Erfahren im Duell Mann gegen Mann

Die Ringer-Veteranen des Sportvereins Ebersbach 1910 waren in jungen Jahren in der zweiten Liga. Zwei Jahre lange hielten sie sich dort und überraschten ihre Gegner.

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  • Bis zu sechs Mal im Jahr treffen sich die Ringer-Veteranen heute zu gemeinsamen Unternehmungen. 1/2
    Bis zu sechs Mal im Jahr treffen sich die Ringer-Veteranen heute zu gemeinsamen Unternehmungen. Foto: 
  • „Ringer Oberliga Meister 1973“ steht unter dem Foto, auf dem die Ebersbacher Sportler zu sehen sind.  2/2
    „Ringer Oberliga Meister 1973“ steht unter dem Foto, auf dem die Ebersbacher Sportler zu sehen sind. Foto: 
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Dieter Ostermann und Otto Hees haben nach vielen Jahren die Mitglieder ihres früheren Ringer-Teams beim SV Ebersbach wieder zusammengetrommelt. Bis zu sechs Mal im Jahr treffen sich die Ringer-Veteranen nun zu gemeinsamen Unternehmungen. Dabei handelt es sich um die erfolgreichen Mannschaften der Jahre 1967 bis 1972, die fünf Aufstiege in Folge feierten und die Ebersbacher Ringer erstmals in der Vereinsgeschichte bis in die Regionalliga führten, was damals der zweithöchsten deutschen Klasse entsprach.

„Es gab auch schon davor und danach und auch heute gute Ringer beim SV Ebersbach, aber in dieser Zeit hat es auch kameradschaftlich einfach so gut gepasst“, sagt Dieter Ostermann, der in der höchsten der acht Gewichtsklassen innerhalb eines Teams auf die Matte ging. Das war für ihn die Motivation, die alten Zeiten nochmals aufleben lassen, deshalb übernahm er im letzten Jahr die Initiative.

Ostermann freut sich besonders, dass auch der frühere Jugendtrainer Max Goll mit von der Partie ist, wenn sich die Ringer-Veteranen zu Wanderungen, Stadtbesichtigungen oder Museumsbesuchen treffen. Golls erfolgreicher Jugendarbeit entstammte damals auch Otto Hees, der schon als 15-Jähriger zur ersten Mannschaft stieß und in den leichteren Gewichtsklassen Punkte beisteuerte. „Für mich als junger Kerl war das etwas Besonderes“, erinnert sich Hees, „in unserer Mannschaft ist immer viel gesungen worden, wir waren bekannt dafür, überall für gute Stimmung zu sorgen, wo wir angetreten sind.“ Als Vater des Erfolgs galt Abteilungsleiter Walter Dobler. Der „Schwanenwirt“ hielt den Laden zusammen und lud die Mannschaft nach den Kämpfen in die eigene Wirtschaft ein. Ihm gehörte damals auch ein Kino. „Geld gab es nicht, wir haben für ein Vesper und ein Getränk gerungen“, sagt Dieter Ostermann und lacht.

Bei den Treffen werden natürlich viele Anekdoten von damals wieder hervorgeholt. „Das war eine spannende Zeit. Wir waren jung und haben natürlich auch viel Blödsinn gemacht“, berichtet Ostermann. Zum entscheidenden Aufstiegskampf in die zweite Liga fuhr man mit einem vollen Bus nach Nürnberg. Der 22:18-Vorsprung aus dem ersten Kampf in Ebersbach galt eigentlich als zu wenig. „Keiner hat einen Pfifferling auf uns gesetzt, aber wir haben auch in Nürnberg mit demselben Ergebnis gewonnen“, erinnert sich der heute 70-jährige Ostermann. Zwei Jahre hielt man sich in der zweiten Liga, gastierte in Stuttgart-Münster und den bayerischen Ringerhochburgen Anger, Kelheim oder Freising.

Otto Hees stieg später noch einmal auf, war Trainer und schaut sich auch regelmäßig die Kämpfe der heutigen Oberliga-Ringer beim SV Ebersbach an. Ab und zu treffen sich auch die Ringer-Veteranen bei den Ebersbacher Heimkämpfen und starten von dort ihre Unternehmungen. Medial führe Ringen ein Schattendasein, zwischenzeitlich drohte der Kernsportart sogar das Aus bei Olympia. Laufend werde an Regeländerungen herumgebastelt, bedauert der 62-jährige Hees, für den „das Duell Mann gegen Mann“ den Reiz des Ringens ausmacht. Nur auf das ständige „Abtrainieren“ vor den Kämpfen hätten beide verzichten können. „Beim Wettkampf am Samstagabend musste ich 90 Kilo wiegen, das hieß für mich jedes Mal bis zu sieben Kilo wegzumachen“, erinnert sich Dieter Ostermann. Oft ging es mit Decken in die Sauna oder ins Salzbad. Ostermann: „Ab Mittwoch durfte ich praktisch nichts mehr essen.“

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