Fütterung hilft den Vögeln

Die Vogelfütterung im Winter ist laut Nabu eine gute Möglichkeit, die Vögel zu unterstützen. In der Reihe "Artenvielfalt erhalten" erklärt Dr. Wolfang Rapp, wie man den Tieren helfen kann und auch etwas lernt.

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Der Winter kommt, die alljährliche Frage, ob man Vögel füttern soll oder nicht, keimt auf. Der Naturschutzbund (Nabu) positioniert sich und hat verschiedenen Meinungen zum Thema zusammen getragen. Wolfgang Rapp vom Göppinger Nabu blickt in die Vergangenheit: "Heinrich Schuler, Herbert Vogt und Wilhelm Fröhlich, um nur einige zu nennen, erhitzten auch in einem alten Waschkessel Fett, vermischten es mit Sonnenblumenkernen und füllten die Mischung in Blumentöpfe, die sie in und um Göppingen aufhängten."

In den 80er Jahren hätten sich Vogelforscher zu Wort gemeldet und die Meinung vertreten, dass die Winterfütterung ökologisch nicht sinnvoll sei. Der Vorwurf: Die Fütterungen nützten allenfalls nicht bedrohten Arten wie Meisen und Buchfinken. Es sei viel wichtiger, ein Stück Land naturnah zu belassen, so dass Samenstände im Winter eine Futtergrundlage für unsere Vögel bieten oder eine einheimische Hecke zu pflanzen, die im Winter Früchte trage, war die Meinung. Diese Position habe sich im Laufe der Jahre immer mehr durchgesetzt. "Ökologisch ist diese Sichtweise sicher richtig", sagt Rapp. Es gibt aber noch andere Aspekte der Winterfütterung. Als Grundschullehrer erlebte Rapp, wie die Kinder an der Vogelfütterung in der Schule Freude hatten und begeistert Grundkenntnisse über unsere Vogelwelt lernten. Eine Vogelfütterung biete gute Beobachtungsmöglichkeiten für Kinder, ältere Menschen, die nicht so mobil sind und für alle, die einfach Freude daran hätten, Vögel zu beobachten.

"Seit etwa zehn Jahren ist die Position von Professor Peter Berthold auf dem Vormarsch", erzählt Rapp. Berthold vertritt die Meinung, dass es Sinn mache, die Vögel ganzjährig zu füttern. Als empirische Basis für seine Position führt er England an, wo nach seiner Aussage ganzjährig mit Erfolg gefüttert werde. Die Position von Professor Berthold galt zunächst als Außenseiterposition, habe aber in den vergangenen Jahren zunehmend Anhänger gefunden. Man dürfe dabei jedoch nicht außer Acht lassen, dass die Futtermittelindustrie erheblich Werbemittel für diese Position einsetze.

Rapp selbst füttert nur von November bis Frühjahr, und zwar Mischfutter mit Sonnenblumenkernen, Hanf und Haferflocken in Futtersäulen sowie vom Nabu zertifizierte Meisenknödel in Drahtkörben, so dass zum Beispiel Krähen und Elstern nicht an die Futter- Knödel kommen. Entscheidend bei der Vogelfütterung sei, dass die Vögel das angebotene Futter nicht mit Kot verschmutzen können. Sobald dies der Fall sei, werde die gut gemeinte Fütterung ins Gegenteil verkehrt. "Die Vögel können sich über den Kot mit Salmonellen anstecken und sterben", sagt Rapp. Alle Futterhäuschen, bei denen die Vögel auf dem Futter sitzen und es verkoten können, solle man meiden.

Neben dem Körnermischfutter und den Meisenknödeln sind natürlich heimische Beeren und Obst für unsere Vögel im Winter ein Lebenselixier. Wer nicht alle Äpfel und Beeren im Garten und auf dem "Stückle" abernte, leiste einen aktiven Beitrag zum Artenschutz. Amseln, Drosseln und die nordischen Wintergäste, zum Beispiel der Seidenschwanz, würden sich freuen.

Der Nabu bietet zur Winterfütterung eine Broschüre, die man kostenlos über den Göppinger Verein beziehen kann.

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