Fachtagung zu Rassismus und Diskriminierungen

In einer Konferenz, die von Landkreis und SOS-Kinderdorf veranstaltet wurde, haben Pädagogen über neue Wege zur Demokratie gesprochen. Sie suchten Möglichkeiten, Diskriminierungen zu bekämpfen.

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Immer wieder starten Schulen Aktionen gegen Rassismus, wie vor einigen Jahren in Obermarchtal.  Foto: 

Gemeinsames Engagement für eine demokratische Gesellschaft und der Kampf gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit - das ist das Ziel der Konferenzteilnehmer, die sich am Donnerstag im Uditorium in Uhingen zu einer Fachtagung und Demokratiekonferenz trafen. Zur Veranstaltung, die vom SOS-Kinderdorf Göppingen organisiert worden war, kamen Referenten aus den Bereichen Sozialpädagogik und politischer Bildung. Dieses jüngste Treffen soll nun Anstoß sein für ein starkes Netzwerk des demokratischen Engagements im Landkreis. Mit dem neuen Format wolle man Ratlosigkeit bei Betroffenen aus der Kinder- und Jugendarbeit im Falle gruppenbezogener Diskriminierung entgegenwirken und präventive Beratungsstrukturen schaffen, betonten die Initiatoren.

Eröffnet wurde die Tagung, gleichzeitig Demokratiekonferenz des Landkreises Göppinge, durch Vertreter des Kreises, der Jugendbildung und des SOS-Kinderdorfes. Anschließend referierte Professor Claus Melter, der an der Hochschule Esslingen über Diskriminierung und Rassismus forscht, über die Rolle dieser Faktoren in der Bildungsarbeit und diskutierte mit den Konferenzteilnehmern über deren Fragen und Erfahrungen.

Über ein neues "Angebot, das sich an eine sehr mobile und offene Jugendarbeit richtet", berichtete Günter Bressau vom Demokratiezentrum Baden-Württemberg. Dieses Projekt, das mit Landes- und Bundesmitteln gefördert wird, will Organisationen vor Ort im Einsatz gegen Rassismus, Diskriminierung und Rechtsextremismus vernetzen und selbst Aufklärung sowie Beratung betreiben. Dazu gebe es Qualifizierungsangebote für Engagierte, aber auch themenspezifische Fortbildungen, die sich an kommunale Akteure richteten, unterstrich Bressau.

"Wir kommen dann in Frage, wenn die Stimmung zu kippen droht", betonte er mit Blick auf fremdenfeindliche Tendenzen, die sich gegen Flüchtlinge richten. Man wolle einerseits präventiv gegen Extremismus arbeiten, andererseits aber auch Beratungsangebote für Opfer fremdenfeindlicher Kriminalität schaffen. "Wir werden uns sehr stark auch dem Bereich des islamistischen Extremismus annähern", betonte Bressau. Man wolle "ein demokratischeres Werteverständnis viel stärker in die Gesellschaft hineinbringen". "Ich glaube, wir haben ein sehr hohes Potenzial an Menschen, die sich dafür begeistern können", sagte Bressau.

Bei der abschließenden Diskussion der Referenten mit den Konferenzteilnehmern stellten diese verschiedene Angebote wie das Göppinger "Netzwerk Jugend" vor. Zudem wurde nach den Strukturveränderungen der Schulen im Kreis gefragt - hier sei es wichtig, von Beginn an Demokratie und Partizipation an Schulen zu ermöglichen. "Wir möchten gucken, wo es Themen gibt, die wir bei uns im Landkreis setzen können", erklärte Eva Piotrowitz vom SOS-Kinderdorf.

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