Garmans mulmiges Gefühl steht im Vordergrund

Das Cargo Theater aus Freiburg führte in Rechberghausen "Garmans Sommer" auf, erntete bei seinen jungen Zuschauern aber wenig Applaus.

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Stefan Wiemers vom Cargo Theater gibt bei der Kindertheaterwoche in Rechberghausen alles, um seine Pappfiguren zum Leben zu erwecken.  Foto: 

"Garmans Sommer", das preisgekrönte Buch des norwegischen Kinderbuchautors und Illustrators Stian Hole, war die Vorlage für die zweite Aufführung der Kindertheaterwoche in Rechberghausen. Stefan Wiemers, der gemeinsam mit Margit Wierer (Regie) 1992 das Cargo Theater in Freiburg gründete, veranschaulichte in surrealen Collagen die Sorgen und Nöte des sechsjährigen Ich-Erzählers.

Im Vordergrund stehen Ängste und Garmans mulmiges Gefühl vor seinem ersten Schultag. Beginnt jetzt der Ernst des Lebens? Ist er überhaupt schon bereit dafür? Fehlen ihm doch Zahnlücken und Zahlenkenntnisse - beides können die furchtlosen Zwillinge Hanne und Johanna schon vorweisen.

Doch noch ist Sommer, und da kommen Garman seine schrulligen Tanten Borghild, Ruth und Auguste gerade recht. Er fragt den drei lebensklugen Damen, die dank Perlenketten in Gelb, Rot und Blau gut auseinanderzuhalten sind, Löcher über Leben und Tod in den nicht vorhandenen Bauch. Wie Garman selbst, bestehen die körperlosen, aus Karton gebastelten "Papp-Tanten" nur aus einem Kopf.

Das Bühnenbild ist schlicht. Ein zweidimensionaler Baum mit blumigen Elementen nebst echtem Apfel, davor ein Zaun, Tisch, zwei Gartenstühle, ein Koffer mit einigen Requisiten. Garmans Eltern, die bei diffusem Rotlicht ein wildes Tänzchen wagen, die kecken Nachbarsmädchen, die mit beweglichen Gliedmaßen Äste erklimmen: Immer handelt es sich um Flachfiguren aus bedruckter Pappe, die Wiemers in kindlichen Spielsituationen zum Leben erweckt. Dazu lispelt er schon mal, verstellt die Stimme, verzieht das Gesicht.

Die Kinder konnten allerdings oftmals die bisweilen unzusammenhängenden und vielleicht gar zu vielen Handlungssprünge schwer nachvollziehen. Der Funke wollte nicht überspringen, auch wenn der sympathische Einzelkämpfer Wiemers sich schwer ins Zeug legte. "Mama, mir ist langweilig", flüsterte ein Mädchen ihrer Mutter zu. Insgesamt geizten die etwa 40 jungen Zuschauer bei diesem Stück mit Lachern und Applaus.

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