Entwurf des Göppinger Klinik-Neubaus steht

Grund zur Zufriedenheit hatten am Mittwoch die Verantwortlichen für den Klinikneubau in Göppingen. Die Entwurfsplanung steht und die  Kosten halten sich mit 337 Millionen Euro im geschätzten Rahmen.

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Der Göppinger Klinikneubau ist fertig – zumindest virtuell. Als eines der ersten Krankenhausprojekte in Deutschland wird die Klinik nach dem „Building Information Modelling“ gebaut, was Planern erlaubt, den Neubau mit allen Details vorherzusehen.  Foto: 

Spitzenmedizin für die Region, modernes Ambiente, mehr Komfort für Patienten und eine optimale Funktionalität. Der kaufmännische Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken, Wolfgang Schmid, gerät ins Schwärmen, wenn er von der neuen Klinik am Eichert redet, die 2023 fertig sein soll. Die Chancen dafür, dass das klappt, stehen gut. Die Kosten für das Gesamtprojekt erhöhen sich laut Schmid gegenüber der ersten Schätzung lediglich um 1,3 Prozent auf 337,8  Millionen Euro. Das ist das Ergebnis der jüngsten Berechnung, die auf der  Entwurfsplanung fußt, die am Mittwoch auch im Kreistag vorgestellt wurde. Ursprünglich war man von 333 Millionen Euro ausgegangen.

Und das Schönste: Der Neubau ist bereits fertig – zumindest virtuell. Als eines der ersten Krankenhausprojekte in Deutschland wird die Klinik nach dem „Building Information Modelling“ gebaut, was Architekten und Planern erlaubt, den Neubau mit allen Details in einer 3-D-Grafik vorherzusehen.

Tatsächlich wirkt das Gebäude kleiner, als es die Bruttogeschossfläche von 94 194 Quadratmetern vermuten lässt. „Unser Ziel war es, eine Architektur für die Menschen zu schaffen“, sagt der leitende Architekt Manfred Ehrle und unterstreicht die zweigeschossige Bauweise um den zentralen  viergeschossigen Baukörper mit einem Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach. Um diesen Gebäudeteil gruppieren sich  die Funktionsbereiche der Klinik in den unteren Geschossen. Ehrle verspricht  645 Betten in modernen Ein- und Zweibettzimmern und eine effiziente Raumordnung von OP, Intensivstation, Kreißsaal und Ambulanzen. Der Architekt ist sich sicher: „Die Prozessabläufe werden sich in der neuen Klinik deutlich verbessern.“  Oberstes Ziel: Kurze Wege für Personal und Patienten. Im Erdgeschoss werden Zentrale Notaufnahme, Radiologie, Endoskopie, Sonographie und Herzkatheter untergebracht. Außerdem finden sich dort Patientenaufnahme und Ambulanzen. Im ersten Obergeschoss sind elf Operationssäle und zwei getrennte Intensivstationen für Erwachsene, Kinder- und Neugeborene vorgesehen. Auch der Kreißsaal sowie die Dialysestation haben dort ihr Domizil. Im zweiten Stock sind die Büros der Klinikverwaltung, die OP-Technik und das Labor geplant. Darüber folgen  vier Ebenen mit den Betten-Stationen.

Alle  Patientenzimmer werden fünf Quadratmeter größer und  haben Fenster, die geöffnet werden können.  Auf eine Klimaanlage wurde bewusst verzichtet.  „Es gibt nur ins Grüne orientierte Betten, die natürlich belüftet und belichtet werden“, betont Architekt Ehrle.

  Im Untergeschoss befinden sich die  Strahlentherapie, das Radio-Chirurgicum Cyberknife Südwest, die Apotheke, die Nuklearmedizin, die Pathologie und zentrale Dienstleistungsbereiche wie Küche, Zentrallager und  Zentralsterilisation. Architekt Ehrle: „Die neue Klinik ist noch klarer und schlanker in ihrer Struktur geworden.“  In  der Tat kamen zwei externe Gutachter  zu dem Ergebnis, „dass die vorgelegte Planung einen sehr guten, nachhaltig wirtschaftlichen Betrieb ermöglicht“.


Die Kosten: für den reinen Klinikneubau liegen bei rund 283 Millionen Euro. „Eine Größenordnung, die absolut vergleichbar mit anderen Klinik-Neubauten ist“, sagt Geschäftsführer Schmid. Der Rest der Gesamtkosten verteilt sich auf die Infrastruktur (9,2 Millionen Euro), die Außenanlagen (11,9 Millionen Euro), das Parkhaus (6,6 Millionen Euro), die Kindertagesstätte (3,6 Millionen Euro), die Abbruchkosten (8,8 Millionen Euro) und 13 Millionen Euro für eine mögliche Steigerung der Baupreise.

Finanzierung: Geschäftsführer Schmid führt die Kostensteigerung von 1,3 Prozent auf 337 Millionen Euro auf die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen zurück. Dazu zählen die Umverlegung der Fernwärmeleitung und öffentlicher Wasserleitungen. „Dennoch wird uns eine vollständige Finanzierung des Eigenanteils der Alb-Fils-Kliniken über die Effizienzrendite nach Bezug des Neubaus möglich sein“, betont Schmid.

Einsparungen: Weniger  Energieverbrauch, mehr Umsatz im medizinischen Bereich, geringere Personalkosten dank verbesserter Arbeitsabläufe machen’s möglich. Unter anderem sollen 23 Vollzeitstellen über natürliche Fluktuation wegfallen. Jährlich will  man 4 Millionen Euro einsparen, um damit ein Darlehen von 100 Millionen Euro zu finanzieren. Damit soll der Eigenanteil der Alb-Fils-Kliniken in Höhe von 81,8 Millionen Euro, 15 Millionen Euro für unvorhergesehene Ausgaben und der anteilige Bauzeitzins finanziert werden.

Die Aufteilung: Der Landkreis wird mit   110 Millionen Euro zur Kasse gebeten. Vorausgesetzt, die Förderung des Landes beträgt tatsächlich 146 Millionen Euro. Am 8. August steht ein Termin im Sozialministerium an. Der Neubau ist für das Krankenhausbauprogramm des Doppelhaushaltes 2018/2019 angemeldet. Separat zu den  Gesamtprojektkosten sind die Kosten für den Neubau der Personalappartements sowie für die Realisierung des Bildungszentrums und des Sozialpädiatrischen Zentrums zu sehen, die 18 Millionen Euro betragen.

Der Bau des Bildungszentrums, in welchem die Schule für Pflegeberufe und das Sozialpädiatrische Zentrum untergebracht werden sollen, ist aus Kostengründen zunächst aufgeschoben, da  baulich für die Schule für Pflegeberufe noch kein Entscheidungsdruck besteht.

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