Gingen macht erstmals Schulden

Bei der Bürgerversammlung in der Hohensteinhalle in Gingen am Freitagabend stand Bürgermeister Marius Hick Rede und Antwort - zu elf Punkten, vor allem zum An- und Neubau der Hohensteinschule.

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Elf Punkte hatte Bürgermeister Marius Hick, als er vor rund 100 Besuchern am Freitagabend bei der Bürgerversammlung in der Hohensteinhalle referierte. Ganz oben auf seiner Liste stand der An- und Neubau der Hohensteinschule mit dem zweigruppigen Kindergarten.

Viel Geld und Zeit seien bereits in das vier Millionen Euro teure Bauvorhaben investiert worden, sagte Hick. Es sei ein Generationenprojekt für die nächsten 50 Jahre, das nun beginnt. 2015 wird mit Abrissarbeiten und dem dreigeschossigen Anbau an die bisherige Grundschule begonnen. Danach folgt der zweite Bauabschnitt mit dem Abriss des Verwaltungs- und Hauptschulgebäudes sowie dem Neubau mit Mensa, Mehrzweckraum und zweigruppigem Kindergarten. Ende 2016 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Das Geld dafür könne Gingen ohne Fremdmittel nicht aufbringen, sagte Hick. Zwar sei der Haushalt ausgeglichen und die Gemeinde seit Jahren schuldenfrei, doch zwei Millionen Euro müssen 2015 aufgenommen werden. Durch den Verkauf von Wohnbauplätzen und der weiteren Erschließung von Gewerbeflächen verspricht sich Hick zusätzliche Einnahmen.

Er betonte, dass von 2010 bis 2018 insgesamt 16 Millionen Euro investiert wurden und werden, wobei vom Land nur 2,3 Millionen Euro Zuschüsse kämen. "Bisher konnten wir alles aus unserem Haushalt finanzieren", sagte der Bürgermeister. Doch der Neubau sei eine Nummer zu groß. Mit der künftigen Verschuldung von 555 Euro pro Einwohner würde Gingen dennoch deutlich hinter allen vergleichbaren Gemeinden liegen.

Lobend erwähnte Hick die seit Jahren bewährte Seniorenarbeit, die durch den Einsatz von Seniorenvertretern viel bewirkt hätte. Derzeit laufe ein Architektenwettbewerb für ein Pflegeheim, das auf gemeindeeigenem Gelände bei der Johanneskirche errichtet werden soll.

Obwohl Gingen keine typische Touristengemeinde sei, hat man sich dieses Themas angenommen, führte Hick weiter aus. Die Gemeinde ist Mitglied der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf. Flyer, zertifizierte Wanderwege und einige touristische Highlights sollen das Besucherinteresse wecken. Eine Aussichtstafel am Hohenstein, ein Pedelec-Verleih, ein Obstbaum-Lehrpfad und ein historischer Rundweg durch Gingen seien im nächsten Jahr geplant.

Zuversichtlich zeigt sich Hick beim Neubau der B 10. "Die Straße kommt sehr bald", versprach er. Am 2. Dezember werde man mit dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann nach Berlin reisen und um die Baufreigabe bitten. Dies würde gleichzeitig weitere Baumaßnahmen nach sich ziehen. So muss bekanntlich im Rahmen des Generalwildwegeplanes eine 60 Meter breite Wildbrücke außerhalb von Gingen über die alte und neue B 10 gebaut werden, Lärmschutzwände werden notwendig, der Hochwasserschutz muss gewährleistet und der Rückbau der alten B 10 und eine Aufwertung der Ortsdurchfahrt müssen ins Auge gefasst werden.

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