130 Jahre alte Gussleitungen drohen zu lecken

Der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb ist seinem Ziel, die Umlage pro geförderten Kubikmeter Wasser langfristig auf 80 Cent zu senken, am Mittwoch in Gerstetten ein Stückchen nähergekommen.

ULRICH BISCHOFF |

Bei seiner öffentlichen Verbandsversammlung am Mittwoch im Stucksaal des Bahnhotels Gerstetten hat der Zweckverband Wasserversorgung Ostalb beschlossen, im kommenden Jahr pro Kubikmeter geförderten Wassers nur noch 84 Cent Verbandsumlage zu erheben. Derzeit sind es 85 Cent, langfristig sollen es 80 Cent sein. "Nach vielen kostenintensiven Baumaßnahmen in den letzten Jahren", so Verbandsvorsitzender Roland Polaschek, habe die Versammlung "einen Investitionsstopp und damit eine Haushaltskonsolidierung auf den Weg gebracht".

Die steigenden Energiekosten könnten die Absicht, den Wasserzins auch für den Verbraucher zu senken, jedoch vereiteln, fuhr Polaschek fort. Die jüngst beschlossene Erhöhung der Strompreise schlage für den Verband mit 40 000 Euro oder einem Umlageanteil von zwei Cent pro Kubikmeter zu Buche. Neben einer höheren Ökostromumlage müsse der Verband außerdem 20 000 bis 30 000 Euro mehr für den Fremdwasserbezug aufbringen. Damit, so der Vorsitzende, "verpuffen unsere Bemühungen vorerst zu großen Teilen".

Ein Lichtblick sei der bemerkenswerte Rückgang beim Kapitaldienst und bei den Abschreibungen. Der Zweckverband verfügt über ein Leitungsnetz von 255 Kilometern Länge. 20 Kilometer davon stammen noch aus der Pionierzeit der Albwasserversorgung, es sind Gussrohrleitungen mit Stemmmuffen und Bleidichtungen. "Um eine Erneuerung dieser über 130 Jahre alten Leitungen kommen wir nicht herum", sagte Polaschek. Lecks seien da "einfach nicht mehr auszuschließen".

Hans Günther Simon, der Geschäftsführer des Verbandes, verwies auf die Senkung der Bilanzsumme (von 15,4 auf 14,9 Millionen Euro) und des Schuldenstandes (um 450 000 Euro auf weniger als vier Millionen Euro). In seinem Wirtschaftsplan, dem letzten seiner 40-jährigen Amtszeit, appellierte Simon an die Versammlung, das jetzige Umlagenniveau zu halten. Oberste Priorität genieße aber "eine sichere Versorgung mit qualitativ gutem Trinkwasser" auch in den kleinen Weilern. So verstehen auch die "Wassermänner" draußen ihren Dienst. Der Technische Betriebsleiter Walter Banzhaf musste 2011 mit einem Erdrutsch und sieben Rohrbrüchen fertig werden. Außerdem war eine neue Pumpe fällig. Per Beamer stellte er die verschiedenen Baustellen mit all ihren Schwierigkeiten in urbanem Gelände vor.

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