Auf Konsolidierungskurs

Ein weiterer Abbau der Schulden stehen im Vordergrund des Haushaltsplanes 2014 beim Trinkwasserzweckverband Ostalb. Die Umlage für die Mitgliedsgemeinden bleibt weiter bei 84 Cent pro Kubikmeter.

ULRICH BISCHOFF |

Ettlenschieß. Der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb verfügt über ein 250 Kilometer langes Leitungsnetz und pumpt für seine 17 Mitgliedsgemeinden samt ihren 50 Teilorten und Weilern jährlich 2,2 Millionen Kubikmeter quellklares Trinkwasser auf die Alb. 300 Höhenmeter überwinden dabei die Wassersäulen im Durchschnitt, bis sie bei den Verbrauchern ankommen. Aus fünf verschiedenen Quellen zapft der Zweckverband sein Trinkwasser, von dem jeder der 45 000 Nutznießer im letzten Jahr 148 Liter im Tag verbrauchte.

Dies sind die markantesten Daten aus dem Geschäftsbericht 2012, der den Mitgliedern der Verbandsversammlung am Mittwoch im Schützenhaus in Ettlenschieß vorlag. Für den Vorsitzenden des Verbandes, Bürgermeister Roland Polaschek (Gerstetten), befindet sich der Zweckverband inzwischen durch Neubauten und Sanierungen bestehender Anlagen auf einem so hohen technischen Standard, dass er den Mitgliedern auch für 2014 eine Investitionspause empfahl. Seit 2011 hat der Verband seinen Schuldenstand bereits von ursprünglich 5,3 Millionen Euro auf aktuell 3,9 Millionen gesenkt. Eine weitere außerordentliche Tilgungsrate von 537 000 Euro steht bis 2017 in den Büchern des Verbandes.

Das bedeute keinen Investitionsstopp, betonte Polaschek. Neben dem neuen Sammelschacht in Bad Überkingen (die GZ berichtete) denkt der Vorsitzende an die inzwischen 130 Jahre alten Graugußleitungen aus der Gründerzeit der Albwasserversorgung, von denen noch 25 laufende Kilometer im Erdreich liegen. Um eine Erneuerung dieser Relikte an die Pionierzeit komme man nicht herum. Das seien Leitungen, so Polaschek, die zumeist Weiler versorgen, die oftmals nur wenige Kubikmeter am Tag abnehmen, jedoch Investitionen von mehreren 100 000 Euro pro Leitung verschlingen. Zweckverband bedeutet für Polaschek aber auch hier: "Solidargemeinschaft". Angesichts der dünnen Besiedelungsstruktur erwartet der Vorsitzende hierfür jedoch Fördermittel des Landes. Die Techniker der Verbandes seien derzeit dabei, marode Leitungen aufzuspüren und eine Dringlichkeitsliste zu erstellen. Wie von ihnen zu erfahren war, stehen die Kuchalb, der Wannenhof bei Aufhausen, Heutenburg und Erpfenhausen bei Gerstetten und der Ugenhof bei Herbrechtingen auf dieser Liste.

Außer diesen Vorhaben will Polaschek dem gesamten Versorgungsnetz einen "Generalcheck" verordnen. Ein Ingenieurbüro, dessen Honorar vom Land mit 50 Prozent bezuschusst wird, soll neben Struktur und Leistungsfähigkeit auch Synergiemöglichkeiten mit anderen Verbänden untersuchen.

Die Neuwahlen brachten keine Veränderungen. Auch der Jahresabschluss 2012, den der neue Geschäftsführer Uwe Geiße vortrug, wurde mit einer Bilanzsumme von 14 245 Millionen Euro einstimmig festgestellt. Die Umlage für die Mitgliedsgemeinden bleibt bei 84 Cent pro Kubikmeter. Da der Wasserzins der Mitglieder mittlerweile im Schnitt bei 1,71 Euro je Kubik liegt wurde die Gebühr für Direktabnehmer von 1,65 auf 1,70 Euro erhöht.

In die Tiefe ging Betriebsleiter Walter Banzhaf mit seinem Bericht über die Bau-und Betriebsübersicht 2012, in dem er in beeindruckenden Bilder unter anderem korrodierte Wasserleitungen vorstellte. Die Hoffnung, dass sich kleine Windräder für die Stromversorgung abseits gelegener Hochbehälter lohnen könnten, erfüllten sich nicht. Wohl aber war der Verband dem Großbrand auf dem Aussiedlerhof Kerler bei Gussenstadt gewachsen: 1450 Kubikmeter Wasser - "das waren in der Spitze 70 Sekundenliter" - so Banzhaf, pumpten die Feuerwehrleute in den Brandherd, ohne dass die Wasserversorgung zusammenbrach.

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