Das Wetter macht der Landwirtschaft Probleme

Die Getreideernte gestaltet sich in diesem Jahr vielerorts schwierig. Es ist zu nass. Die Felder können nicht befahren werden, das Korn muss schnell rein.

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Viel Sonne und ab und zu ein schöner warmer Landregen – von diesem Wetter träumen nicht nur Landwirte, die Getreide anbauen. Die Realität sieht in diesem Jahr leider mal wieder anders aus. Frosteinbruch im Frühjahr, Hitzewellen im Frühsommer, Gewitter, Wolkenbrüche und tagelanger Starkregen  in den vergangenen  Wochen – da kommt in der Landwirtschaft wenig Freude auf.

Heidi Hirschmann aus Heiningen nimmt es gelassen und meint schulterzuckend: „Es ist wie es ist. Wer Getreide anbaut, bekommt immer mal wieder die A…-Karte.“ Der landwirtschaftliche Betrieb, den sie gemeinsam mit ihrem Bruder Gerhard betreibt, hat noch Hafer, Sommergerste und Sommerweizen auf den Feldern stehen. Sobald der Boden wieder befahrbar ist, soll geerntet werden. „Im Moment kann man in den tiefen nassen Boden mit dem Traktor nicht rein fahren“, erklärt Heidi Hirschmann. „Ein Teil kommt wie immer als Viehfutter für unsere 24 Mastrinder in den eigenen Silo, ein anderer als Ganzpflanzensilage zu einer Biogasanlage und aus einem weiteren soll Mehl gemacht werden.“

Die Hirschmanns liefern überwiegend an die Mühle Schuler in Süßen oder an die Schapfenmühle in Ulm. „Wenn wir Pech haben und die Fallzahl zu niedrig ist, können wir das Korn wieder mitnehmen“, befürchtet sie.  Viel Regen gepaart mit Wärme führt dazu, dass das Korn auskeimt und Enzyme bildet, welche die Fallzahl mindern. Ist die Fallzahl zu niedrig, geht das Brot nicht auf. Ein anderes Problem ist ein Fusariumbefall des Getreides. Die  Pilzkrankheit, die  bei feucht-warmer Witterung in der Blütezeit entsteht, war 2016 ein großes Thema.

„In diesem Jahr machen die vielen Niederschläge gerade alles schwierig“, erklärt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Hermann Färber. „Es steht noch einiges an Getreide auf den Feldern, das dringend geerntet werden sollte. Je länger es feucht steht, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit des unerwünschten Auskeimens.“ Dazu käme, vor allem bei Gerste, dass die Halme schwach würden und abknicken. „Dann liegen die Ähren auf dem Boden und werden beim Mähen vom Messer nicht erfasst“, erklärt Färber. „Das kann leicht einen Verlust von 50 Prozent ausmachen.

Bei den Futtererbsen besteht die Gefahr, dass die Schoten aufspringen und die Früchte auf den Boden fallen.“ Dem Abernten stünden momentan der Feuchtigkeitsgehalt des Getreides und die Nichtbefahrbarkeit der Felder entgegen.

Bei allem Ärger über den vielen Regen, sei aber nicht zu vergessen, dass Trockenheit noch weit schlimmer sei. „Ich erinnere an die Missernten der Jahre 2003 und 2004.“

Zum Weiterlesen: Getreideernte – auf die Qualität kommt es an.

Parasiten Fusarium ist eine Schimmelpilzgattung mit über 20 Unterarten. Die meisten von ihnen sind pflanzenschädigende Parasiten, die sich häufig auf Kulturpflanzen wie Getreide ansiedeln. Sie bilden das gesundheitsschädigende Stoffwechselprodukt Mykotoxin Deoxynivalenol (DON). Werden die EU-Grenzwerte überschritten, ist das Getreide weder für Lebensmittel noch als Viehfutter geeignet. Für eine Fusariuminfektion ist die Witterung während der Blüte des Weizens von entscheidender Bedeutung. Wechselfeuchte mit Temperaturen über 16 Grad sind ideale Bedingungen für den Pilz.

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