Fusion fällt Uhinger Fußballvereinen nicht leicht

Die beiden Uhinger Fußballvereine schließen sich zusammen. Am Freitag stimmen die Mitglieder des FC über die Auflösung ihres Clubs ab.

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Die erste Hürde ist geschafft. Auf dem Weg zur Zusammenführung der beiden Uhinger Fußballvereine FSV Uhingen 1948 e.V. und FC Uhingen zum künftig gemeinsamen „Sport-Club Uhingen e.V.“ stellte am Freitag der FSV die erste Weiche. Am kommenden Freitag wird mit der außerordentlichen Hauptversammlung des FC die endgültige Richtung vorgegeben.

Mit einer ebenso knappen wie eindeutigen Mehrheit sprachen sich die FSV-Mitglieder für eine Satzungsänderung aus. Danach heißt der Verein künftig „Sport-Club Uhingen e.V.“ und die Vereinsfarben werden blau-rot sein. Voraussetzung für die Fusion ist, dass sich der von 1920 stammende Traditionsverein FC Uhingen nach 97 Jahren auflöst.

„Der FC hat mit der Auflösung den größeren Schritt vor sich“, sagte der FSV-Vorsitzende Thomas Friedl. Allerdings ist die Liquidation des Vereins und ein Übertrag von dessen Restbeständen wie Sach- und Geldwerte an den Sport-Club Uhingen Voraussetzung für die Fusion. Im April 2018 ist dann die Hauptversammlung des neuen Vereins vorgesehen, in der auch ein neuer Vorstand gewählt wird. Der FC-Vorsitzende Andreas Hänel war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

„Jeder möchte gern das Alte bewahren und behalten“, sagte Friedl, weshalb wohl das Abstimmungsergebnis beim FSV auch mit 78,9 Prozent recht knapp ausfiel. Bei einer Satzungsänderung werden Dreiviertel der Stimmen gebraucht.

Schon seit Jahren arbeiten die beiden Vereine zusammen. Die Jugendmannschaften spielen bereits seit 2014 zusammen. Aber jeder Verein hat noch sein Clubhaus. Und zwei unabhängige Clubhäuser zu betreiben, sei nun mal unwirtschaftlich. Noch dazu, wo die Stadt an der Haldenberg­straße derzeit ein Sportzentrum plant, das verbunden ist mit der Aufstockung des Funktionsgebäudes. Ob der neue Sport-Club Uhingen dort einziehen wird, ist noch unklar und hängt von einigen Faktoren ab, sagt Friedl: „Wir gehen nur rein, wenn die Bedingungen stimmen.“

Klar ist aber, dass das nach der Fusion der beiden Clubs nicht mehr benötigte Haus des FC an die Stadt geht. Letztlich sei das geplante Sportzentrum aber nicht Auslöser für die Zusammenlegung beider Vereine gewesen. Die Idee schwirre schon lange umher: „Insbesondere die Stadt sähe es gern“, meinte Friedl. Es gäbe dann ja auch nur noch ein Vereinsheim, nämlich das des Sport-Clubs, zu bewirtschaften und vor allem spräche man mit einer Stimme. Wo der FC allerdings sein Clubhaus aufgebe, solle der alte Platz weiter genutzt werden.

Bevor die Liquidation des FC Uhingen auf die Tagesordnung der außerordentlichen Hauptversammlung am kommenden Freitag gesetzt wurde, gab es Diskussionen um Alternativen: „Es stand ja auch die Frage im Raum, einen neuen Verein zu gründen“, sagte Friedl. Aber das wäre ein langer Verwaltungsweg geworden. Zwei Vereine auflösen und einen neuen gründen, hätte bedeutet, den Marsch durch die Instanzen anzutreten: „Eine Fusion ist die schnellste und einfachste Art.“

Aber auch nach der Fusion geht die Arbeit weiter. Nicht nur, dass für die Mitglieder und Spieler die Mitgliedsausweise und Pässe auf den nun umbenannten Verein angeglichen werden müssen, für den FC müssen – sofern die erforderliche Mehrheit am Freitag dafür stimmt – alle mit der Liquidation zusammenhängenden Notwendigkeiten erledigt werden. Vor allem, und das treffe den FSV, müsse sichergestellt sein, dass dieser kein Rechtsnachfolger des FC werde.

Aus Sicht der Stadt sei die Fusion ein „glücklicher und guter Prozess“, sagte Uhingens Bürgermeister Matthias Wittlinger. Er sieht darin auch sportliche Chancen für die Kicker: „Ich gehe davon aus, dass im nächsten Jahr auch der Aufstieg möglich ist.“ Grundsätzlich stehe die Stadt der Fusion positiv gegenüber. Auch wegen des geringeren Verwaltungsaufwandes, so müssen beispielsweise nur noch einmal Trainingszeiten geplant werden, statt wie bisher zwei Mal.

Für das FC-Vereinsheim sieht er so wenig Zukunft wie für den Uhinger Traditionsverein. Das Gebäude sei „vom bautechnischem Zustand nicht mehr zeitgemäß“, und es werde vermutlich abgerissen. Wittlinger sähe es am liebsten, wenn der neue Sport-Club Uhingen sein Domizil im Sportzentrum Haldenberg aufschlüge. Allerdings wünschen sich die Fußballer dort Exklusivität. Einige Gemeinderäte sähen es dagegen ganz gern, wenn dort auch die Leichtathleten unterkämen. Allerdings ist Wittlinger guter Hoffnung, eine gemeinsame Lösung zu finden: „So weit sind wir nicht mehr auseinander.“

Im Blick auf die Abstimmung zur Auflösung des FC Uhingen sieht der Verwaltungschef Licht am Ende des Tunnels: „Es spricht viel dafür, dass die erforderliche Mehrheit erreicht wird.“ Er weiß aber auch, dass den Mitgliedern des einst auch in der Landesliga erfolgreichen Vereins die Entscheidung schwer fallen wird: „Der Verein tut sich schwer, weil da ja auch viel Herzblut mit dranhängt.“

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