Gruppengefühl mit Jiu Jitsu

"Respekt" heißt ein Projekt, bei dem der CVJM Uhingen und die Hieberschule eng zusammen arbeiten. Seither hat sich das Klima, der Umgang miteinander in der Klasse 3 D merklich verbessert.

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Beim gemeinsamen Training lernen die Kinder, respektvoll miteinander umzugehen. Foto: Staufenpress

Über 20 Schüler, die mucksmäuschenstill und höchst konzentriert alle dasselbe tun - das Wunschbild wohl vieler Lehrer ist in der Uhinger Hieberschule Realität. Zumindest in der Klasse 3 D. "Im Klassenzimmer sind sie zwar nie so ruhig, aber die Klasse geht sehr respektvoll miteinander um", ist die Erfahrung von Klassenlehrerin Tanja Bittlingmaier. Mit ihrer Klasse hat sie an dem Projekt "Respekt" teilgenommen, dass auch dank der Unterstützung durch die "Gute Taten" realisiert werden konnte. Gestern Vormittag demonstrierten die Schüler eindrucksvoll ihren Eltern, aber auch Schulleiter Uwe Schwalm und Bürgermeister Matthias Wittlinger, was sie sich in den vergangenen Monaten erarbeitet haben.

Unglaublich diszipliniert sind die Mädchen und Buben, sie reagieren auf die kleinste Anweisung von Oliver Wahl. Der Jugendreferent des CVJM Uhingen hatte sich eigens in dem von der Bereitschaftspolizei Böblingen vor über zehn Jahren entwickelten Projekt ausbilden lassen. "Es besteht aus drei Bausteinen", erklärt er. Beim Judo gehe es "um gesundes Ringen und Raufen zum Abbau von Aggressionen". Das stärke das Selbstwertgefühl. Beim Jiu Jitsu werden gemeinsame Bewegungsabläufe trainiert, die zu einem Gruppengefühl führen. Tai Chi beruhige und bringe die Schüler "zu sich selbst". Das Projekt sei von der Schule nicht mehr wegzudenken, stellte Schwalm fest. Dabei handele es sich bei weitem nicht "um das Sahnehäubchen des Schulalltags". Vielmehr gehe es dabei um Lernen - um das Lernen des respektvollen Umgangs miteinander, um motiviertes und ernsthaftes Lernen. "Ich mag dich, ich tue dir nichts, ich passe auf dich auf, wir sind ein Team", so schwört sich die Klasse 3 D zunächst aufeinander ein, nachdem jeder in Ruhe und ohne Hektik und das übliche Gerangel seinen Platz eingenommen hat. Einzeln treten die Schüler vor und geben der Gruppe Vorgaben, die diese synchron wiederholt. Dabei treten die unterschiedlichen Temperamente der Schüler deutlich zu Tage. Gleichwohl ist die Schulklasse von einem spürbaren Gleichklang bestimmt. Und auch wenn so mancher Judoanzug noch etwas zu groß ist - der Zuschauer merkt, dass es beim Kämpfen nicht mehr darum geht, den Gegner kampfunfähig zu machen, sondern vielmehr die eigene Stärke im Vordergrund steht. Und dann ist es auch ein Leichtes, sich nach dem Kampf - ob gewonnen oder nicht - sich mit einer gewissen Achtung voreinander zu verbeugen. "Ihr seid eine tolle Klasse und habt sehr viel gelernt", stellte Oliver Wahl am Ende der kleinen Präsentation in der Turnhalle fest. Er freute sich, "dass die Schule dieses Projekt möglich gemacht hat". Das sei "nicht selbstverständlich". Und er stellte die vorbildhafte Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Schule heraus. Sichtlich beeindruckt zeigten sich auch die Eltern, die ihre Sprösslinge zu Hause möglicherweise selten so diszipliniert erleben.

Info: www.hieberschule-uhingen.de www.cvjm-uhingen.de

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