Gut besuchte Ostergottesdienste in den Kirchen im Landkreis

Im Zeichen des Lichts und der Hoffnung standen die Gottesdienste an Ostern. In zahlreichen katholischen und evangelischen Gemeinden waren die Gottesdienste zum höchsten kirchlichen Fest gut besucht.

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In der Stiftskirche Bad Boll und in vielen Gemeinden im Landkreis wurden Osternachtsgottesdienste gefeiert.  Foto: 

In den 34 Gemeinden des evangelischen Kirchenbezirks Göppingen wurde eine Fülle von Gottesdiensten gefeiert. Viele Gottesdienste begannen bereits in der Osternacht, andere fanden als Auferstehungsfeiern auf den Friedhöfen statt. Da hieß es für die Gläubigen früh aufzustehen. In vielen Kirchen gestalteten Kirchenchöre oder Posaunenchöre den Gottesdienst mit.

Für den evangelischen Dekan Rolf Ulmer ist Ostern ein Hoffnungsfest, das die Welt bitter nötig hat. Angesichts der Todesmächte Terror und Bürgerkrieg geht es seiner Meinung nach darum, dass die Hoffnung auf Leben gestärkt wird. Die Auferstehung ist nach seinen Worten dafür die zentrale Glaubensbotschaft, die ermutigt, sich für Frieden und Freiheit einzusetzen.

Pfarrer Theodor Tröndle ( Börtlingen-Birenbach) machte den Stein, der vor Jesu Grab lag, zum Thema und sah in ihm den "letzten Ausdruck einer Härte im Leben, die alles unter sich begraben will". Dass bei der Auferstehung Jesu der Stein vom Grab weggewälzt wurde, bedeute: "Kein Stein und nichts auf der Erde kann die Liebe zudecken - zuhause nicht, auf der Straße nicht, auf den Kriegsschauplätzen der Welt nicht. Auch kein Hassprediger kann es und keiner der Mächtigen, die glauben, sie könnten mit Gewalt andere überleben."

"Gefährliche Reise durch die Wüste"

An Ostern nahmen die evangelischen Gemeinden die Partnerschaft mit dem kamerunischen Kirchenbezirk Menchum in den Blick. In den Gottesdiensten wurde für die Partnerschaftsarbeit geopfert. Gebetet wurde unter anderem "um Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven für junge Frauen und Männer, dass sie in ihrer Heimat bleiben und nicht auf eine gefährliche und perspektivlose Reise durch die Wüste und das Mittelmeer aufbrechen".

Auch die Katholiken feierten die Auferstehung Jesu mit festlichen Gottesdiensten, mancherorts mit einem Hochamt. In einigen Gottesdiensten wurden Osterspeisen gesegnet. Der katholische Dekan Martin Ehrler warnte in seiner Osterpredigt vor einem Verharren in alten Strukturen, "die nicht zukunftsfähig sind und erst recht kein Signal zum Aufbruch vermitteln". In der Gesellschaft gebe es einem "epochalen Wandel" hin zu der persönlichen Freiheit und der Wahlmöglichkeit des Einzelnen. Die Kirche müsse sich deshalb "neu aufstellen", betonte der Dekan. Ehrler sagte, wer in der "scheinbaren christlichen Selbstverständlichkeit unserer Gesellschaft" steckenbleibe, könne "das Neue natürlich nur als eine Bedrohung und als eine Entwicklung zum Negativen hin" sehen. Er selbst sei aber nicht dieser Ansicht. In so einer Situation komme es darauf an, "Kirche neu anziehend und einladend zu machen", fügte der Dekan hinzu.

"Wer glaubt, hat mehr vom Leben"

Derzeit sei die Situation geprägt von abnehmenden Kirchenbesuchen und einer sinkenden Zahl von Priestern und Ordensleuten. Ehrler mahnte: "Es muss erfahrbar werden: Wer glaubt, hat mehr vom Leben. Das ist eine ganz neue Herausforderung für die Kirche, die sie in unserem Land erst langsam versteht." An den Ostertagen werde dieser Mehrwert, den Schatz, den wir hätten, wieder überdeutlich, wenn an Ostern gesungen und gesagt werde: "Die Liebe hat den Hass überwunden, das Leben hat den Tod besiegt, das Licht hat die Finsternis vertrieben - genau das glauben wir und richten unser Leben dankbar danach aus".

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