Fotos voller Fantasie und Seele

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Anuschka Renbod und ihr Bild „Fliegende Krähe“, in dem sie sich mit einem Trampolin in eine Fantasiewelt katapultierte.  Foto: 

„Deine Fotografien sind so besonders, die solltest du unbedingt ausstellen“, bekam Anja Dobner öfter zu hören. Gesagt, getan, denn die Künstlerin zählt nicht zu den Frauen, die lange überlegen müssen. Ob sie auf den Auslöser oder,  wie in ihrem Fall, häufig auf die Fernbedienung ihrer Kamera drückt, entscheidet die passionierte Fotografin intuitiv. Infolgedessen ist es mitunter sie selbst, die auf ihren Bildern zu sehen ist. Nicht aus Selbstsucht oder Eitelkeit, vielmehr ist es ihre Ungeduld, die sie dazu treibt. „Habe ich eine Idee zu einem Motiv, muss ich das Bild gleich umsetzen und ablichten“, erzählt die 39-Jährige.  „Und ist gerade niemand zur Hand, dann bin eben ich das Model“. Schminken, Haare machen oder sich dafür in coole Klamotten schmeißen? Nicht mit Anuschka Renbod. Der Vorname kommt von ihrem Vater, als Kind nannte er sie immer Anuschka. Und der Nachname, der im ersten Augenblick an ein Hochgeschwindigkeitsboot erinnert, ist ganz einfach Dobner rückwärts gelesen. Voila, ihr Künstlername war geboren.

Als Verwaltungsangestellte im Heil- und Erziehungsinstitut für seelenpflegebedürftige Kinder Eckwälden ist sie beruflich meilenweit entfernt von der Kunst. Dort arbeitet sie seit 2001, hat auch Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen. „Schau mal, was ich da habe“, rief ihr irgendwann mal ein Schüler zu und wedelte mit einem von ihm ausgehobenen Rasenstück. Hätte jeder andere gesagt, schmeiß es auf den Kompost, nahm Anuschka Renbod das Grasbüschel mit nach Hause. Dort legte sie es sich so über den Kopf, dass es sogar die Hälfte des Gesichts verdeckte. Flugs auf die Fernbedienung gedrückt, und herausgekommen sind zwei skurrile Bilder mit dem Titel „Ausschnitt“, einmal in schwarz-weiß und einmal in grün.

„Ausschnitt“ heißt ihre erste Ausstellung, bei der neben Menschenportraits mit Titeln wie „Seelenkampf“, „Fragile“, „Ecce Homo“ oder „Kuss“, die Natur eine bedeutende Rolle spielt. Mit ganz banalen Motiven versteht es die Künstlerin bravourös, den Aufnahmen ihren besonderen Stempel aufzudrücken. Ihren Arbeiten geht oftmals ein wild entschlossener Gedanke voraus, ihre oftmals aus dem Moment kommenden Bildthemen vermischen Wirkliches und Unwirkliches. „Häufig bin ich selbst überrascht, wohin die Reise letztendlich führt“, verrät die Künstlerin aus Wangen. Sabine Ackermann

Info Mehr Bilder gibt es unter www.anuschka-renbod.de

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