Gärtnerhof im Zeichen der Nachhaltigkeit

Nachhaltig wirtschaften - davon ist Gärtner Johannes Jeutter in Faurndau beseelt. Wie das aussieht, erläuterte er beim Sommer der Ver-Führungen.

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In die Geheimnisse des nachhaltigen Bauens führte Johannes Jeutter (li.) die Besucher beim Sommer der Ver-Führungen ein.  Foto: 

Es waren keine zehn Leute, die sich verführen ließen, das Beispiel des nachhaltigen Bauens im Gärtnerhof von Johannes Martin Jeutter in Faurndau zu studieren. Während des „Sommers der Ver-Führungen“ öffnet der 50-jährige Gärtnermeister mehrfach seinen Hof für Besuchergruppen.

Im Jahr 1937 hat der Großvater von Johannes Jeutter die Gärtnerei auf dem 2,5 Hektar großen Grundstück gegründet. Inzwischen betreibt er sie in der dritten Generation. Dabei erfahren die Teilnehmer am „Sommer der Ver-Führungen“ auch, wie sich der Beruf des Gärtners in den vergangenen 80 Jahren verändert hat: „Damals waren alle Gärtner“, sagte Jeutter. Erst sehr viel später erfolgte die Unterteilung in verschiedene Bereiche wie Landschafts- und Staudengärtner, Baumschuler, Pilz- und Samenzucht, Zierpflanzen- oder Friedhofsgärtner: „Bei uns ist wichtig, dass man sieht, dass wir auch Landschaftsgärtner sind,“ betont Jeutter.

Seit 2007 werde der Betrieb umgebaut, wobei mehr als gewünscht die Witterung eingriff. Mehrfach schon seien die Scheiben der Gewächshäuser von Unwettern zerstört worden. Den Schaden reguliere die Versicherung, aber die Zeit, die es brauche, all die Scherben aus hunderten von Quadratmetern zerborstenen Glases aufzusammeln, die werde nicht entgolten. Nachhaltig heißt in diesem Fall, die alten und daher energieintensiven Gewächshäuser umzugestalten. „Kalthäuser“ wurden daraus.

Wie auch Wohn- und Verwaltungsgebäude oft mit Eigenleistung aus einer Melange aus alten Steinen und Holz erstellt wurden. Schon sein Großvater habe nachhaltig gebaut, in dem er alte Schuppen demontierte und sie auf der Gärtnerei wieder aufbaute. Und so liegen überall Steine und Hölzer auf dem Grundstück umher. Ob und wofür er sie eines Tages nutzen kann, weiß Jeutter noch nicht. Aber trennen kann er sich auch nur schwer. Da scheint der steinzeitliche Sammler bei ihm die Überhand zu gewinnen.

Wasser, so betont er, komme bei ihm nicht mehr in den Kanal. Das kostbare Nass werde wieder verwendet. In Zisternen gesammelt oder in den Badeteich geleitet, steht es immer zur Verfügung.

Drahtig und vom Wetter gefärbt berichtet Jeutter über den Familienbetrieb mit 20 Mitarbeitern. Eine Halle aus Douglasie wurde kürzlich fertig gestellt. Eine statische Herausforderung für den Architekten und eine handwerkliche für den Zimmermann. Denn Douglasie sei ein Holz mit hohem Harzanteil, der aushärte, und dann könne kein Nagel mehr grade eingeschlagen werden. Und natürlich stammt das Holz aus der Nähe, denn kurze Transportwege sind ebenfalls ein Teil des Nachhaltigkeitsgedankens.

Über diese Halle sei er auch zum „Sommer der Verführung“ gekommen, sagte Jeutter, denn sowohl der Förster als auch der Zimmermann hätten ihm geraten, seine Art des nachhaltigen Bauens der Öffentlichkeit vorzustellen.

Und bei Manfred Braun aus Göppingen stößt er auch gleich auf einen Gleichgesinnten, mit dem er über alte Steine, den Zuschnitt, die Herkunft, die Art, sie zu verbauen, diskutieren kann: „So eine alte Sandsteinmauer habe ich selber auch schon gemauert“, berichtete Braun. Daher weiß er auch, dass es nicht einfach ist, die teils zentnerschweren Brocken passgenau und optisch ansprechend zu verlegen.

Immer wieder bricht bei Jeutter die Begeisterung durch, wenn er zum Beispiel  feststellt: „Wenn man abends ebbas g‘schafft hat, des isch scho klasse!“ Oder sich einfach nur freut über die Aussicht, die er von seinem Büro aus hat: „Ich sitz am Schreibtisch und guck ins Grüne. Das ist für mich Lebensgefühl.“ Nachhaltig.

Info: Auf www.sommer-der-verfuehrungen.de gibt es Infos zu allen Angeboten. Die Rubrik Terminübersicht der Homepage enthält zudem Hinweise auf abgesagte, volle oder zusätzliche Veranstaltungen.

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