Eschenbach: Wie wär’s mit dem Namensrecht für die neue Halle?

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Auch die Feuerwehr – hier ein Einsatz im Gewerbepark – kann Sponsoren brauchen.  Foto: 

Tue Gutes, dann tust du dir auch einen Gefallen. So sieht das der Eschenbacher Bürgermeister Thomas Schubert. Er hat sämtliche Firmen im Gewerbepark Voralb angeschrieben, dessen Geschäftsführer er seit bald 25 Jahren ist. Man kennt sich also.

Was Schubert den Firmenchefs schmackhaft macht, ist die „gesellschaftliche Unternehmerverantwortung“. Auch ein Thema für Sie? fragt er in seinem Schreiben. Geschmeidig umschifft er das Wort Spende. So habe man früher gesagt oder besser gesagt: etwas umschrieben, was doch eigentlich anders zu bezeichnen wäre, nämlich so wie das neudeutsche Wort von der „Corporate Citizenship oder Corporate Social Resonsibilitäty“. Das sei das Thema, gesellschaftliche Unternehmerverantwortung, „die nachhaltig entwickelt wird und auf den drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales aufbaut“. Eine Spende? Schubert weist auf den Bezug zum Kerngeschäft hin, den gesellschaftliche Unternehmerverantwortung haben könne, oder sogar darüber hinausgehend, wenn sie „noch stärker den karitativen Aspekt“ betone. Schubert spricht von freiwilligem sozialen Engagement eines Unternehmens, das gar nicht hoch genug eingeschätzt werden könne in Zeiten, „in denen aufgrund von Skandalen das Misstrauen von Konsumenten gegenüber der Wirtschaft kontinuierlich wächst.“ Positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit – das tue doch einer Firma gut, es führe gar zu Vorteilen beim Werben um Nachwuchskräfte. Im lokalen Umfeld punkten – das preist der Schultes als Chance für das Unternehmen an.

Kleine Gegenleistung

Ist ja auch so. „Gerne machen wir uns im Gegenzug dann auch Gedanken, wie wir Ihr Unternehmen dabei herausstellen“, sagt Schubert. „Den Firmennamen platzieren, positive Werbung für Sie betreiben –  als kleine Gegenleistung für Ihr Engagement.“

Schubert hält nicht hinterm Berg, wie sich eine Firma engagieren könnte. Was ja auch früher schon geschehen sei, vor ein bis zwei Jahrzehnten. Damals hätten Firmen aus dem Gewerbepark ihrer Markungsgemeinde geholfen, etwa beim Eschenbacher Dorfmobil, bei Bronzeskulpturen beim Rathaus, beim Eschenbrunnen. Jetzt weist Schubert auf acht Felder hin, in denen Firmen zum Wohle der Allgemeinheit beitragen könnten.

Da wäre die Mobilität, das Eschenbacher Dorfaudole ist frisch eingetroffen und kann auf seiner Karosserie noch Firmennamen exklusiv vertragen. Wie wäre es mit Investitionen in Kinder? Auch der schönste Spielplatz benötige ein „Refresh“, malt Schubert aus, „es müssen alte Geräte ersetzt oder neue Attraktionen geschaffen werden.“  Ein Spielplatz könnte gar verlegt werden – besonders teuer. Der Eschenbacher Kunstrasenplatz, fast täglich von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genutzt, braucht auch einen Refresh, der gleich mal eine Viertelmillion kostet.

Was Eschenbach alles braucht

Ein Highlight für einen Spender, der sich der gesellschaftlichen Unternehmerverantwortung stellt, könnte die neue Halle in Eschenbach darstellen. „Bei einer entsprechend hohen und längerfristigen Unterstützung können wir uns sogar vorstellen, das Namensrecht einem unternehmen zu übertragen“, lockt Schubert.

Bei einem neuen Feuerwehrauto, das ansteht, deutet Schubert diese Möglichkeit nicht an. Sein Hinweis: Das sorge auch und gerade im Gewerbepark für Sicherheit. Die Schule braucht auch Dinge, die Geld kosten, ein Whiteboard und einen kompletten Klassensatz Laptops. Spenden für die Kunst? Da gäbe es den Wunsch nach einer Skulptur am alten Dorfplatz, der den Spitznamen der Eschenbacher  – Krautbäuche – zum Ausdruck bringen würde. Oder darf’s so fragt Schubert, „vielleicht etwas Modernes sein, mitten in unserem Kreisverkehr, der tagtäglich von 8000 Fahrzeugen passiert wird?“ Ein Segen für Ältere und Menschen mit Behinderungen wären Tandems oder Dreiräder mit Elektroantrieb. Und überhaupt seien den Möglichkeiten, Gutes zu tun, keine Grenzen gesetzt.

Schubert hofft, dass er den Adressaten nicht aufdringlich erscheine. Wenn doch, darf man ihm das nicht krumm nehmen. Denn: „Die Einwerbung von Spenden“, so merkt er zwischen zwei Klammern an, „gehört laut Gemeindeordnung übrigens zu den Aufgaben eines Bürgermeisters“.

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