Freiheit für Filsfische nur fast perfekt

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Das Leben könnte so schön sein für Äsche, Bachforelle, Stichling, Bachflohkrebs und Co. Munter können sie die Fils auf und ab schwimmen. Die Wasserqualität hat sich in den vergangenen Jahren verbessert (siehe Infokasten). Und das Regierungspräsidium hat in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass Barrieren wie Wehre, Staustufen und Wasserkraftwerke für Fische und Kleinlebewesen wieder passierbar sind.

Vor wenigen Tagen rückten die Arbeiter von der letzten Baustelle in Faurndau ab. Dort hatten sie eine sogenannte raue Rampe an der Filsstraße erneuert, wo früher einmal ein 80 Zentimeter hohes Wehr war. Nun meldet das Regierungspräsidium Vollzug: „Mit dem relativ kleinen Projekt wurde der Schlusspunkt  bei der Herstellung der ökologischen  Durchgängigkeit der Fils gesetzt“, teilte das RP mit. Insgesamt 29 landeseigene Abstürze  und Wehre wurden in raue Rampen umgebaut. Damit sei der Fuss auf einer Länge von 36 Kilometern ökologisch durchgängig, freut sich Regierungspräsident Wolfgang Reimer. Die Fische können sich neue Laichorte erschließen. Ihre Population wird stabilisiert.

Es gibt allerdings einen Haken: Im Weg stehen immer noch  zwei hohe Wehre im Bereich von privaten Wasserkraftanlagen: eine in Süßen und eine in Gingen. Solche Hindernisse verhindern, dass die Fische ihre lebensnotwendigen Wanderungen zu Laichplätzen und Winterlagern unternehmen können. Das gelingt ihnen dann nur innerhalb der freien Gewässerabschnitte. Nur wenn auf diesen Abschnitten der Fluss ihren Anforderungen an den Lebensraum genügt, können die einzelnen Fischarten überleben, bestätigt das RP auf Anfrage. Das betreffe vor allem die Äsche, weil diese von den in der Fils vorkommenden Fischarten die weitesten Wanderungen unternimmt.

Für das Wehr am Grau’schen Wäldchen in Süßen deutet sich allerdings schon eine Lösung an. Die Stadt plant dort bereits eine Fischtreppe aus 56 Einzelbecken, die auf einer Länge von 180 Metern sieben Meter Höhenunterschied überwindet. Das Wehr in Gingen ist nach Auskunft des RP ein schwierigerer Fall. Ein großer Höhenunterschied bei beengten Verhältnissen macht hier einen Umbau besonders teuer. Die Fils ist von Geislingen bis zur Mündung in den Neckar bei Plochingen Gewässer erster Ordnung. Deshalb ist dort das Land für die Herstellung der ökologischen Durchlässigkeit verantwortlich. „Beim Vorliegen der gesetzlichen Anforderungen hat die zuständige Behörde die erforderlichen Anordnungen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit zu treffen“, so das RP.

Die Wasserkraft der Fils wird mittlerweile an vielen Stellen genutzt, die Mehrzahl dieser Kraftwerke ist mit einer Fischtreppe ausgestattet. Andere Wehre wurden in raue Rampen umgebaut. Statt einer großen Stufe, wird aus großen Wasserbausteinen eine schiefe Ebene mit einem geringen Gefälle eingebaut. So können Fische und die an der Gewässersohle lebenden Kleinlebewesen den Aufstieg schaffen.

Solche Rampen machen den Fluss auch für Paddler interessanter als die früher vorhandenen Wehre. Dort müssen sie das Boot nicht mehr aus dem Wasser nehmen. Beim Thema Paddeln ist die Behörde eher zugeknöpft: Das Paddeln auf der Fils mit Fahrzeugen ohne eigenen Antrieb werde zwar jedermann gestattet. „Allerdings kann der Gemeingebrauch aus verschiedenen Gründen, beispielsweise wegen der Gefahrenabwehr oder aus Naturschutzgründen, eingeschränkt werden“.

Euro pro Monat gibt der Göppinger für xx aus.

Wasser Die Fils ist wieder sauber. Bei der Belastung mit biologisch abbaubaren Stoffen gibt es keine Defizite mehr, sagt das Regierungspräsidium Stuttgart. Lediglich der Pflanzennährstoff Orthophosphat ist noch erhöht.

Lebewesen Beim ökologischen Zustand im Hinblick auf das Vorkommen von Fischen und Wasserpflanzen seien noch Defizite vorhanden. Handlungsbedarf bestehe deshalb bei der Verbesserung der Gewässerstruktur und bei der Reduzierung des Phosphor-Eintrags. Hingegen haben sich die Lebensverhältnisse der Kleinlebewesen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

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