Flexible Holzbauten für Flüchtlinge

Holzbauten, die sowohl Erst- und Anschlussunterbringung für Flüchtlinge sein können und dabei in wenigen Monaten gebaut sind - acht davon gibt es bald im Landkreis. Eine regionale Firma mischt auch mit.

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  • In der Werkhalle der Firma Göser in Rechberghausen entstehen die Massivholz-Wände für den Holzbau in Süßen. Die Fenster werden ausgesägt. Gedämmt wird dann mit Mineralwolle. Am Bauort in Süßen wird im Moment bereits das Fundament betoniert. 1/2
    In der Werkhalle der Firma Göser in Rechberghausen entstehen die Massivholz-Wände für den Holzbau in Süßen. Die Fenster werden ausgesägt. Gedämmt wird dann mit Mineralwolle. Am Bauort in Süßen wird im Moment bereits das Fundament betoniert. Foto: 
  • So soll der Neubau in Süßen aussehen. Es handelt sich um einen sogenannten "Systembau", dessen Module mit geringem Aufwand ausgebaut und neu montiert werden können. 2/2
    So soll der Neubau in Süßen aussehen. Es handelt sich um einen sogenannten "Systembau", dessen Module mit geringem Aufwand ausgebaut und neu montiert werden können. Foto: 
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Schnell, günstig, nachhaltig und wandelbar - so soll neuer Wohnraum für Flüchtlinge sein, wenn es nach der Firma "Holzbau Göser" aus Rechberghausen geht. Die Lösung für Klaus und Michael Göser, die den Betrieb führen: Holzbauten. Zügig und flexibel sollen die Elemente vorgefertigt und vor Ort zum Wohnkomplex zusammengebaut werden. In ihrer Werkhalle fertigen die Mitarbeiter des Betriebs dazu im Moment die Außenwände aus Holz für den ersten derartigen Holzbau in Süßen an.

Die Stadt Süßen war die Erste, die auf das Angebot der Firma reagierte und nun in der Bizetstraße 8, direkt hinter der Sporthalle, einen solchen Holzbau bekommt. Ende Mai soll das Gebäude nach sechsmonatiger Bauzeit bezugsfertig sein und durch die Stadt Süßen für die Unterbringung von Flüchtlingen ausgestattet werden. Für Klaus Göser liegt der Vorteil klar auf der Hand: "Süßen hat das clever gemacht. Mit wenig Kosten entsteht da ein Gebäude, das später einfach umgebaut werden kann." Klaus Göser spielt dabei auf eine flexible Bauweise an, mit der der Wohnraum mit wenig Aufwand an wechselnde Bedürfnisse angepasst werden kann. Aus dem Gebäude zur Erstunterbringung von Flüchtlingen könnten so ganz schnell bezahlbare Wohnungen werden - die ebenfalls für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen geeignet wären. Aus sechs Zimmern mit je zwei Schlafplätzen, zwei Gemeinschaftsküchen sowie Bädern könnten dann durch das Verschieben der Wände zwei Wohnungen werden. Eine mit 82 und eine mit 52 Quadratmetern. "Vorausschauend Bauen", nennt das Michael Göser. Möglich wird das, indem nur zwei Stangen pro Wohnblock zur Tragfähigkeit benötigt werden. "Alles andere ist flexibel, man kann den Rest verschieden gestalten", erklärt Michael Göser.

Viele Gemeinden halten sich noch zurück

Auch Uhingen und Gingen haben sich für einen Holzbau für die Flüchtlingsunterbringung entschieden. In der abgespeckten Version, mit einfacherer Bauweise und nur drei bis vier Monaten Bauzeit. Doch viele Gemeinden im Landkreis zieren sich noch: "Das Problem ist, dass vielen nicht bewusst ist, was da noch im Rahmen der Anschlussunterbringung kommt", vermutet Klaus Göser. Die Flexibilität, aber auch die Qualität der Bauten ist daher auch etwas, was den Brüdern besonders wichtig war: "Wir wollten keine Billigbauten", betont Michael Göser, "unsere Holzbauten haben eine normale Lebensdauer von 50 bis 100 Jahren." Das unterscheide die Göser-Bauten auch von Konkurrenten, machen Klaus und Michael Göser ein wenig Werbung.

Bei der Umsetzung der Bauprojekte legen die Brüder auf Eines großen Wert: "Die Wertschöpfung soll hier im Kreis bleiben. Wir zahlen hier ja auch alle unsere Steuergelder, es kann ja nicht sein, dass das Geld dann einfach abfließt", erklärt Klaus Göser. Die Firma setze deshalb ausschließlich auf regionale Teamarbeit und beschäftigt nur Handwerker aus dem Landkreis, mit denen sie seit Jahren zusammenarbeitetet.

Holzbauten im Landkreis

Zwei Firmen Im Kreis Göppingen bauen derzeit zwei Firmen solche Holzbauten für Flüchtlinge. Das Unternehmen "Rubner Haus" aus Südtirol baut zwei Gebäude in Donzdorf, eins in Bad Überkingen und jeweils eines in Eislingen und in Geislingen. Die Firma "Holzbau Göser" aus Rechberghausen baut bereits in Süßen. In Gingen und Uhingen sollen die Bauarbeiten für jeweils ein Gebäude bald beginnen.

Landratsamt Das Landratsamt möchte fünf der Gebäude zur Erstunterbringung für Flüchtlinge nutzen. Die drei sich im Bau befindlichen Gebäude in Bad Überkingen, Eislingen und Geislingen und die in Donzdorf und Gingen geplanten Gebäude. SWP

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