Gelungen: "Hänsel und Gretel" in Adelberg

Auch dieses Jahr wurden bei den Freilichtspielen die Kleinen nicht vergessen. "Hänsel und Gretel" wurde in Adelberg eingängig gesungen und gespielt.

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Auch in der Aufführung "Hänsel und Gretel" bei den Adelberger Freilichtspielen hat die böse Hexe am Ende das Nachsehen.  Foto: 

"Leider sind wir bettelarm, doch das Feuer hält uns warm. So und so die Arbeit macht mich froh. Ja hurra ich lebe noch, Hunger ist der beste Koch", singt der arme Holzfäller fröhlich und tollt mit seinen Kindern herum. Und auch Hänsel und Gretel sind trotz des kargen Lebens recht lebenslustig, singen und tanzen bis ihre Stiefmutter dem ganzen abrupt ein Ende setzt.

Jeder kennt sie, jeder liebt sie. Als Kind hat man sie oft erzählt bekommen, dann als Erwachsener seinen Kindern selbst erzählt: Märchen. Die "Grimm Märchenspieler" aus Berlin präsentieren die schönsten Geschichten der Gebrüder Grimm. Dabei agiert das fünfköpfige Ensemble im klassischen Stil und bleibt bis auf ein paar Kleinigkeiten nah am Original. So wurden Hänsel (Jonathan Kutzner) und Gretel (Antje Kernbach) nicht von der Mutter, sondern von ihrer gefühllosen Stiefmutter (Sophie Sternfeld) im Wald ausgesetzt. Und die war am Schluss nicht tot, sondern hatte ihren warmherzigen Mann (Stephan Müller) verlassen. Neu war auch der Herbergsvater (Matthias Pflumm). Im besten Schwäbisch - klasse Idee - forderte er die Miete ein und schlüpfte anschließend in die Rolle der Hexe. Auch die Tatsache, dass am glücklichen Ende nicht die Geschwister selbst nach Hause zurückkehren, sondern der Vater sie bei seiner Suche fand, steht so nicht geschrieben.

Nichts lenkt von der überschaubaren Handlung ab, die Botschaft des Märchens kommt dank der frisch aufspielenden Mimen auch für die kleinsten Zuschauer recht verständlich rüber. Gut und Böse - das alte Spiel. Urvertrauen ins Leben, sei gut, sei stark, hab' keine Angst. Märchen sind schön und vermitteln Botschaften, die den Kindern nahe und am Herzen liegen. Selbst wenn das Bühnenbild zweckmäßig und eher schlicht wirkt, die Texte sind klar und stimmig, sowohl in den Szenen, als auch in den gängigen und wunderschön gesungenen Liedern.

Eine gelungene Aufführung, ohne viel Brimborium, dafür klar auf den Punkt. Sparsam dosierte Effekte wie der qualmende Backofen bleiben da natürlich in Erinnerung. So wie dem kleinen Felix, der kein Mitleid für die böse Hexe hatte. Der Fünfjährige und seine zwei Jahre jüngeren Schwester Elisa fanden die Aufführung mindestens so gut wie die Tüte Popcorn, gesponsert von ihrer Oma. "Eine sehr schöne Aufführung. Vor allem der Gesang hat alles aufgelockert", lobt Marianne Hokenmaier aus Uhingen. Die frisch gerösteten Maiskörner und kollektives Tütengeraschel waren der Renner unter den jungen Gästen. Auch Lara aus Waiblingen schienen die knusprigen Leckereien zumindest bis zum Auftritt der bösen Hexe gut zu schmecken. "Sie ist halt ein bisschen sensibel", verrät Annemarie Ruof lachend, während sich ihre fünfjährige Enkelin eng an die Oma kuschelt.

Info: Am 21. Juli um 15 Uhr findet mit "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen" die nächste Kindervorstellung statt.

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