Großer Bahnhof für die Hauptstraße

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Auch wenn der Himmel gestern grau war,  Ebersbach war in Feierstimmung. Die große Sanierung in der Innenstadt, die vor 13 Jahren begonnen hatte und jetzt mit der Fertigstellung von 400 Metern Hauptstraße ihren Abschluss fand, ist geschafft. Insgesamt wurden in dieser Zeit über 20 Millionen Euro verbaut, so Stadtbaumeister Markus Ludwig. Dieser Kraftakt bescherte der Stadt nicht nur neue Verkehrswege wie die Bahnhofsallee und die sanierte Hauptstraße, sondern auch das Kauffmann-Areal, das Kinderhaus, einen Erlebnisbereich am Filsufer  und die preisgekrönten Bauwerke neues Rathaus und Musikschule.

Wie sehr sich die Lebensqualität in der Ebersbacher Innenstadt verbessert hat, das machte Bürgermeister Sepp Vogler anhand eines kleinen NWZ-Beitrags deutlich, in dem zu lesen war, dass sich 1991 vor der Einweihung der neuen B 10 20 000 Fahrzeuge täglich durch die Stadt quälten. Gestern wurde genau dort, nämlich auf dem neuen Vorplatz vor der Marktschule und dem Kinderhaus Schatzkiste, mit viel Publikum Eröffnung gefeiert.

„Die Hauptstraße ist nicht wiederzuerkennen“, sagte das Stadtoberhaupt und freute sich „heute dieses äußerst attraktive Stück Ebersbach übergeben zu können“. Die Straße, sagte er, „ist nicht nur schön gestaltet, sondern bietet jetzt mehr Sicherheit für die Kinder und alle anderen Fußgänger und mehr Aufenthaltsqualität für alle.“ Eines verschwieg er nicht: Dass die Bauphase mit großen Belastungen verbunden war, für Schule und Kinderhaus, für Anlieger und Geschäftsleute. „Danke, dass Sie alles mitgetragen haben, wenn auch zuweilen mit deutlich hörbarem Zähneknirschen“, so Vogler. Um die finanziellen Einbußen der Firmen etwas abzumildern, hatte die Stadt zusammen mit dem Verein Pro Ebersbach ein Baustellen-Marketing eingerichtet mit Vor-Ort-Terminen und einer Beschilderung, die der Kundschaft den Weg zu den Geschäften wies.

Ein großer Teil der Investitionssumme kam als Zuschuss vom Land, deshalb ging ein Extra-Dankeschön Voglers an den  SPD-Landtagsabgeordneten Peter Hofelich: „Sie waren nicht unwesentlich daran beteiligt, dass der letzte Brocken aus dem Förderprogramm besonders stattlich ausgefallen ist.“ 4,9 Millionen Euro waren es, die aus der Landeskasse in die  Innenstadtsanierung geflossen sind.

Für all den Baustellenlärm und den Staub wurden die Kinder gestern ein kleines bisschen entschädigt: die Steppkes aus dem Kinderhaus mit einem Bagger und allerlei „Baustellen-Utensilien“ und die Grundschüler mit einer großen Spielekiste. Zuvor hatten sie jeweils ein Lied gesungen.

Die Zeit der Bauarbeiten ließ Stadtbaumeister Markus Ludwig Revue passieren. Von knapp 13 auf 5,5 bis sechs Meter sei die Fahrbahn zurückgebaut worden, 40 neue Parkplätze seien entstanden. Und, in Anspielung auf Stuttgart 21, meinte er: „Wir sind, anders als in Stuttgart, oben geblieben. Wir haben die alte Fußgängerunterführung zugeschüttet, und die Kinder können jetzt oberirdisch sicher über die Straße.“ Denn durch den Bau der Bahnhofsallee sei die Hauptstraße deutlich vom Autoverkehr entlastet.

Die Sanierung des  400 Meter langen Abschnitts der Hauptstraße zwischen Bahnhof- und Friedrichstraße habe insgesamt 1,5 Millionen Euro gekostet, sagte er, darin eingeschlossen eine notwendige Kanalerneuerung. Das ganze Großprojekt sei ein Kraftakt gewesen, stellte er fest. Nicht nur finanziell, sondern auch personell sei das Bauressort stark gefordert gewesen. Das Regierungspräsidium habe glücklicherweise eine Fristverlängerung des Sanierungsprogramms genehmigt.

„Ebersbach macht es beispielhaft“, lobte MdL Peter Hofelich (SPD), „indem die Stadt Innenentwicklung vor Außenentwicklung setzt. Sie sind in mancherlei Hinsicht Vorreiter im Filstal“, sagte er, und nannte zwei Punkte: „Die Erlebbarkeit der Fils und die Umwandlung einer Industriebrache auf dem Kauffmann-Areal.“

„Die Bauzeit war nicht immer einfach“, blickte der Vorsitzende von „Pro Ebersbach“, Uli Hanotte, zurück. Aber die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sei gut gewesen, und auch die Baufirma Kurt Gansloser sei immer kooperativ gewesen, stellte er fest. Sein Fazit: „Ebersbach hat sein Erscheinungsbild wesentlich verbessert. Leider schätzen wir Ebersbacher das selbst viel zu wenig.“ Auswärtige würden das hingegen sehr wohl bemerken.

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