Fechter verlieren Vereinsheim

Der Heininger Gemeinderat gibt dem Musikverein Vorrang. Der Umzug soll nächstes Frühjahr erfolgen. Ersatz für die Fechter ist noch nicht spruchreif.

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Der Fechtclub Göppingen in Heiningen beteiligt sich bis heute am Schülerferienprogramm. Am 8. September ist es wieder soweit. Hier ein Bild aus früheren Tagen.  Foto: 

Jetzt ist ausgesprochen, was sich lange angekündigt hat: Der Heininger Gemeinderat vergibt das Fechterheim in der Mühlstraße an den Musikverein, der in der Schule unbefriedigend untergebracht ist. Schon vor einiger Zeit hat der Gemeinderat dem Fechtclub gekündigt. Es folgten diverse Besichtigungen, ob das Fechterheim für den Musikverein auch passt und wo der Fechtclub eine neue Heimat finden kann. Letzteres ist noch offen. Aber jetzt stellt der Gemeinderat die Weichen.

„Für  uns ist es ein sehr undankbares Thema“, betonte Bürgermeister Norbert Aufrecht, „weil keiner von uns einen Heininger Verein vor den Kopf stoßen will.“ Aber nüchtern betrachtet sei es so: Der Musikverein sei so stark und präsent, dass er Vorrang haben müsse. Dem Fechtclub fühle man sich aber auch verpflichtet. Er habe sich jahrzehntelang im Gemeindeleben eingebracht, so beim Starenfest, Schülerferienprogramm, Ostermarkt. Man wolle ihn nicht auf die Seite schieben, auch wenn er nur wenige Heininger Jugendliche anziehe.

An den Modalitäten hat der Gemeinderat noch gefeilt. So kann der Fechtclub bis 1. April 2018 an alter Stätte bleiben. Der Gemeinderat geht davon aus, dass er dann in eine der beiden Hallen wechseln kann, die Heiningen und Eschenbach gemeinsam gehören – die Voralbhalle oder die neue Halle in Eschenbach. Aufrecht erwartet, dass letztere bis dahin in Betrieb ist und sich dann auch die Belegung in der Voralbhalle entspannt. Was konkret dem Fechtclub angeboten werden kann, sei aber noch nicht heraus, sagt Aufrecht. Keine Zusage.

Wenn die neue Halle am 1. April noch nicht fertig sein sollte, wäre der Fechtclub vorübergehend ohne Trainingsplatz. „Es könnte auch der 1. Mai sein, aber irgendwo muss man die Linie ziehen“, meinte Matthias Kreuzinger. Für den Musikverein wurde andererseits noch keine Pachtzeit festgelegt. Ob zehn Jahre, 15 oder etwas anderes – sie soll jedenfalls langfristig sein. Der Verein muss dann wie sein Vorgänger die Bausubstanz erhalten, zahlt aber keine Miete. Die Weichenstellung wurde bei einer Enthaltung beschlossen. 

„Sehr traurig für uns“, kommentiert Stefan Traub, sporttechnischer Leiter des Fechtclubs. Nach 40 Jahren gehe ein Stück Fechttradition in Heiningen zu Ende. Seine Stimmung: „Man kann ruhig ‚wütend’ sagen.“ Er nimmt es dem Musikverein übel, dass er  das Fechterheim haben wollte und das jetzt auch geschafft hat. „Ein schwaches Stück“, sagt Traub, „sich an dem Vereinsgut eines anderen zu bereichern.“ Das hätte er von einem Heininger Verein nicht gedacht. Er kenne so einen Fall auch nicht.

Traub plagen nicht erst jetzt Sorgen, wie es mit dem Sportbetrieb weitergeht. Die Ungewissheit, ob und wann und wo sich ein neuer Trainingsplatz ergibt, wirke sich aus. Kinder und Jugendliche bilden die aktive Truppe, und da machten Eltern von neuen Interessenten einen Rückzieher, wenn man den künftigen Trainingsplatz nicht wisse. Von den derzeit um die 20 Fechtern springe noch keiner ab, sagt Traub. „Aber da gibt’s auch rege Diskussionen.“

Zum Ersatz: Einen Vereinsraum könnte der Fechtclub in der Schule haben, und der wäre soweit in Ordnung sagt Traub. Einen Lagerraum bräuchte man aber auch, sagt Traub. Für die Gymnastikfrauen des Vereins sei auch noch kein Raum gefunden. Für das Fechttraining selbst gebe es in der Schule nichts. Traub bestätigt: Reichen würde ein Drittel der Voralbhalle oder die Hälfte der neuen Halle in Eschenbach.

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