Gute Träume - schlechte Träume

Die Viertklässler der Gosbacher Grundschule haben selbst ein Buch mit Traumgeschichten gedruckt - aber nicht am Computer, sondern so, wie es Johannes Gutenberg vor 600 Jahren erfunden hat.

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Nach getaner Arbeit dürfen die Zisch-Schüler zu Recht stolz auf ihre selbst gedruckten Bücher mit den Traumgeschichten sein.

Im Keller unserer Schule ist eine alte Druckerei eingerichtet, die im Werkstatt-Unterricht genutzt wird. Wir Viertklässler haben uns entschieden, selber ein Buch zu drucken. Von jedem Kind stehen eine Traumgeschichte und ein dazu passendes Bild in diesem Buch. Der Titel des Buches heißt: Gute Träume - schlechte Träume. Unsere Drucklehrerin Susanne Schmauz hat uns gezeigt, wie mühsam die Arbeit der Drucker in früheren Zeiten war, als es natürlich noch keine Computer gab.

In unserer Schuldruckerei haben wir verschiedene Schriften: große und kleine, Zierschriften und ganz strenge Schriften. Die Buchstaben, die man Lettern nennt, stehen nach dem Abc geordnet in Holzschubladen. Für unser Traumbuch mussten wir kleine Schriften wählen, weil wir von den großen Schriften nicht genügend Lettern für längere Texte haben.

Die Lettern werden in einen Metallrahmen hineingesetzt, der auf einem Brettchen steht. Das Setzen der einzelnen Buchstaben ist gar nicht so leicht, weil man sie wie auf einem Stempel spiegelverkehrt sieht. Nach jedem Wort muss man einen kleinen Wortabstand einfügen, der nicht ganz so hoch ist wie die Buchstaben und deshalb später keine Farbe abbekommt. Mit einem Spiegel konnten wir immer wieder kontrollieren, ob alles richtig war.

Am Metallrahmen sind Schrauben angebracht. Wenn man diese Schrauben anzieht, drückt es den gesetzten Text fest zusammen. Das ist sehr wichtig, weil die Lettern nicht aus dem Rahmen fallen dürfen, wenn man ihn vom Brettchen auf die Druckerpresse schiebt.

Das Abdrucken der Texte hat uns am meisten Spaß gemacht. Es geht so: Ein kleiner Klecks von schwarzer Linoldruckfarbe wird auf einem glatten Marmorstein mit einer Gummiwalze ganz fein ausgewalzt. Mit dieser Farbwalze werden die Buchstaben des Textes gleichmäßig eingefärbt.

Jetzt legt man ein Blatt Papier auf den eingefärbten Text. Wir haben uns buntes Papier ausgesucht. Nun schiebt man die große Gummirolle der Druckerpresse über das Papier. Dazu braucht man viel Kraft. Das Blatt wird dabei fest auf die Buchstaben gedrückt. Wenn man das Papier vorsichtig abzieht, verschmiert nichts und der Abdruck wird sauber. Zum Trocknen legten wir die Blätter auf ein Regal. Über Nacht trocknete der Text.

Diesen Vorgang wiederholten wir 18-mal, so viele Bücher wollten wir drucken. Ungefähr eine halbe Stunde dauerte das für eine Geschichte. An der Rollenpresse arbeiteten wir immer zu dritt. Einer walzte ein, der andere legte mit sauberen Händen das Papier auf und schob die schwere Rolle darüber. Der Dritte hob das Blatt ab und legte es ins Regal.

Als alle Texte gedruckt waren, musste man die Lettern säubern und wieder geordnet in die Holzschubladen stecken. Diese Arbeit fanden einige von uns nicht so spaßig.

Auch die Bilder sind handgedruckt. Jedes Kind hat zu seiner Traumgeschichte auch ein passendes Bild gedruckt. Zuerst haben wir einen Entwurf auf ein Blatt Papier gezeichnet. Danach übertrugen wir den Entwurf auf dünne Styroporplatten. Mit Bleistift drückten wir die Zeichnung ins Styropor ein. Jede Linie war eine Vertiefung. Wir durften uns die Papier- und die Druckfarbe aussuchen. Für jeden Abdruck mussten wir die Styroporplatte mit der Farbwalze einfärben. Die eingeritzten Linien bekamen beim Einwalzen keine Farbe ab, weil sie ja tiefer waren. Sie erschienen dann in der Farbe des Papiers.

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