Gingen reagiert mit klarem Nein auf Süßens Pläne

Gingen will nicht, dass Süßen seine Realschule zum Schuljahr 2016/17 in die Johann-Georg- Fischer-Gemeinschaftsschule integriert.

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Die Gingener Elternbeiräte haben bereits schwerwiegende Bedenken geäußert, der Gemeinderat stellte sich am Dienstagabend geschlossen hinter sie: Süßen will die bislang eigenständige Geschwister-Scholl-Realschule im Sommer des kommenden Jahres mit der bestehenden Johann-Georg-Fischer-Gemeinschaftsschule vereinigen. Damit ist Gingen nicht einverstanden. Die endgültige Entscheidung liegt allerdings beim Land.

Der Beschluss des Süßener Gemeinderats war am 1. Dezember mit zehn zu acht Stimmen gefallen. Die Süßener Realschule sollte demnach vom Schuljahr 2016/17 an keine fünfte Klasse mehr bilden, sondern nur noch die nachfolgenden Klassen bis zum zehnten Schuljahr weiterlaufen lassen.

In Gingen stößt dieser Plan auf Ablehnung. Zur Vorberatung im Sozialausschuss des Gemeinderates am vergangenen Donnerstag waren auch die Gingener Elternbeiräte eingeladen. Sie äußerten sich einheitlich gegen die Auflösung der "leistungsstarken Realschule" im Nachbarort. Dank ihrer hervorragenden Zusammenarbeit in "Bildungspartnerschaften" mit Industrie und Gewerbe genieße sie im ganzen Landkreis einen ausgezeichneten Ruf. Die kooperierenden Unternehmen hätten auch schon Bedenken geäußert, ob die Schule ihr Qualitätsversprechen aufrecht erhalten könne. Das könnte Ausbildungsplätze kosten, die bisher als sicher galten.

Schule sei noch in der Erprobungsphase

Die Eltern bezweifeln außerdem, dass die Gemeinschaftsschule das bisherige Niveau der Wissensbildung halten kann. Sie sei eben noch in der Erprobungsphase - und die Kinder sollten nicht Teil eines "Schulexperimentes" sein. Die Schließung der Realschule käme daher auf alle Fälle zu früh. Dazu komme, dass die neue Gemeinschaftsschule zugleich eine "verbindliche Ganztagesschule" sein soll. "Warum zwängt man uns da rein?", fragten die Eltern. Nicht alle Familien wollten eine Ganztagesbetreuung für ihre Kinder.

Süßen hatte damit argumentiert, die Gemeinschaftsschule sei besser dazu geeignet, auf unterschiedlichen Leistungsniveaus zu unterrichten. Außerdem werde die neue Schule auch das Abitur anbieten. Der Bedarf an einer Ganztagesbetreuung steige ständig - die Süßener Realschule machte in dieser Hinsicht überhaupt keine Angebote.

"Hier geht es auch um die Wahlfreiheit", stellte der Gingener Gemeinderat Ludwig Mayer (SPD) klar. "Und die Realschule hat auch ihre Daseinsberechtigung." Gerhard Wüstling (UWG-FW) befürchtet, dass das Bildungsniveau gesenkt wird. Das könne sich Deutschland im internationalen Wettbewerb nicht leisten. Für das "klare Nein aus Gingen" stimmte der ganze Rat. Bürgermeister Marius Hick hofft nun, dass Süßen doch noch einlenkt. Das Land werde die Stellungnahme aber in jedem Fall "hören, gewichten und bewerten".

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