Fassade ist noch in der Schwebe

An der Fassade der geplanten Sporthalle von Bad Boll müssen die Planer noch tüfteln. Die Ausschreibung lag erheblich über der Kostenberechnung.

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Hochgeschreckt sind die Planer der neuen Sporthalle, als sie die Angebote für den Rohbau auf dem Tisch hatten: das günstigste lag um 300 000 über den prognostizierten knapp 1,6 Millionen Euro. Der wesentliche Faktor, so berichteten sie dem Gemeinderat, seien die vorgehängten Fassadenplatten aus Stahlbeton. Wenn man die aus dem Angebot herausrechne, komme man auf 1,3 Millionen. Das liege im kalkulierten Bereich.

Vorschlag der Planer Siegfried Klotz und Reinhard Orlinski: Man solle den Rohbau ohne Fassade vergeben, dann wolle man mit der Baufirma "eine alternative Ausführung der Fassade entwickeln". Das könne heißen: andere Fugengestaltung, Plattenaufteilung, verkleinerte Plattenstruktur. Am Erscheinungsbild solle sich nicht groß etwas ändern. Die Planer sind zuversichtlich, die ursprünglichen Rohbaukosten von 1,6 Millionen zu erreichen. Aber sie räumten auch ein: "Es wäre leichtsinnig zu sagen, es läuft glatt durch."

Der Gemeinderat war misstrauisch. "Das gestalterische Konzept muss bleiben", forderte Reiner Pfefferle (CDU). "Nicht dass es nachher ganz anders aussieht als wir es wollten", pflichtete Rainer Staib (CDU) bei. "Wir möchten schon die gleiche Qualität haben." Anne Dore Ketelsen-Volkhardt (Grüne) wunderte sich: "Sie wollen die gleiche Ästhetik zum halben Preis." Friedrich Aichele (CDU) war besorgt, ob eine andere Fassade sich auch energetisch auswirke. Dorothee Kraus-Prause fragte nach: "Gibt es auch qualitative Unterschiede oder nur ästhetische?" Könne das auch zu anderen Materialien führen? Daran denken die Planer nicht. Jürgen Seitz (UWV) misstraute einem Einsparpotenzial von 40 Prozent. Er war dagegen, in dieser Situation überhaupt Aufträge zu vergeben.

Bürgermeister Hans-Rudi Bührle drängte auf die Vergaben. Die Baustelle solle Ende Juli losgehen, im Spätherbst solle schon der Innenausbau anlaufen. Er sehe kein großes Kostenrisiko, das sei kein Grund für ein Verschieben. Bührle glaubt, dass sich Qualität und Wirtschaftlichkeit vereinen lasse. Bei einer Gegenstimme (Seitz) wurden der Rohbau und fünf weitere Gewerke vergeben. Die Ergebnisse der Verhandlungen zur Fassade sollen dem Gemeinderat möglichst am 31. Juli vorliegen.

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