Für Semmler war’s ein bitter-süßer Abend

Die FDP feiert ihren Wiedereinzug in den Bundestag, ein Beigeschmack bleibt bei der Wahlparty in Salach dennoch.

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Die gute Stimmung war da, auch wenn es für Hans-Peter Semmler nicht in den Bundestag gereicht hat. Foto:  Foto: 

Hans-Peter Semmler reckt die geballte Faust nach oben. Lächelt. Die erste Hochrechnung ist da, auf den beiden Bildschirmen im Hinterzimmer des Quellenhofs in Salach flimmert das Wahlprogramm von ARD und ZDF. „Wir sind souverän wieder drin“, sagt der 39-Jährige. Die FDP hat ihr Wahlergebnis im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 verdoppelt. Die Hochrechnungen im Vorfeld ließen bereits hoffen, am Ende hat sich das zweistellige Ergebnis bestätigt. Ausgelassen war deshalb auch die Stimmung im Quellenhof. Rund 30 Gäste hatten sich zur FDP-Wahlparty eingefunden, im Laufe des Abends wurden weitere Stühle herein geschafft. Die Glückwünsche wollten persönlich überbracht werden.

Erwartungsgemäß hat es für Hans-Peter Semmler nicht für einen Platz im Bundestag gereicht. „Wir werden trotzdem diejenigen vertreten, die mich gewählt haben und die Stimme erheben“, verspricht er. Auch Armin Koch, FDP-Kreisvorsitzender, betont, „Ideen und Lösungen“ anbieten zu wollen, Ansätze und Zusagen von FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner sollen auf Kreisebene heruntergebrochen werden.

Für den Kreiskandidaten und den Vorsitzenden habe sich gezeigt, dass sich der Neuaufbau, die Anstrengungen und die Energie, die die Parteimitglieder in den Wahlkampf gesteckt haben, gelohnt haben. „Das ist klasse. Und ein klares Zeichen für die bürgerliche Mitte“, betont Semmler. „Diesmal haben wir alles richtig gemacht“, bestätigt ihn Koch. Fügt aber mahnend an „Wir dürfen uns jetzt nicht auf den 10,5 Prozent ausruhen.“

Einen Beigeschmack habe die Wahl trotz aller Freude übers gute Abschneiden der Freien Demokraten dennoch. „Es war ein bitter-süßer Abend“, sagt Diplom-Betriebswirt Semmler „Süß, weil wir im Bundestag sind, bitter, weil wohl viele Bürger abgehängt wurden.“ Und blickt auf die Prozentzahl der AfD, die als drittstärkste Kraft in den Bundestag einzieht.

Insgesamt überwiegt in Salach aber die Zufriedenheit. Auch, weil der FDP-Einzug in die Regierung für Semmler am wahrscheinlichsten ist. „Jamaika“ – also eine Koalition aus CDU/CSU, FDP und den Grünen könnte es laut ihm werden. „Was anderes macht keinen vernünftigen Sinn.“

Egal, welche Variante es letztlich auf Bundesebene wird, Semmler will die nächsten Jahre im Landkreis weitermachen. Sein Blick richtet sich nun erst mal auf die kommenden Wochen. Ohne Wahlkampf, dafür aber mit reichlich Schlaf und einem Urlaub in Griechenland.

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