Gemeinde hat weiteres Millionenprojekt im Blick

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Die Börtlinger Hauptstraße ab der Einmündung Gartenstraße soll bis zum Ortsausgang Richtung Breech saniert werden. Foto: Staufenpress  Foto: 

Ende September ist in Börtlingen die Sanierung und Erweiterung der Paul-­Roth-Grundschule abgeschlossen worden. Für die kleine und nicht gerade mit Geld gesegnete Schurwaldkommune wurde damit ein „Jahrhundertbauwerk“ fertiggestellt, das etwa 1,4 ­Millionen Euro gekostet hat.

Doch kaum ist das eine ­Millionenprojekt in Börtlingen beendet worden, steht auch schon das nächste vor der Tür. Seit vier, fünf Jahren steht das Thema „Sanierung der nördlichen Hauptstraße“ in regelmäßigen Abständen bei der Finanzplanung der Kommune auf der Agenda. Jetzt soll es angegangen werden. Und so wurden dem Gemeinderat diese ­Woche erstmals die ersten Vor­planungen präsentiert.

Sanierungsbedürftige Kanäle

Betroffen ist der knapp 400 Meter lange Teil der Hauptstraße von der Einmündung Gartenstraße bis zum Ortsausgang Richtung ­Breech. Denn der Landkreis als für die Hauptstraße zuständige Behörde hat festgelegt, dass die von ihr zu übernehmenden Straßenbelagsarbeiten 2018 über die Bühne gehen sollen. Damit die Straße nicht mehrfach aufgerissen werden muss, ist damit auch der Zeitpunkt gekommen, sich mit den ­Kanälen und der Wasserleitung im ­Untergrund zu beschäftigen, was wiederum ins Aufgabengebiet der Gemeinde Börtlingen fällt.

Und so erläuterte Dr. Ferdinand Beck vom Bauingenieurbüro Riker und Rebmann aus Murrhardt den Gemeinderäten, wie es nach einer Bestandsaufnahme um die beiden Abwasserkanäle unter der nörd­lichen Hauptstraße bestellt ist. Nicht gut, so das zusammenfassende Fazit des Ingenieurs. „Bei beiden Abwasserkanälen besteht sofortiger Handlungsbedarf“, erklärte Beck.

Der Mischwasserkanal unter der nördlichen Hauptstraße stammt aus den 80er Jahren, der Oberflächenwasserkanal, der nur sehr dicht unter dem Straßenbelag verlegt worden ist, ist etwa 50 bis 60 Jahre alt. Die Besonderheit: an den Oberflächenwasserkanal sind auch alle Wasserschächte in der Straße angeschlossen, weswegen Beck empfahl, es bei zwei Kanälen zu belassen. „Die Schwierigkeit bei dieser Kanalsanierung ist auch, dass noch sehr viele andere Versorgungsleitungen unter der Straße und den Gehwegen liegen“, berichtete der ­Ingenieur.

Auch die Wasserleitung sowie die Hausanschlüsse sollten im Zuge der Straßensanierung er­neuert werden, da die Leitung kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verlegt worden ist. Mittlerweile werden sowohl für die Abwasserkanäle als auch für die Wasserleitungen PVC-Rohre verwendet, die dann etwa 80 bis 100 Jahre halten sollen.

Etwa 1,09 Millionen Euro ­würde die Sanierung der Kanäle und der Wasserleitung auf einem Stück von gut 300 Metern die Gemeinde kosten. „Wir haben nicht mit einer so hohen Summe gerechnet“, meinte der Börtlinger Bürgermeister Franz Wenka. Und obwohl dies erst grobe Vorplanungen sind, ist der Rathauschef schon jetzt überzeugt: „Die Wasser- und Abwassergebühren werden in Börtlingen auf jeden Fall steigen.“

Gebühren werden steigen

Neben der Sanierung der Leitungen sollen im Zuge der Straßeninstandsetzung auch die Straßeneinfassung samt Gehwegen neu gestaltet werden. „Die Bürgersteige sollen breiter werden, die reine Straßenbreite von derzeit sieben Metern auf sechs Meter reduziert werden“, stellte Landschaftsarchitekt Stefan Fromm aus Dettingen seine ersten Überlegungen vor. Zudem ist – wie im bereits neugestalteten Bereich der Hauptstraße – dort ein Flachgehweg vorgesehen und Straße und Gehweg sollen durch einen Granitpflasterstreifen deutlicher voneinander abgegrenzt werden. Auch soll der Friedhofsvorplatz mit in die Neugestaltung einbezogen werden. Und neue Bäume sollen an der Straße gepflanzt werden. Geschätzte Baukosten: 840 000 Euro.

Noch ist aber noch vieles nicht spruchreif. So kritisierte Gemeinde­rat Andreas Held, dass durch eine Verengung der Straße der landwirtschaftliche Verkehr beeinträchtigt werde. Und auch die Parkplatzsituation am Straßenrand wurde moniert und müsse im Blick behalten werden.

Nachdem die ersten Zahlen auf den Tisch gekommen waren, meinte Wenka: „An dieser Geschichte werden wir noch lange zu knabbern haben. Wir werden versuchen, eine gute und bezahlbare Lösung hinzubekommen.“ Doch schon jetzt steht für den Schultes fest: „Knapp zwei Millionen Euro: Das schaffen wir nicht. Die Pläne müssen deutlich abgespeckt werden.“ Denn für die Sanierung der Kanäle und der Wasserleitung sowie die Neugestaltung der Straßeneinfassung würde die Kommune nur zwischen 30 und 40 Prozent Zuschüsse erhalten.

Nun sollen die Planungen voranschreiten, die Verwaltung muss noch einiges mit den Fachbehörden klären und auch die Anlieger sollen mit eingebunden werden. „Im Frühjahr wird es eine Bürgerversammlung geben“, sagte Wenka. Bleibt genug noch zu tun für die Verwaltung und den Gemeinde­rat. Denn nach den jetzigen Planungen soll die Straße vom Frühjahr 2018 bis zum Jahresende erneuert werden – in Teilabschnitten und mit Ampelregelungen.

Börtlingen In den Jahren 2001 und 2002 wurde bereits ein etwa 500 Meter langer Teil der Hauptstraße samt Wasserleitung und Kanal für etwa 1,4 Millionen Euro saniert. Dafür erhielt die Kommune rund 500­ 000 Euro Zuschüsse.

Breech Auch im Börtlinger Teilort ­Breech ist die Ortsdurchfahrt 2009/2010 auf einer Länge von etwa 560 Metern saniert worden. Kosten: 823 000 Euro. Die Gemeinde erhielt damals 180 000 Euro Fördermittel.

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