Grüne Freude ist nicht ungetrübt

Kandidat Dietrich Burchard sieht im Ergebnis einen Grund zum Feiern. Koalition aber nur mit Bedingungen.

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Die Grünen feierten mit ihrem Kandidaten Dietrich Burchard (links) in Lerchenberg ihr unerwartet gutes Abschneiden.  Foto: 

Gespannte Ruhe im Landgasthaus Rössle in Lerchenberg. Gleich wird die erste Prognose über die Leinwand flimmern, was fällt ab für die Grünen? Acht Prozent, wie die Umfragen verheißen? Weniger? Oder womöglich mehr? Um kurz nach sechs bricht Jubel aus: 9,5 Prozent versprechen die Wahlforscher, die rund 40 Gäste im Nebenzimmer des Gasthofs klatschen.

Dietrich Burchard strahlt. Der Direktkandidat nimmt Glückwünsche entgegen, dann stellt er den Fernsehton ab und tritt selbst vor seine Parteifreunde und Anhänger. Er freut sich über den vollen Saal und sagt dann: „Es gibt ja auch was zu feiern.“ Applaus. „9,5 Prozent ist ein respektables Ergebnis, das ist klasse, wir haben zulegen können.“

Schließlich bekundet der 51-jährige Zimmermann aus Lerchenberg seinen Respekt: „Danke euch allen dafür. Wir können uns wahnsinnig freuen, jeder über seinen Einsatz.“ Ein besonderes Lob gilt dem Land­tags­abgeordneten und Kreisvorsitzenden Alexander Maier: „Ich durfte mit ihm mitgehen, ich durfte dabei viel lernen, er hat mich wirklich hundertprozentig unterstützt.“ Auch seine Frau Gerti schließt Burchard in die Dankesrede mit ein. Das veranlasst Maier wiederum zu der Bemerkung: „Schön, dass ich inzwischen auf einer Stufe mit deiner Frau stehe.“ Dann das obligatorische Lob für den unermüdlichen Einsatz des Kandidaten. Doch in den Jubel mischt sich Nachdenklichkeit. Ohne die AfD beim Namen zu nennen, fordert Maier: „Wir müssen gucken, dass diese Partei, die offen rassistisch und offen antisemitisch ist, wieder da verschwindet, wo sie hergekommen ist – in der Bedeutungslosigkeit.“

Für Burchard hat es erwartungsgemäß nicht für ein Mandat gereicht. Er sieht das gelassen: „Der Zimmermann Burchard wird Zimmermann bleiben – aber ich werde weiterhin Grüner sein. Es gibt keinen Grund, beleidigt mit meiner Partei zu sein.“ Kreisvorsitzender Maier kritisiert die frühe Absage der SPD an eine große Koalition – so bliebe am frühen Abend nur eine Jamaika-Koalition. „Das finde ich ziemlich dreist.“ Die Grünen würden mit CDU und FDP verhandeln. „Wir haben Bedingungen dafür festgelegt.“ Doch diese Koalition sei kein Automatismus, betont Burchard. Sie komme nicht zustande, „wenn wir nicht ausreichend unsere Ziele durchsetzen können“.

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