Musical „Gullivers Reisen“ beim Sommerfestival

„Was machen wir mit dem „Menschenberg?“ fragten sich die Lilliputaner beim Musical „Gullivers Reisen“. Zwei eindrucksvolle Aufführungen sahen die Besucher am Montag in der Bürenhalle.

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  • Unterwegs bei Zwergen: Gulliver, gespielt von Anna-Elea Weber, erlebt auf seinen Reisen so einiges. Wegen des Regens fanden beide Aufführungen des Kindermusicals im Rahmen des Filseck-Sommerfestival in der Bürenhalle in Wäschenbeuren statt. 1/5
    Unterwegs bei Zwergen: Gulliver, gespielt von Anna-Elea Weber, erlebt auf seinen Reisen so einiges. Wegen des Regens fanden beide Aufführungen des Kindermusicals im Rahmen des Filseck-Sommerfestival in der Bürenhalle in Wäschenbeuren statt. Foto: 
  • Gulliver erlebt auf seinen Reisen so einiges. 2/5
    Gulliver erlebt auf seinen Reisen so einiges. Foto: 
  • Gulliver erlebt auf seinen Reisen so einiges. 3/5
    Gulliver erlebt auf seinen Reisen so einiges. Foto: 
  • Gulliver erlebt auf seinen Reisen so einiges. 4/5
    Gulliver erlebt auf seinen Reisen so einiges. Foto: 
  • Gulliver erlebt auf seinen Reisen so einiges. 5/5
    Gulliver erlebt auf seinen Reisen so einiges. Foto: 
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Die Besucher in der Bürenhalle in Wäschenbeuren staunten nicht schlecht, wie viele Menschen auf die Bühne passten: Hundert bestens vorbereitete und gut gelaunte Chorkinder verwandelten sich dort tüchtig singend in Liliputaner, Näherinnen, Ma­trosen, ja sogar in tanzende Möwen – und jedesmal in passenden Kostümen. Das alles – samt Texten, Songs, Kostümen, Bühnenbild, Requisiten und Tänzen – brachte der gelassen lenkende Leiter Gerald Buß alles zur rechten Zeit zu einem rundum gelungenen Musical zusammen.

Und dann sind noch gar nicht die sage und schreibe 23 Darstellerinnen und Darsteller genannt: die besorgte Familie Gulliver, die Schiffsbesatzung und das Kaiserpaar mit seinem Hofstaat. In all dem Trubel ging es aber um ein einziges Problem: Gulliver, ein Schiffbrüchiger (Bootsflüchtling?), landet auf einer Insel und glaubt seinen Augen nicht: Alles, aber auch alles ist dort winzig klein. Er ist der fremde ­„Menschenberg“ (Anna Elea Weber) und muss sich erst einmal zurechtfinden. So stakt er riesenhaft über die Insel und löst Staunen, Neugier und Furcht aus. Da trifft er auf interessante Typen: den freundlichen Kaiser (Valentin Abt), seine ständig nervende Frau (Anissa Ben Salem) und allerlei Militärs und Politiker, angeführt vom selbstbewussten, aber auch eitlen Admiral (Svenja Stieler).

Natürlich ist das Zusammenleben mit Gulliver nicht immer reibungslos: Wenn er normal spricht, macht er einen Höllenlärm, niest oder schnarcht er, fällt die Kaiserin in Ohnmacht, weil sie es für ein Unwetter oder ein Erdbeben hält… Aber dann kommt Gullivers große Chance: Ganz allein gewinnt er den Krieg gegen die Nachbarinsel. Alle jubeln ihm zu! Doch plötzlich kommt alles anders als gedacht: Die Höflinge sind neidisch auf den Kriegshelden, machthungrig will der Kaiser den Kampf fortsetzen.

Hervorragend gelang es den Schauspielern, vom grenzenlosen Jubel zur Enttäuschung und zur hasserfüllten Gewalt umzu­schwenken. Da macht der Riese nicht mehr mit und wird deshalb plötzlich zum Staatsfeind Nr.1. Aber nun zeigt sich, dass es bei allen Unterschieden einen wahren Freund gibt: Der Oberhofmeister Redresal (Jana Braune, die sich gut in ihre Rolle hineinversetzt hatte) verhalf ihm zur Flucht. Auf dem rettenden Schiff hält man Gullivers Geschichte für Hirngespinste, und selbst Gullivers Frau (zart gespielt von Lilli Baur) und seine Kinder finden schließlich trotz aller Wiedersehensfreude sein Verhalten doch recht merkwürdig. Und sie verstehen nicht, warum er sich nur flüsternd mit ihnen unterhalten kann.

Das war eine großartige Gemeinschaftsleistung mit sehr vielen lustigen und zum Nachdenken anregenden Szenen und eingängigen Musiknummern.

Gemeinschaftsleistung: Bevor der erste Ton des Musicals „Gullivers Reisen“ in der Bürenhalle von Wäschenbeuren erklang, waren schon viele Hände, Köpfe und Herzen fleißig gewesen: Ein Bühnentext war geschrieben (Heidi Kopetzki), Songs waren komponiert (Aribert Günzler), Kostüme geschneidert (Kerstin Folkert), ein Bühnenbild gebaut (Helmuth Bracher), Requisiten besorgt (Beryl Pallasch), Tänze einstudiert (Katrin Stegmaier), mit den Schauspielern geprobt worden (Beryl Pallasch).

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