Göppinger Jugendsinfonieorchester überzeugt

Viel Applaus erhielt das Göppinger Jugendsinfonieorchester für seine Darbeitungen beim Sommerfestival auf Schloss Filseck.

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Mit Leidenschaft dabei: das Göppinger Jugendsinfonieorchester und sein Dirigent Martin Gunkel.  Foto: 

„Exzellenter Nachwuchs“ war auf der Eintrittskarte angekündigt, und das war nicht zu viel versprochen: Das Konzert des Göppinger Jugendsinfonieorchesters im Rahmen des Sommerfestivals auf Schloss Filseck wurde zu einem vorzüglichen Leistungsnachweis. Das Ensemble unter Martin Gunkels Leitung präsentierte sich mit einem perfekt vorbereiteten, vielfarbigen Programm. Der fast vollständig gefüllte Schlosshof bot dazu eine vorzügliche Kulisse – und das Wetter spielte seinen Part mit.

Ganz klassisch begann die Vortragsfolge mit der 1. Sinfonie op. 21 von Ludwig van Beethoven. Schon bei den eine Art Eingangskolonnade bildenden Anfangsakkorden bewies das Orchester seine Homogenität und Intonationssicherheit, denen – bei zügigem Tempo – die gekonnt eingesetzten interpretatorischen Mittel entsprachen. Das kantable Andante geriet so, zumeist in feinem Pianospiel, zu einem beschwingten Schlendern. Das Menuett hätte zwar etwas mehr von der Rauigkeit sonstiger Beethoven-Scherzi vertragen, um einen deutlicheren Gegensatz zum Trio herzustellen; das Finale wiederum bekam durch den tüchtigen Paukisten und die Präsenz der Blechbläser den erforderlichen Pep und Schmiss.

Neben den stark besetzten Streichern trugen auch die Holzbläser ihren Teil zum klassischen Orchesterklang bei. Für die übrigen Programmpunkte wurde das Spektrum stark erweitert durch Posaune, Tuba, Harfe, große und kleine Trommel, Becken, Gong, Triangel und Tamburin, und es war höchst gekonnt, wie sich die jeweiligen Instrumentalisten akkurat und auf angemessene Weise ins Klangbild einbrachten.

Stupend wurden in Johannes Brahms‘ Ungarischem Tanz Nr. 5 Harmonie- und Tempowechsel gemeistert und dem Furiant in Antonín Dvoráks Slawischem Tanz op. 46/8 der nötige Zunder gegeben. Aram Chatschaturjan war diesmal nicht mit dem öfter zu hörenden Säbeltanz vertreten, sondern die Musiker boten von ihm einen bezaubernden Pas de deux und einen sich schwerblütig drehenden Walzer.

Leichtblütigen Charme versprühte ein Intermezzo aus „Tausend und eine Nacht“ von Johann Strauß, eher dämonisch wirkte hingegen der Tanz der Phryne aus Charles Gounods Oper „Faust“. Und mit der wild überschäumenden Farandole aus der zweiten Arlésienne-Suite von Georges Bizet ging ein sehr gelungenes Konzertprogramm zu Ende.

Am Gelingen hat neben den begabten und übungsfleißigen Jugendlichen auch ihr Maestro Martin Gunkel großen Anteil. Das bezieht sich nicht nur auf sein umsichtiges und mit vollem Körpereinsatz gestaltendes Dirigat, sondern vornehmlich auf die Vorbereitung, wo in unzähligen Übungsstunden an den Darbietungen gefeilt worden sein muss, damit schließlich eine solch gute Musik zustande kam.

Mit einem Wiener Walzer als Zugabe bedankte sich das Ensemble für den begeisterten Applaus der Zuhörer. Ulrich Schlecht

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