Eschenbach fürchtet um Landschaftsbild am Kuhnberg

Eschenbach kämpft gegen Windräder: Noch ist ein Vorranggebiet am Kuhnberg nicht vom Tisch. Für einen anderen Standort am Albtrauf, an der A 8 beim Boßler, verschlechtern sich derweil die Chancen.

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Je länger je mehr sorgt sich der Eschenbacher Gemeinderat, dass der mögliche Vorrang-Standort für zwei Windräder am Kuhnberg in der Planung bleibt und am Ende "politisch durchgesetzt" werden könnte. Das wäre für den Schultes und fast alle Gemeinderäte eine Hiobsbotschaft. Die Kommunalpolitiker diskutierten zuletzt, ob sie gleich mal ein Gutachten zum Vorkommen des Roten Milans in Auftrag zu geben, um das Heft des Handelns an sich zu ziehen. Das unterblieb dann. Das Gremium beließ es dabei, sich erst mal über den Sachstand zu informieren.

Der ist noch im Fluss, wie die Pressesprecherin der Region Stuttgart, Dorothee Lang, mitteilt. "Wir brauchen noch die Daten zu den windkraftempfindlichen Vogelarten." Die würden von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) erhoben und seien im Herbst zu erwarten - auch für die anderen Windkraftstandorte. Da der Kuhnberg im Vogelschutzgebiet liege, müsse die Region nachweisen, dass von der Windkraft keine erhebliche Beeinträchtigung für die Vögel ausgeht. Dazu würden gegebenenfalls zusätzliche Gutachten in Auftrag gegeben.

Für die Eschenbacher wird das zu einer Hängepartie. In einer ersten Runde fielen zwar Windkraftstandorte wegen des Landschaftsschutzes heraus - der am Kuhnberg aber nicht. Jetzt soll es keine weitere Zwischenrunde mehr geben, sagt Lang. Alle Standorte bleiben bis zur Entscheidung im Rennen. Und die kann sich bis nächstes Frühjahr ziehen, sagt Lang. Das Parlament der Region, die Regionalversammlung, wird dann über die eingegangenen Einwände befinden. Beschließt sie ein Vorranggebiet, hätte die Gemeinde noch die Möglichkeit, zu klagen.

Bürgermeister Thomas Schubert ist zuversichtlich, dass die Region den Standort am Kuhnberg streicht. Denn er sehe täglich den Roten Milan und habe sich sagen lassen, dass in Eschenbach sogar der Schwarze Milan vorkomme. Ferner gebe es am Kuhnberg den Mäuse- und den Wespenbussard, Fledermäuse, Schleiereulen und Halsbandschnäpper. Allein an Greifvögeln sei das ein "reiches Habitat". Hinzu komme noch weiteres: Die Mindestabstände von möglichen Windrädern zum Ort seien gerade so eingehalten, und die Landschaft am Kuhnberg sei ein Wert für sich, den man nicht opfern dürfe.

Kritisch sieht auch die Nachbargemeinde Schlat Windräder am Kuhnberg - lehnt sie aber nicht kategorisch ab. Vertretbar sei dies, wenn die Abstände eingehalten würden und der Vogelschutz nicht beeinträchtigt werde.

Falls die Region grünes Licht gibt, käme noch eine Auflage vom Wetterradar Türkheim: Das Windrad dürfe nicht beliebig hoch werden, die Höhe wäre abzustimmen. Außerdem könnte ein Investor nicht munter drauflosbauen, stellt Region-Sprecherin Lang klar. Er bräuchte eine Baugenehmigung und müsste nochmal nachweisen, dass er den Vogel- und Artenschutz nebst Lärmschutz einhält. Eschenbach hat bis November Gelegenheit, nochmal Stellung zu nehmen - hat das aber nicht vor. "Wir haben schon alles Erforderliche gesagt", winkt der Schultes ab.

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