Haltepunkt großes Thema

Rund 100 Merklinger Bürger kamen am Sonntag zum Infomobil der Bahn. Auch ein möglicher Haltepunkt bei Merklingen war dabei Thema.

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Auch per Monitor informierte die Bahn in Merklingen über den Bau der neuen ICE-Trasse. Foto: Brigitte Scheiffele

Gut besucht war am Sonntag die rollende Ausstellung der Bahn mit Monitorstationen und audiovisuellem Angebot zu den wichtigsten Aspekten der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm. Rund 100 Merklinger wollten Genaueres wissen. Thema war auch das umstrittene Bauprojekt "Stuttgart 21", stark wurden die Gespräche aber von einem möglichen Haltepunkt in Merklingen geprägt. "In eine Schnellbahntrasse dürfen keine Weichen für einen Regionalzug eingebaut werden", hieß es da beispielsweise von einem Bürger, der an die Unglücksursache von Eschede erinnerte. "Das darf nicht sein, die Unfallgefahr ist viel zu groß", sagte er.

Ob die Albgemeinde einmal einen Bahnhalt haben wird, ist ungeklärt. Doch darüber, dass dieser Haltepunkt nicht "Laichinger Alb" heißen dürfe, darin waren sich die Besucher einig. Er liege schließlich in Merklingen.

Überwiegend positiv wurde der Ausbau der Schnellbahntrasse nach Ulm gesehen. Fred Froböse, Mitarbeiter des Turmforums Bahnprojekt Stuttgart-Ulm, bestätigte großes Interesse und überwiegend befürwortende Reaktionen, insbesondere wegen der Zeitersparnis bei der Fahrt nach Stuttgart und zurück. Beinahe polemisch reagierte ein Besucher auf die Nachfrage einer Bürgerin zu den Auswirkungen auf die Natur: "Wir sind ein Wirtschaftsstaat und können doch nicht zurück zur Schöpfung", ereiferte sich der Mann. Dass sich das durch die Sprengungen bewegte Gestein mitunter verändern und neue, nicht berechenbare Erdbewegungen mit sich bringen könne, wurde mit einem Schulterzucken hingenommen.

Froböse versuchte die Gemüter zu beruhigen: Der Mutterboden werde gesondert gelagert, um die Baustellen später zu rekultivieren. Der Wald entlang der Autobahn werde wieder aufgeforstet, in einigen Jahren soll von den Baumaßnahmen nichts mehr zu sehen sein.

Landwirte, die sich darum sorgten, ob sie mit ihren Traktoren von Äckern jenseits der Autobahn zu den Feldern diesseits gelangen können, versuchte Froböse genauso zu beruhigen wie Bürger, die sich wegen der Schäden durch den Baustellenverkehr Sorgen machen. So ganz gelang ihm dies allerdings nicht. "Bei Schäden, gleich welcher Art, sind die Bürger in der Beweispflicht. Da fragt man sich, auf was wir alles aufzupassen haben", meinte ein Mann.

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