Kommentar zum Schuljahresbeginn: Es bleibt spannend

Einen Anfang zwischen Zauber und Zittern deutet sich für das noch junge Schuljahr an. Hier die hoffnungsvollen Abc-Schützen, dort die Probleme mit dem Lehrermangel – auch im Landkreis Göppingen.

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Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, heißt es in Hermann Hesses wohl bekanntestem Gedicht. Der Mensch soll sich mit Mut und Heiterkeit jedem neuen Lebensabschnitt widmen. Für den Schulanfang gilt das besonders. 2107 Kinder im Landkreis Göppingen haben jetzt zum ersten Mal den Ranzen gepackt. Mit bunten Schultüten in den Armen und Vorfreude in den Augen kamen sie zur Einschulung.

Weit tragen müssen die Kleinen ihre Schulmappen meist nicht. Grundschulen gibt es im Kreis Göppingen in fast jedem Dorf – und seien es auch noch so wenige Schüler. Im Göppinger Stadtbezirk Hohenstaufen zum Beispiel drücken in vier Jahrgängen insgesamt nur etwa 30 Grundschul-Kinder die Schulbank. Niemand stellt solche Zwerg-Schulen in Frage. Dieser Bestandsschutz ist richtig und wichtig.

An den Schulen gilt aber leider auch: Jedem Anfang wohnt ein Zittern inne. Viele Eltern und Schulleiter sind deshalb nicht so entspannt. Reicht die Zahl der Lehrer? Und wie lange? Muss man bei der ersten Grippewelle im Herbst mit Löchern im Stundenplan rechnen? Das Staatliche Schulamt Göppingen beteuert, dass der Pflichtbereich zumindest zum Schuljahresbeginn überall im Kreis abgedeckt ist. In der ersten Woche sind Katastrophenmeldungen offenbar ausgeblieben. Bis zum Schluss hat die Behörde auch den leergefegten Lehrermarkt abgegrast. Doch die Neueinstellungen decken den stetig gestiegenen Bedarf nicht. Einige Stellen bleiben auch an den hiesigen Schulen unbesetzt, räumt die Behörde ein. Das jährliche Löcherstopfen kann aber keine Dauerlösung sein.

Gleichmäßig verteilt ist der Mangel auch nicht. Besonders fehlt es an Grundschullehrern und Sonderpädagogen. An weiterführenden Schulen herrscht Bedarf in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern. Insofern ist es kein Widerspruch, dass einige Lehramts-Absolventen trotz offener Stellen keinen Job finden.

Immerhin ist der Landkreis Göppingen am Rande des Ballungsraums für Junglehrer noch vergleichsweise attraktiv. In ländlich geprägten Landkreisen im Schwarzwald oder in Oberschwaben brennt es richtig, sagen die Experten. Ein Trost ist das aber kaum, wenn mal wieder ein Fachlehrer fehlt.

Schülern und Lehrern aller Schularten, natürlich auch den Eltern, kann man nur wünschen, dass sie zum Neuanfang so viel Schwung mitbringen, dass er für das ganze Schuljahr reicht.

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