Eselfest in Adelberg: „Der Esel kennt keine Hektik“

Zwei Tage lang dreht sich am Wochenende rund um die Zachersmühle alles um Esel. Wie die Aktionen des Festes ablaufen – das entscheidet am Ende die Laune des Esels.

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Harald Walz ist der Chef der Esel. Trotzdem büchsen sie manchmal aus. „Esel sind eigensinnig“, weiß Walz. Das ist es, was er an den Tieren zu schätzen weiß.  Foto: 

Harald Walz öffnet das Holzgatter. Der erste Esel lugt hervor und prescht dann nach draußen. Die anderen drei folgen aufgeregt, drücken sich an Harald Walz vorbei und lassen sich auch durch Pfiffe und gutes Zureden nicht mehr in den Stall führen. Harald Walz nimmt es gelassen. Die elf Esel der Zachersmühle haben ihren eigenen Kopf.

„Der Esel macht alles für dich – bis zu einem gewissen Punkt“, so Walz, der seit über zehn Jahren mit den Tieren arbeitet. „Danach entscheidet er selbst.“ Wenn Harald Walz von den Eseln der Zachersmühle erzählt, kann man erahnen, weshalb er seine komplette Freizeit, neben seinem Vollzeitjob, in das Hobby investiert, das vor zehn Jahren begann.

Angelika Holzer von der Zachersmühle nahm mit ihren damals zwei Eseln an einem Rennen teil. Walzer bot sich als Eselführer an. „Natürlich kamen wir nicht ins Ziel“, sagt er und die beiden lachen. Einer der Esel, Molly, sei einfach nicht mehr weitergelaufen. „Aber mich haben die Esel begeistert. Das erste Tier, dass sich vom Menschen nicht beeinflussen lässt“, so Walz.

Auf seine Initiative hin etablierten Angelika Holzer und er das Esel-Trekking in der Zachersmühle. Beim Eselfest wird das zehnjährige Bestehen der beliebten Trekking-Touren gefeiert.

Zum achten Mal organisieren die beiden gemeinsam das zweitägige Fest, das am Wochenende bis zu 1500 Eselbesitzer und -fans in die Zachersmühle holt. Die Besucher und Teilnehmer kommen aus München, Freiburg, Sindelfingen und Karlsruhe angereist, um bei der Eselsegnung, beim Geländeparcour oder beim Esel-Schönheitswettbewerb dabei zu sein. Das Festwochenende beginnt am Samstag um 16 Uhr mit einer Wanderung hinauf zum Kloster Adelberg mit den geschmückten Eseln zu einer Segnung. Dazu gibt es um 17 Uhr einen kurzen, ökumenischen Gottesdienst

Am Samstagbend spielt ab 20 Uhr die Band „Unpaid“ unplugged Rockmusik am Lagerfeuer.

 Am Sonntag ist wieder ein ganzer Tag Zachersmühle lohnenswert. Ab 10 Uhr gibt es einen Geländeparcours. Dieser wurde in einem Waldstück in der Nähe der Zachersmühle gebaut und wartet mit Brücken, Anstiegen und Naturhindernissen auf. Daran schließt sich eine Schönheitsprämierung aller teilnehmenden Esel durch eine Fachjury an – aber auch ein Publikumsliebling wird gewählt.

Zum ersten Mal wird beim Eselfest in diesem Jahr auch das schönste Gespann prämiert. Esel und Führer können ihrer Kreativität freien Lauf lassen um mit Kostümen oder Trachten von der Jury zum schönsten Pärchen gewählt zu werden.

Um 13.15 Uhr geht es los mit den Hindernisläufen der Esel und ihren Führern. Danach kommt der Teamsprint, bei dem ein Esel mit zwei Läufern in einem Slalom­parcours um die Wette laufen. Anschließend ist ein offenes Showprogramm geplant, an dem jeder, der mit seinem Esel etwas Besonderes zeigen kann, mitmachen darf. Gegen 16 Uhr gibt es dann, falls nötig ein Stechen und die Siegerehrungen vom Schönheitswettbewerb, Publikumsliebling und Hindernislauf.

Speziell zum Eseltrekking-Jubiläum gibt es zwei besondere Aktionen: Kinder können sich vor Ort ihr eigenes Esel-Kuscheltier basteln. Außerdem kommt ein Händler aus Holland, der von der Postkarte über Tontöpfe alles rund um das Thema Esel anbietet. „Da ist von Lustigem über Schönes bis hin zu Kitschigem alles dabei“, so Angelika Holzer.

Der unbekannte Faktor beim Eselfest? Der Esel selbst. „Es kommt immer drauf an, wie das Tier aufgelegt ist“, sagt Walz. Das Image des Esels komme nicht von ungefähr, weiß er. Wenn ein Tier nicht weiter möchte, dann müsse man sich dessen Willen auch mal fügen. „Die können einen in den Wahnsinn treiben“, sagt Harald Walz.

Aber man könne auch viel von den Tieren lernen: „Der Esel kennt keine Hektik. Er geht nicht über sein Limit hinaus. Und er hat Geduld. Sehr viel Geduld.“ Und Angelika Holzer ergänzt: „Mich begeistert der sanftmütige Charakter der Tiere. Man kann den Esel jedem Kind bedenkenlos an die Hand geben“, sagt Holzer.

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