen sich dort schon wieder Rutschungen. "Da müssen wir noch nacharbeiten", sagt Gerspacher achselzuckend.

Das System von Gräben und Dolen, das im letzten Juli gesprengt wurde, wird aufgegeben. "Wir haben den Weg an den Hang herangelegt", erläutert der Förster. Drainagerohre unter der Hangkante sollen das Wasser fassen und ableiten. Es sind poröse Schläuche, über Löcher nehmen sie das Wasser auf.

Für die Feinarbeit gibts einen kleinen Bagger. Simon Lang dirigiert den Baggerlöffel in einen Graben, der drei Meter tief hinabreicht. Er muss bis auf den Tonschiefer graben, damit die Schläuche festen Boden haben. Die Schicht darüber ist weich und wasserdurchlässig. "Braunjura, Personatensandstein," sagt Gerspacher und zeigt auf Steinblöcke am Steilhang, die von Wind und Wetter angefressen sind. Achten muss der Baggerführer auf das nötige Gefälle der Drainage. Zwei Prozent müssen es sein. Teils orientiert er sich am ablaufendem Wasser im Graben, teils arbeitet er mit Nivelliergerät.

Auf volle 120 Metern wird die Trasse neu angelegt. Der Weg muss noch ein Dachprofil erhalten, damit das Wasser nach beiden Seiten ablaufen kann. Bis Ende nächster Woche sollte das geschafft sein, schätzt Gerspacher. Dann ist der Schaden vom letzten Juli Vergangenheit - der Holztransport kann wieder rollen.

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