Hämmern mit dem Schultes

Im Bad Boller Blumhardt-Kindergarten gabs fleißige Handwerker zu sehen. Ab sofort können Kinder im neuen Werkstatthaus hämmern und sägen.

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Auch der Schultes packt an: Hans-Rudi Bührle nahm mit den Kindern das Werkstatthaus des Boller Theophil-Blumhardt-Kindergartens in Betrieb.  Foto: 

Große Aufregung herrschte im Hof des Theophil-Blumhardt-Kindergartens in Bad Boll. Sehnsüchtig warteten die kleinen "Großen" auf die Eröffnung der neuen Kinderwerkstatt, zu der auch Bürgermeister Hans-Rudi Bührle und einige Gemeinderatsmitglieder kamen. "Ja, und wer hat jetzt den Schlüssel?", will der Schultes von den Jungen und Mädchen wissen. Bei rund anderthalb Jahren Wartezeit kommt es auf ein paar Minuten mehr oder weniger wohl auch nicht darauf an, dachten sich bestimmt die angehenden Handwerker und versteckten den Schlüssel in einer Holzkiste und Plastikbox.

Doch das Gemeindeoberhaupt bewies gleichermaßen Geduld und Geschick und kaum war die Türe offen, stürmten die Kinder in den Raum und griffen sich gleich Hammer und Nagel. So wie Charlotte: "Zuhause habe ich meinem Papa geholfen einen Schrank zu bauen. Da sind jetzt meine Ballettsachen drin", verrät die Fünfjährige, die im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester Franka nicht nur am Spitzentanz, sondern auch am rustikalen Handwerk großen Spaß hat. Mit der Werkstatt ging ein lang gehegter Wunsch der Kinder in Erfüllung, denn der Werkraum im Keller des Kindergartens war längst viel zu klein geworden. Mittlerweile sind es um die 90 Jungen und Mädchen, davon kommen etwa zwei Drittel altersmäßig in Frage. "Die größeren Kinder können sich hier in dem Werkstatthaus nach Lust und Laune unter Aufsicht betätigen. Es gibt hier höhenverstellbare Werkbänke und die dazu benötigte Ausrüstung, um nicht nur die handwerklichen Fähigkeiten, sondern auch die Kreativität und Fantasie zu stärken und zu fördern. Das war die Idee der Erzieherinnen und dem sind wir gerne gefolgt", sagte Hans-Rudi Bührle.

Da das Fundament des in die Jahre gekommenen Hauptgebäudes, in dem sich die beiden Einrichtungen Theophil-Blumhardt-Kindergarten und Bollerbü befinden, nicht mehr tragfähig war, wurde Mitte 2013 mit den umfassenden Sanierungs- und Hochbauarbeiten begonnen. Unter anderem wurde auch die alte Gasheizung in eine moderne Holzpellets-Heizung erneuert. Für alle Bau- und Sanierungsmaßnahmen nahm die Gemeinde rund 300 000 Euro in die Hand, wobei die lichtdurchflutete weiß-blaue "Zweigstelle" allein mit etwa 40 000 zu Buche schlägt. Bewusst wurde dort auf den Einbau einer Heizung verzichtet, dafür großen Wert auf eine gute Isolierung gelegt.

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