Spielplatz im Reusch hat Frischekur bekommen

Anwohner klagten über den schlechten Spielplatz im Reusch – nun bekam er eine Frischekur.

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Die Anwohner sind glücklich – der Spielplatz im Reusch wurde erneuert und aufgewertet.  Foto: 

„Unser Spielplatz ist uns sehr wichtig“, betont ein 75-jähriger Anwohner, als er sein Enkelkind zum Sandkasten führt. Dieser kleine Kinderspielplatz, am Ende der Lehrersgärten im westlichen Reusch, sei vor etwa 20 Jahren errichtet worden. Fernab von Verkehr und Abgasen sei der Spielplatz ein beliebter Treffpunkt im Wohngebiet. „Nicht nur unsere Kinder und Enkel treffen sich hier zum Spielen, sondern auch wir Eltern und Großeltern“, erklärt der Rentner. Nach rund 20-jähriger Nutzung sei er jedoch in die Jahre gekommen. „Der Spielplatz war mit Unkraut verwachsen und die Sitzbänke waren vollkommen verrostet“, beschreibt das ein weiterer Anwohner, der oft mit seinen vier Kindern hier ist. „Beim Buddeln im Sand haben wir oft Katzenkot gefunden“, erzählt eines seiner  Kinder.

Viele Anwohner bedauern, dass der Fokus hauptsächlich auf Spielplätzen im Stadtkern gelegt werde. „Spielplätze in Randgebieten, wie auch unserer, geraten leider viel zu oft in Vergessenheit“, meint der Rentner.

Da sich in den letzten Jahren nur wenig daran geändert habe, entschied sich der 75-Jährige kurzerhand dazu, die Initiative zu ergreifen. „Wir wollten nicht provozieren, sondern nur etwas erreichen“, erklärt er. In einem Brief an den Göppinger Oberbürgermeister Guido Till wies er auf den Zustand des Spielplatzes hin und bat um Erneuerungen. Über die schnelle Reaktion der Stadt seien die Anwohner überrascht gewesen. In einem Brief erklärte man dem Rentner, dass die rund 70 Kinderspielplätze im Stadtgebiet monatlich auf technische Mängel und Materialverschleiß überprüft werden würden. Da in den letzten Jahren dort das Holzpodest mit Aufstiegsrampe erneuert und ein weiteres Spielgerät repariert worden war, sei der Spielplatz durchaus nutzbar und gut bespielbar gewesen. Dennoch kündigte die Stadt an, das Ambiente durch neue Sitzelemente zu verbessern, die Bodenbeläge zu erneuern, das Spielgelände von störenden Gewächsen zu befreien und den Sand zu reinigen. Nur wenige Wochen nach der Ankündigung seien die ersten Veränderungen eingetreten. „Innerhalb von zwei Wochen wurde unser Spielplatz von einer Fachfirma aus Heiningen wieder auf Vordermann gebracht“, erzählen Anwohner.

 Der Treffpunkt für Groß und Klein hat nun einen neuen Rasen, Büsche wurden neu gepflanzt und der Sand wurde ausgesiebt. Schade findet der 75-jährige Anwohner jedoch, dass sich erst nach seinem Aufruf etwas getan hat. „Im Vergleich zu anderen Prestigeprojekten der Stadt ist unser Spielplatz ein Schnäppchen“, behauptet er.

In einer Stellungnahme stellt ein Pressesprecher der Stadt Göppingen klar, dass die Wartungsarbeiten zum Zeitpunkt des Schreibens zwar schon vorgesehen waren, weist jedoch darauf hin, dass diese, bei einer Anzahl von 70 Spielplätzen im Stadtgebiet, nur „Platz nach Platz“ erledigt werden könnten.

 Nach den Erneuerungen ist den Anwohnern eins noch ein Dorn im Auge: „Unser Spielplatz befindet sich auf einem beliebten Hundespazierweg“, erklärt der 75-jährige Rentner. „Wir haben hier nur einen Abfallbehälter, und dieser wird oft zu einem stinkenden Hundekotbehälter umfunktioniert“, fährt er fort. Einen extra dafür vorgesehenen Behälter halten die Anwohner an diesem Standpunkt daher für notwendig.

Insgesamt sind die Anwohner über den verbesserten Zustand ihres kleinen Spielplatzes dennoch glücklich. „Unsere Sitzbänke fehlen zwar noch und über das eine oder andere neue Spielgerät würden wir uns auch freuen“, stellt der vierfache Vater fest, dessen Kinder beispielsweise eine Schaukel auf ihrem Spielplatz vermissen, „aber wir sind da guter Hoffnung“, fügt sein 75-jähriger Nachbar hinzu.

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