Wasser wird billiger

Nicht nur der November hat mit Wasser gespart: Auch der Trinkwasserzweckverband Ostalb geht sorgsam mit dem kostbaren Nass um - und kann deshalb die Umlage an die Gemeinden um zwei Cent senken.

ULRICH BISCHOFF |

Der trockenste November seit 130 Jahren ging zu Ende, als sich die Vertreter der Wasserversorgung Ostalb im Söhnstetter "Hirsch" zu ihrer Verbandsversammlung trafen. Wichtigster Beschluss der "Wassermänner": Die Aufwandsumlage über die bezogene Wassermenge wird 2012 von 87 Cent je Kubikmeter auf 85 Cent gesenkt. Nun bleibt abzuwarten, ob die 48 Städte und Gemeinden den Preisnachlass auch an die 45 000 Verbraucher in ihrem Versorgungsgebiet weitergeben.

Sein persönliches Ziel sei es, so Verbandsvorsitzender Roland Polaschek (Gerstetten), den Preis am Ende des Jahres 2015 auf unter 70 Cent pro Kubikmeter zu drücken. "Ich will die 7 vor dem Komma sehen", rief er und hoffte darauf, "dass unsere Planungen bezüglich des Wasserverbrauchs stimmen und wir nicht gezwungen werden, Leitungserneuerungen vornehmen zu müssen". Angesichts des hohen technischen Standarts der Anlagen sind für das kommende Jahr keine Investitionen vorgesehen.

Einen weiteren Baustein für die 7 vor dem Komma sah Polaschek in der Verlegung der Geschäftsstelle des Zweckverbandes ins Gerstetter Rathaus. Geschäftsführer Hans-Günther Simon wird am 31. Dezember 2012 nach über 40 Dienstjahren in den Ruhestand treten. Die Stelle des hauptamtlichen Geschäftsführers wird daher aufgelöst und einer noch einzustellenden Verwaltungskraft übertragen, die für die Gemeinde Gerstetten und für den Zweckverband tätig sein wird, dies jeweils gegen Ersatz der anteiligen Verwaltungskosten.

An die Kritiker des Wasserpreises gerichtet, gab Polaschek zu bedenken, dass der Zweckverband ein Leitungsnetz von 255 Kilometern, 30 Speicheranlagen und über 50 Gebäude und Betriebsanlagen vorhalten müsse. Dies in einem 500 Quadratkilometer großen Versorgungsgebiet mit schwierigen Landschaftsformen und einer geringen Siedlungsdichte. Ein weiterer Faktor seien die hohen Stromkosten. Aus neun Grundwasserfassungen müsse das Wasser über zwei Wasserwerke und zwei Pumpwerke zwischen 150 und 300 Höhenmeter überwinden.

Bei den Wahlen wurde Polaschek in offener Abstimmung einstimmig für weitere drei Jahre zum Verbandsvorsitzenden wiedergewählt. Als sein Stellvertreter wurde der Amstetter Bürgermeister ebenfalls einstimmig im Amt bestätigt.

Mit einer Bilanzsumme von 15,385 Millionen Euro und einem Ertrag von 2,163 Millionen Euro schließt der Zweckverband das Jahr 2011 ab, erläuterte Geschäftsführer Simon. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 5,860 Millionen Euro.

Zum Abschluss präsentierte Simon die Entwicklung des Verbandes in den letzten 40 Jahren in Schaubildern. Gleichfalls in Bildern umriss Betriebsleiter Walter Banzhaf die Unterhaltungsarbeiten am Versorgungsnetz. Erstmals sei auf einer Strecke von 1200 Metern ein Leitungsrohr mithilfe des Inliner-Verfahrens saniert worden.

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