First Lady weiht Kindergarten der Herrnhuter Missionshilfe ein

Hohe Anerkennung für die Herrnhuter Missionshilfe in Bad Boll: First Lady Daniela Schadt weihte einen Kindergarten auf Sansibar ein, in Daressalam gab's einen Empfang bei Bundespräsident Joachim Gauck.

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Zwei Bundespräsidenten waren schon bei den Herrnhutern. Aber dass die kleine Weltkirche bei einem Auslandsbesuch des Staatsoberhaupts bedacht wurde, war noch nicht da.

Es passte alles zusammen. Gauck hat Tansania besucht, wo die Herrnhuter über 600.000 Mitglieder haben, und im Vorfeld erkundigte sich das Präsidialamt in Bad Boll nach Berührungspunkten. Vorzeigeprojekte haben die Herrnhuter eigentlich immer, und jetzt eines auf Sansibar, das ganz im Sinne der Präsidentenreise war. Gauck wollte den Dialog der Religionen unterstützen, und genau das geschieht im Kindergarten auf Sansibar: Den besuchen 25 christliche und muslimische Kinder, sie lernen Respekt vor anderen Religionen. Für die Herrnhuter Kirche ist das völlig normal, in Palästina pflegen sie das schon 50 Jahre mit einer Einrichtung für geistig Behinderte, und auf Sansibar sind die Christen eine winzige Minderheit. "98 Prozent sind Muslime", sagt Fred Walch, Geschäftsführer der Missionshilfe in Bad Boll.

Gauck konnte nicht kommen, er traf in Sansibar-Stadt mit den Politikern der Insel zusammen. Dafür seine Partnerin Daniela Schadt. Wie man sich die örtlichen Verhältnisse vorstellen muss: Der Kindergarten liegt 25 Autominuten von der City entfernt, das letzte Stück war bis zum Besuch der First Lay eine Holperpiste. "Zwei Tage vorher hat man die Strecke gerichtet", freut sich Walch. Der Kindergarten braucht als Schutz eine drei Meter hohe Mauer - "es hat schon Zwischenfälle gegeben". Das kostete die Herrnhuter 20 000 Euro, fast ein Drittel des Gesamten. Sicherheit stand auch für den Schadt-Besuch obenan. "Es musste erst geklärt werden, ob unser Standort den Anforderungen entspricht", berichtet Walch.

Dann war die Deutsche Botschaft am Zug. Eine Mitarbeiterin brauchte sechs Ortstermine, um das Protokoll minuziös durchzuplanen. 200 Kinder, Eltern und Offizielle erwarteten dann die deutsche First Lady, sie schwenkten deutsche und tansanische Fähnchen, bunte Zelte mit Baldachin waren in der tropischen Hitze aufgebaut. Dass Regenzeit war - kein Problem, sagt Walch, der schon in Tansania gelebt hat. "Auf Sansibar ist das abgeschwächt, theoretisch hätte ein Schauer durchziehen können."

Mit Liedern begrüßen die Kinder den Staatsgast, überreichen Daniela Schadt eine Rose fürs Revers und dann eine große Schale mit Souvenirs. Die First Lady enthüllt eine Tafel, schneidet ein Band durch, wird durch die Räume geführt und will dann die Kinder kennenlernen. Ihre Fragen werden auf Kisuaheli übersetzt. "Sehr sympathisch, sehr umgänglich, sehr natürlich", lautet Walchs Eindruck. "Sie ist mit dem Herzen dabei, wie der Bundespräsident", sagt Raimund Hertzsch, Vorsitzender der Missionshilfe.

Hertzsch muss es wissen. Er stammt aus Herrnhut und kennt Gauck noch als Chef der Stasi-Unterlagenbehörde. Hertzsch gehörte sogar zu einem Kreis, der an einem Fürbitte- und Segnungsgottesdienst für Gauck am Tag vor der Wahl zum Bundespräsidenten teilnahm. Das kam über den Herrnhuter David Gill, heute Gaucks Amtschef, zustande. Damals erlebte Hertzsch Gauck und Daniela Schadt angespannt. "Er hat eine beeindruckende Ausstrahlung", sagt Hertzsch, "er ist authentisch und zugewandt, ein Mensch mit dem man sprechen kann."

Das konnten Hertzsch und Walch dann auch. Das ergab sich im Rahmen der Präsidententour in Daressalam, wo Gauck auf der Dachterrasse seines Hotels einen Empfang für etwa 50 geladene Gäste gab. Für die beiden Herrnhuter blieben fünf Minuten, mit ihm ins Gespräch zu kommen und "seine Aufmerksamkeite für unsere Projekte zu wecken". Stress hatten sie bei der Anreise, weil ein Flug ausfiel. Dafür entschädigte der Ausblick über den Hafen von Daressalam.

Krankenhäuser, Schulen und Kiefern für die Zukunft

Schwerpunkt Tansania ist der große Schwerpunkt der Herrnhuter Missionshilfe in Bad Boll. Weitere Unterstützung fließt in etwa zehn Länder. Die Spenden kommen zu 80 Prozent von Leuten, die nicht Mitglied der Herrnhuter sind.

Bauholz Neben Kliniken, Schulen und Kindergärten gibt es auch eine Baumpflanzung großen Stils in Tansania. Auf gut 20 Hektar werden Kiefern und Avocado-Bäume gesetzt, um später Bauholz zu liefern. Auch die Umwelt profitiert.

Spenden Für den Kindergarten auf Sansibar braucht die Herrnhuter Missionshilfe noch einen gebrauchten Bus für 15.000 Euro. Wer spenden will: Evangelische Bank eG, IBAN: DE25 5206 0410 0000 415103, BIC: GENODEF1EK1

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