Größter Haushalt aller Zeiten im Kreis Göppingen

Landrat und Kämmerer stellen den Etatentwurf 2018 vor: 300 Millionen Euro unter anderem für Sozialausgaben, ein neues Landratsamt und die Göppinger Klinik.

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Landrat Edgar Wolff hat am Freitag den Haushalt 2018 eingebracht.  Foto: 

Am Schluss waren es dann annähernd zwei Stunden statt wie geplant einer. Landrat Edgar Wolff räumte gestern nach der Einbringung  des Haushalts 2018 vor dem Kreistag ein: „Wir haben den Zeitrahmen deutlich gesprengt.“ Doch es seien auch wichtige Themen, die im Landkreis anstünden. Wolff und Kämmerer Günter Stolz präsentierten den Kreisräten einen Etatentwurf mit dem Rekordvolumen von annähernd 300 Millionen Euro.

„Das ist kein Katastrophenhaushalt – es ist ein ganz normaler Haushalt“, sagte Stolz. Doch damit untertrieb der Kämmerer. „Das ist der größte Haushalt in der Geschichte des Landkreises Göppingen“, betonte Wolff. Es stehen allerdings auch nicht alltägliche Investitionen an. Das Landratsamt wird saniert und erhält einen Anbau sowie ein Parkhaus und es gibt eine neue Klinik. Allein für diese muss der Kreis 110 Millionen Euro bereitstellen, „vollständig finanziert“ sei der Betrag mit dem Etat 2018 und der Finanzplanung bis 2021.

Bevor es an die Haushaltsberatungen mit den traditionellen Reden der Fraktionen geht, baute Landrat Wolff schon mal vor: „Was der Haushaltsentwurf nicht enthält, ist Luft. Die hat die Verwaltung schon rausgelassen.“ Die Kreisräte bräuchten sich also nicht mehr zu bemühen. „Das größte Ärgernis des Jahres“, ja gar das mögliche „Unwort des Jahres“ ist für Wolff die Filstalbahn: „Kein Verständnis“ zeigte er für Pleiten, Pech und Pannen auf der Zugstrecke, zudem habe sich DB Regio mit der „längst überfälligen Entschädigungsaktion“ blamiert. Die ganze Misere wirke sich aus auf die Umsetzung des Nahverkehrsplans des Kreises.

Doch es gab nicht nur Schelte: Von der nächsten Bundesregierung wünschte Landrat Wolff sich „eine kreis- und kommunalfreundliche Regierungsarbeit“.

Volumen: Ausweislich des Entwurfs hat der Haushalt 2018 des Landkreises ein Rekordvolumen von knapp 300 Millionen Euro. Anders als in den Vorjahren wird kein Überschuss erwirtschaftet – es gibt ein Minus von 997.000 Euro.

Umlage: Die Kreisumlage, also der Betrag, den die Kommunen zahlen müssen, soll im kommenden Jahr mit 34,1 Prozent auf gleichem Niveau bleiben. Somit würden die Kommunen 115 Millionen Euro an die Kreiskasse überweisen.

Kredite: Die Kreditaufnahme ist mit 24,4 Millionen Euro veranschlagt. Verdoppelt werden die Planansätze für Investitionen, sie betragen 28,9 Millionen Euro. Rund ein Drittel ist für das neue Landratsamt vorgesehen, acht Millionen gehen an die Alb-Fils-Kliniken, darunter sind zwei Millionen für den Klinik-Neubau.

Neubauten: Komplett finanziert sind der Neubau des Landratsamts (22,8 Millionen Euro) und der Landkreisanteil am Klinikneubau (110 Millionen) – diese Finanzierung ist über die Finanzplanung bis 2021 sichergestellt.

Soziales: Größter Posten im Haushalt ist der Bereich Jugend und Soziales: Hierfür sind knapp 202 Millionen Euro vorgesehen, das entspricht 67,3 Prozent am Gesamthaushalt.

Schulden: Am Ende des Jahres 2018 wird der Schuldenstand des Landkreises Göppingen voraussichtlich 40,75 Millionen Euro betragen.

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