Freude und Nachdenklichkeit nach der Wahl

Hermann Färber (CDU) und Heike Baehrens (SPD) haben am Tag nach ihrer Wiederwahl Einblicke in ihr Seelenleben gegeben.

|
Die Wahl ist gelaufen: Neben Volker Münz (AfD), der neu in den Bundestag einzieht, haben die beiden bisherigen Abgeordneten aus dem Landkreis, Hermann Färber (CDU) und Heike Baehrens (SPD), ihre Plätze im Parlament verteidigt.  Foto: 

Den Tag nach der Bundestagswahl hat Heike Baehrens im Wahlkreis verbracht. „Heute Abend ist Kreisvorstandssitzung“, erklärte die SPD-Politikerin am Montagnachmittag. Da werde man auch das Wahlergebnis und die jüngste Entwicklung in Berlin besprechen. Heute reist sie in die Hauptstadt. Dort befürchtet sie, auf eine veränderte Kultur zu stoßen. „Es gibt mehr Fraktionen, aber vor allem eine Veränderung der Sprache“, sagt sie mit Blick auf die AfD. Das seien Leute, die eigentlich gegen alles sind: „Die sind nicht wirklich politikfähig, weil sie die Haltung haben, dass Kompromisse Fehler sind.“

Dass in der SPD gleich nach der Wahl Andrea Nahles zur künftigen Fraktionschefin ausgerufen wird, geht der wiedergewählten Abgeordneten etwas zu schnell. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Fraktion erst einmal über das Wahlergebnis diskutiert.“ Erst über personelle Konsequenzen zu reden, hält Baehrens „für die falsche Reihenfolge“.

Ihr Resultat im Kreis  – Baehrens zog über die Landesliste ihrer Partei wieder in den Bundestag ein – vergleicht sie mit dem Konkurrenten Hermann Färber (CDU), der im zweistelligen Bereich Prozentpunkte verloren hat. Der Abstand zu ihm  – dem erneuten Gewinner des Direktmandats – sei geringer geworden. Zudem liegt sie deutlich über dem Ergebnis der Landes-SPD: „Ich stehe nicht schlecht da.“ Und kommt zum Ergebnis: „Ich bin nicht völlig unzufrieden.“

Auch Hermann Färbers Gefühle  schwankten am Montag zwischen Freude und Nachdenklichkeit.  Für seine erdrutschartigen Verluste sieht er mehrere Gründe: Einerseits könne er sich dem bundesweiten Trend nicht entziehen  – viele CDU-Wähler wanderten zu AfD und FDP ab – andererseits sei er von einem sehr hohen Niveau – 49 Prozent im Jahr 2013  – gekommen. Zudem sei er ein Politiker, der ehrlich Position beziehe: „Da muss ich damit leben, dass Wähler auch weggehen.“ Zum Abschneiden seiner Partei meinte er: „Wir müssen  schauen, was wir anders machen müssen, aber auch unseren Überzeugungen treu bleiben.“

Die AfD habe das Thema Flüchtlinge vor der Wahl „richtig hochgekocht“, obwohl mittlerweile die Zahl der Flüchtlinge drastisch gesunken sei. Zudem habe die AfD „verschwiegen“, dass es sehr viele Gesetzesänderungen gegeben habe, „doch diese Asylpakete waren nicht in der öffentlichen Wahrnehmung“.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Bundestagswahl 2017

Alle Infos zur Bundestagswahl 2017 auf Kreisebene gibt es hier.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Peinlicher Schimmel im Käsekuchen

Ein Bäckermeister muss sich vor Gericht wegen eines mysteriösen Myzels in einem Kuchenstück verantworten. weiter lesen