Faszinierende und geheimnisvolle Glasobjekte

Jörg Zimmermanns geheimnisvolle und faszinierende Glasobjekte, meist durch die unbegrenzte Vielfalt der Natur inspiriert, fordern das Sehen des Betrachters heraus. Ein Künstler, wie es ihn nur selten gibt.

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Die außergewöhnlichen Schöpfungen des Uhinger Glaskünstlers Jörg Zimmermann begeistern Menschen auf der ganzen Welt.  Foto: 

"Glas ist für mich nicht nur gestaltete Form oder Oberfläche. Wichtiger scheint mir die Gestalt der Durchsicht, der Innenraum. Aber erst das Licht macht die Arbeiten lebendig", sagt Jörg Zimmermann. Für den Uhinger Glaskünstler, dessen außergewöhnliche Schöpfungen Menschen auf der ganzen Welt begeistern, ist alles eine Frage des Lichts, der Beleuchtung und der Perspektive. Das macht seine Objekte ähnlich und verschieden zugleich.

Mit dem Einfallswinkel des Lichts, treten selbst an trüben Tagen immer wieder neue facettenreiche Farbeffekte hervor und erinnern - beflügelt durch die Natur - bisweilen an Blüten, Früchte, Korallen oder Eis. Mal sind es große, grobe massive Strukturen, mal erscheinen sie transparent, mit chemischen Überzügen aus Silber, Kupfer oder Kobalt. Einmal ist es die Fläche, dann wieder eine deutlich räumliche Komponente oder ganz feine Ornamente - entwickelt aus der Mikrobiologie oder gar Histologie zerfließen in filigrane Segmente. Dennoch sind dies alles nur Assoziationen, denn vom Künstler selbst gibt es keine Titel oder konkrete Definitionen.

Viele sehen Jörg Zimmermann als einen der herausragenden Vertreter der Studioglas-Bewegung, die ab den 1960er Jahren das Material Glas von seinem Nutzenzusammenhang entkoppelte. Zu jener Zeit absolvierte er eine Lehre in einem Handwerksbetrieb und besuchte in Schwäbisch Gmünd die Werkkunstschule. Anschließend studierte er an der dortigen Fachhochschule für Gestaltung. Ab 1968 arbeitete der Uhinger in der Industrie als Designer in der Schweiz, vier Jahre später unter anderem für die WMF. Seit 1985 ist er bildender Künstler sowie Lehrbeauftragter für Glasgestaltung an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Später kamen Arbeitsaufenthalte auf Murano, Studienreisen nach Israel, Ägypten, Syrien, Jordanien, Nigeria und die USA sowie wechselnde Ausstellungen in Europa, USA, Kanada und Japan hinzu.

Besucher des Uditoriums und Rathauses kennen seine "Uhinger Lichtbilder". Der Großteil seiner Glasobjekte zeichnet sich durch fließende Konturen sowie geschlossene und auf das Elementare reduzierte Formen aus, meist in einer individuellen organischen Anordnung geprägt. "Für mich selbst sind meine Objekte, Bilder, Skulpturen oder Stelen klare Zeichen des Lebens", betont der vitale Künstler, der seine Arbeit als Berufung sieht und noch lange nicht ans Aufhören denkt. Offen, kreativ, experimentierfreudig und stets in stilistischer Genauigkeit, zeigt sich Zimmermann überdies in Arbeiten mit anderen Materialien. Durch den Einsatz metallischer Strukturen, wie unter anderem Gitterelemente, engt er Schwung und Bewegungen des lebendigen Glasflusses ein. B

esonders in den von ihm entwickelten Wabenobjekten kombiniert er das frei geformte, mundgeblasene Glas in der Fertigung mit ebenfalls erhitzten Metallgittern: Die so entstandene Struktur ähnelt dem blasenartigen Zellsystem der Biologie. Nicht unbedingt in Verbindung bringt man den Glas-Virtuosen mit den künstlerischen Entwürfen wie zur Stahlplastik am "Russenfriedhof" im Göppinger Oberholz, die Holzplastik am früheren Weber-Areal oder die Gas-Wasser-Wärmeplastik im EVF-Kundeninformationszentrum. Glas ist der Hauptwerkstoff, mit dem Jörg Zimmermann arbeitet.

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